Kleine Berührungen erwärmen Frauengesichter leicht

30. Mai 2012, 12:03
30 Postings

Grund für Temperaturanstieg dürfte sein, dass Männer zartes Erröten des Teints für attraktiv halten

Im Englischen ist man - wie in so vielen anderen Begriffen - auch beim Erröten genauer. Da unterscheidet man zwischen "blush" und "flush": Während "flush" das Rotwerden des Gesichts bei Ärger oder Wut, bei Einnahme von Chili oder anderen Substanzen beschreibt, geht es bei "blush" um eine körperliche Begleiterscheinung, die im Normalfall etwas mit leichter Verlegenheit oder Scham zu tun hat.

Um die zweite Kategorie geht es in der neuen Studie, die Amanda Hahn und ihre Mitarbeiter von der University of St. Andrews (Schottland) durchführten, um dem Sinn und Zweck des emotionalen Errötens auf die Spur zu kommen. Sie baten 16 Frauen zu einem Experiment, bei dem der Versuchsleiter diese zunächst eine Reihe von Bildern betrachten ließ. Doch das war nur ein Trick. Unter dem Vorwand, ihre Hautfarbe mit einem kleinen Gerät bestimmen zu wollen, berührte der Forscher die Versuchsperson nämlich scheinbar zufällig, entweder am Arm, den Handflächen, dem Brustkorb oder im Gesicht.

Hahn und ihre Kollegen wollten in Wahrheit nämlich herausfinden, was die leichten Berührungen bewirken: Eine Wärmebildkamera zeichnete unbemerkt die Hauttemperatur der Probandinnen im Gesicht auf. Die Forscher führten dieses Experiment bei jeder Probandin einmal mit einem männlichen und einmal mit einem weiblichen Versuchsleiter durch.

Temperaturanstieg um 0,1 Grad

Es zeigte sich, dass vor allem bei Berührungen im Gesicht und am Brustkorb die Temperatur im Gesicht anstieg, und zwar durchschnittlich um 0,1 Grad Celsius. Die Erwärmung war stärker, wenn ein Mann das Experiment leitete. In einem zweiten Teil des Experiments fanden die schottischen Wissenschafter heraus, dass die Temperatur in den Frauengesichtern vor allem um Augen, Nase und Mund herum ansteigt.

Noch sei zwar unklar, ob die Erwärmung vom Gegenüber und von der Person selbst bewusst wahrgenommen werde, schreiben Hahn und Kollegen in den Biology Letters der Royal Society. Wahrscheinlich diene eine derartige Temperatur- und leichte Teintveränderung als soziales Signal, das die Attraktivität erhöhe oder das Verhalten beeinflusse.

Wie Männer in einer vergleichbaren Situation reagieren, haben die Wissenschafter nicht untersucht. (tasch/APA, DER STANDARD, 30.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Lady Diana, Königin des Errötens. Man beachte den linken Zeigenfinger von Prinz Charles, der für den "Blush" sorgt.

Share if you care.