30 Millionen Kinder in den reichsten Ländern der Welt leben in Armut

29. Mai 2012, 12:15
157 Postings

Auch in Österreich leiden 8,7 Prozent der Kinder unter besonderen Entbehrungen

Wien - Ein neuer UNICEF-Bericht enthüllt das Ausmaß von Entbehrungen und Armut bei Kindern in den wirtschaftlich am höchsten entwickelten Ländern: Etwa 13 Millionen Kinder in der Europäischen Union (plus Norwegen und Island) leiden unter Entbehrungen und 30 Millionen Kinder in 35 OECD-Staaten leben in Armut, hieß es am Dienstag von dem UNO-Kinderhilfswerk.

Die Studie "Kinderarmut messen - Neue Ranglisten der Kinderarmut in den reichsten Ländern der Welt" analysierte Kinderarmut in OECD-Ländern unter zwei Aspekten. Zum einen wurden erstmals anhand eines Deprivationsindex Entbehrungen von Kindern verglichen. Dieser Index umfasst 14 Punkte, die von drei täglichen Mahlzeiten bis hin zu einem ruhigen Platz für Hausaufgaben reichen. Rund 13 Millionen Kinder (etwa 15 Prozent) in 29 Industrieländern entbehren mehr als zwei dieser grundlegenden Punkte.

Auch in Österreich müssen Kinder verzichten

Obwohl die höchsten Entbehrungsraten in ärmeren Staaten Europas wie Rumänien, Bulgarien und Portugal zu finden sind, wiesen auch einige reichere Länder wie Frankreich und Italien Raten über zehn Prozent auf. In Österreich müssen 8,7 Prozent der Kinder auf mindestens zwei der als notwendig erachteten Punkte verzichten. Nur Dänemark, Finnland, Island, die Niederlande, Norwegen und Schweden weisen einen Index von weniger als drei Prozent auf.

Zum Zweiten wurde der Prozentsatz der Kinder erhoben, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Rund 30 Millionen Kinder in 35 OECD-Staaten wachsen nach dieser Definition in relativer Armut auf. Island, Finnland, Norwegen, die Niederlande, Zypern und Slowenien schnitten mit Armutsraten unter sieben Prozent am besten ab, dicht gefolgt von Österreich und Schweden mit 7,3 Prozent. Schlusslicht waren Rumänien und die USA. Dort liegt die Quote relativ armer Kinder deutlich über 20 Prozent.

Staatliche Maßnahmen wirken

In Österreich wirken sich laut UNICEF staatliche Maßnahmen wie Kindergeld, Steuererleichterungen und Sozialleistungen positiv aus. Ohne diese Maßnahmen läge die Armutsrate von Familien mit Kindern bei 17,5 Prozent - mehr als doppelt so hoch wie die gemessenen 7,3 Prozent. Bedenklich bleibt, dass in Österreich - wie in vielen untersuchten Ländern - die relative Kinderarmut höher ist als die generelle Armut. (APA, 29.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Index von 14 Punkten wurde untersucht, dazu gehören etwa drei tägliche Mahlzeiten und ein ruhiger Platz für Hausaufgaben.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Österreich wird die Armutsrate vor allem dank staatlicher Maßnahmen wie Kindergeld, Steuererleichterungen und Sozialleistungen niedrig gehalten, so die UNICEF.

Share if you care.