Wiener Fiaker bei Kontrolle aus dem Verkehr gezogen

  • Ergebnis einer unangekündigten Schwerpunktkontrolle: Die Pferde sind teilweise in einem vernachlässigten Zustand.
    foto: apa/hans klaus techt

    Ergebnis einer unangekündigten Schwerpunktkontrolle: Die Pferde sind teilweise in einem vernachlässigten Zustand.

Unangekündigter Behörden-Rundgang am Heldenplatz: Teilweise Vernachlässigung der Pferde

Wien - Ein Teils nachlässiger Umgang mit den Pferden und eine gefährliche Kutsche, die aus dem Verkehr gezogen werden musste: Bei einer Schwerpunktkontrolle am Wiener Fiaker-Standplatz am Heldenplatz haben Behörden und Polizei einige schwarze Schafe ertappt. Insgesamt wurden 17 Gespanne unter die Lupe genommen - das Ergebnis: zwei Anzeigen und fünf Mängelbehebungsaufträge. In drei Fällen wird eine Anzeige noch geprüft.

"Die Kontrollen erfolgen unangekündigt", erklärte Einsatzleiterin Ivonne Litschauer, Referentin für Fiakerangelegenheiten bei der MA 65 (Rechtliche Verkehrsangelegenheiten). Bei den Standplatzkontrollen wird überprüft, ob die behördlichen Auflagen eingehalten werden. Die Kutscher müssen unter anderem Kutscherausweis und Fahrtenbuch, das seit 1. April mitzuführen ist, vorweisen. Der Amtstierarzt prüft den Gesundheitszustand der Pferde, die Polizei führt Alkoholkontrollen bei den Kutschern durch. Ein Mitarbeiter der MA 48 (Abfallwirtschaft) nimmt Sitz und Zustand der Pooh-Bags in Augenschein. Auch die Fuhrwerke werden genau unter die Lupe genommen.

Deichselsicherung fehlte

Der wohl gefährlichste Mangel, den die Behörden beim Rundgang am Heldenplatz entdeckten, betraf eine Kutsche: Bei dieser fehlte die Deichselsicherung. "Die Deichsel ist nur eingesteckt und nicht gesichert. Das heißt, sie kann sich von der Kutsche lösen", erklärte der technische Sachverständige der Landesfahrzeugprüfstelle (MA46). Dafür gab es eine Anzeige. Das Gespann durfte nicht mehr weiterfahren - nicht einmal nach Hause. Es wurde vielmehr sofort aus dem Verkehr gezogen.

Amtstierärzte bei Schwerpunktkontrolle dabei

Bei der Kontrolle zeigte sich auch, wie nachlässig so manch ein Fuhrunternehmer mit seinen Tieren umgeht. "Der Ernährungszustand des linken Pferdes ist an der Kippe", rügte der Amtstierarzt einen jungen Kutscher. Die Rippen und Hüftknochen des Tieres traten stark hervor. Auch ein weiteres Gespann stach den Kontrolleuren ins Auge. Die Pferde waren so angeschirrt, dass die Riemen drückten.

Zudem stieß der Tierarzt bei seiner Kontrolle auf ein Pferd, dem es sichtlich nicht gut ging. Das Fell verriet außerdem, dass es kürzlich stark geschwitzt hatte, die Venen waren sichtbar. Eine Krankheit konnte der Veterinär an Ort und Stelle nicht feststellen, trotzdem bat er den Kutscher: "Ich würde vorschlagen, Sie fahren heim." Das tat dieser auch sofort.

Litschauer versicherte jedoch bei dem Rundgang: "Der Umgang der Fiaker mit den Pferden ist in den meisten Fällen sehr gut." Ihrer Erfahrung nach gebe es mehr Anzeigen wegen mangelhafter Kutschen als wegen schlecht gepflegter Tiere. Dies war auch bei der Kontrolle am Heldenplatz der Fall. Neben der Anzeige für die gefährliche Kutsche betraf eine weitere einen Pooh-Bag. Dieser befand sich in einem so schlechten Zustand, dass laut Einsatzleiterin eine Verunreinigung der Straße zu befürchten war.

Pferde länger als erlaubt im Einsatz

Das Veterinäramt prüft außerdem noch in drei Fällen, ob es zu einer Anzeige kommt. Bei der Kontrolle der Fahrtenbücher entdeckte der Tierarzt bei der schnellen Durchsicht, dass die Pferde bereits länger als erlaubt im Einsatz waren. Fünf Tage dürfen es laut Gesetz maximal sein. Zudem müssen die Tiere an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen Pause haben. Da die Regelung sehr komplex ist, wird nun nochmals genau durchgerechnet, ob es zu den Verstößen gekommen ist.

Die Standplatzkontrollen finden in regelmäßigen Abständen statt. Insgesamt gibt es in der Innenstadt fünf Fiaker-Wartezonen: am Stephansplatz, in der Jungferngasse, bei der Albertina, in der Allee am Ring beim Volksgarten und am Heldenplatz. Letztere wird so gut wie fix auf den Michaelerplatz verlegt, da dieser an heißen Tagen Kutscher und Rössern Schatten spendet. Am Heldenplatz sind sie hingegen der prallen Sonne ausgesetzt.

Vonseiten der Behörden gibt es bereits grünes Licht für eine Verlegung, informierte ein Sprecher von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Vergangene Woche habe die Behördenverhandlung stattgefunden, derzeit laufe noch die Einspruchsfrist. (APA, 29.5.2012)

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ein veterinär, der bei solchen temperaturen die pferde nicht aus der sonne nimmt, soll abgezogen, seine stelle neu ausgeschrieben werden. bei fast 40° tiere der sonne auszusetzen ist tierquälerei, sonst nix.

liebe frau vassilakou, sie sind eine GRÜNE, wenn sie nicht diesen irrsinn abstellen, und zwar gleich, warum sollte ich als tierschützer wieder grün wählen, wenn's eh nichts bringt?

man sollte diese sinnlose tierquälerei einfach beenden. ich denke solange bei uns fiaker unterwegs sind brauchen wir uns über tierquälerei in anderen ländern nicht aufregen.

Tolle Prioritäten

wegen des mangelhalften Pooh-Bag gibts eine Anzeige, aber beim unterernährten Pferd und beim kranken Pferd nicht

@ Karlgaard usw...

du und deinesgleichen habt ja so Recht!!!
Ich finde es so unmenschlich von einem Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) zu verlangen für seinen Lebensunterhalt eine Gegenleistung zu bringen, die reinste Sklaverei.
Am besten wir laufen alle los, wählen nur noch Grün und hoffen auf den totalen Kommunismus.
Es lebe das rot/grüne Parasitentum!!!

diese tierquaelerei gehoert laengst verboten!

Ist das ein Alkomat für Pferde?

Fiaker abschaffen!

Pferde gehören nicht in die Stadt!

Stimmt, die halten nur den Verkehr auf!

vollkommen richtig, pferde ...

... raus aus der stadt und rein zwischen zwei semmelhälften, eventuell in gesellschaft eines gurkerls und einer spur estragonsenf!

kaum erscheint ein artikel über pferde, kommt sogleich irgendein pfosten und postet diesen quargel. diesmal sind halt sie dran - gratuliere.

… mit einem „brett vorm kopf“ fällt das Denken halt schwer, gell?

keineswegs aber mit ...

... einem vollen magen schon eher :-)

Richtig.

In Wien gehen sie mir auch auf die Nerven, anderswo, z.B. in New Orleans haben sie mir hingegen sehr gut gefallen.
Die Bewohner von New Orleans sehen das vermutlich genau so, wenn auch mit umgkehrten Vorzeichen.

Was glauben Sie, wie wir Menschen den Pferden auf die Nerven gehen?

Ich schlage bei wiederholtem

Verstoss einen dauerhaften Entzug der Lizenz vor...

die pooh-bags sind für den po,

die innenstadt ist nach wie vor versch...., dass einem graust!

Und ? Wo ist das Problem ? du rennst ja auch in der Innenstadt herum ! Ich seh da keinen Unterschied.

vielleicht merkt der herr den unterschied,
wenn man ihm das geschirr anlegt, ins maul den bügel legt und ihn stundenlang im verkehr einen karren ziehen lässt. aber bitte, jahrelang oder lebenslang.

dein nick ist dein lebensprogramm, gell?

ojda herst

die viher haben ja stärkere gewerkschaft als die jungen prekären alsleiharbeiter beschäftigten studenten...

vielleicht könnte man statt pferdchen paar arbeitslose jungakademiker - studis anstellen so für 5.50--- 5tage die woche ----super ideee!!!!!

die studentInnen sind aber schon freiwillig als leiharbeiterInnen tätig, das kann man von den pferden nicht behaupten.

Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende?

Was haben diese armen Tiere verbrochen, dass sie so gequält werden?

Zählt ein Touristen-Image mehr als fühlende, unschuldige Lebewesen? Pferde mitten in der Stadt sind per se Tierquälerei, egal ob nun das Gesetz eingehalten wird oder nicht.

Das gehört einfach verboten!

Die Position der Grünen finde ich äußerst schwach:
http://wien.gruene.at/2011/02/16/fiaker

Und von den anderen Parteien kann man sich diesbzgl. sowieso nichts erwarten.

leider funktioniert die seite nicht, hätt mich interessiert. beim suchbegriff kommt dann ein was vom maresch aus dem jahr 2011 - das werden's nicht gemeint haben, oder?

die Grünen sind einfach feig und weit von einer Grüne-partei. Tiere sind ihnen egal.

Dass die Leute parken dürfen und nicht 2-3 mal eine Runde fahren müssen ist Top prio, dass Tiere leiden nicht.

ich habe mich als tierschützer sehr gefreut, wie die grünen in die wien-regierung gekommen sind - ich werde sie aber nicht mehr wählen, wenn sie punkto fiaker weiterhin nix tun.

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