Ein Jahr danach: Skype ohne Microsoft-Identität

Microsoft hat noch viel mit Skype vor, eine Integration ist jedoch noch in weiter Ferne.

Als Microsoft 2011 Skype für 5.9 Milliarden Euro übernommen hat, wusste noch niemand so recht, was aus dem VoIP Dienst werden wird. Doch immerhin hat Skype sieben Monate nach offiziellem Kaufabschluss eine Steigerung der User-Anzahl von 26 Prozent verzeichnen können.

Schwache Integration in Microsoft-Produkte

Nach der größten Übernahme in Microsofts Geschichte hat der ehemalige Skype-Chef Tom Bates das Skype Department bei Microsoft übernommen. Doch auch der erfahrene Bates hat es noch nicht geschafft die Software stark in die Produkte von Microsoft einzubinden. Das soll sich dieses Jahr jedoch noch ändern: Skype wird in Microsoft 8 integriert sein. Ob eine bloße Eingliederung des Services in Windows den Kaufpreis von 5.9 Milliarden Dollar rechtfertigt, ist weiterhin fraglich.

Skype hat eine eigene Identität

Bates, der vor seiner Zeit bei Skype Manager bei CISCO war, ist laut New York Times auch die einzige Führungskraft bei Microsoft, die in Silicon Valley arbeitet. Denn abgesehen von Microsofts Niederlassungen in Europa, wird hauptsächlich in Seattle gearbeitet. Auf Nachfrage der New York Times über diesen Umstand sagt Bates auch, dass alle Mitarbeiter Skype-Logos auf ihren Ausweisen haben. Von Microsoft keine Spur. Bates hat es geschafft die Identität von Skype vollkommen zu wahren.

Beliebte App auf Android und iOS

Skype entwickelt trotz Microsoft-Übernahme nicht ausschließlich für die Konzernmutter. Das Videotelefonie-Service gibt es auch für Smartphones anderer Hersteller. Egal ob Android oder iOS: Die App ist auf allen Systemen beliebt. Einer Liga, in der Microsoft noch nicht ganz mitspielt. Doch sogar Steve Ballmer selbst ist die Entwicklung für andere Plattformen wichtig, erwähnt die New York Times.

Weitere Pläne

Die Pläne für Skype sind jedenfalls schon fixiert: Eine Integration in Lync und die nächste Version der Spielekonsole XBOX 360. Und das wichtigste Ziel ist es, Skype auf Windows Phones zu verbessern, denn sobald die App geschlossen wird, ist momentan das Empfangen von Anrufen nicht mehr möglich. Doch das Problem von Skype liegt noch ganz woanders. Stephen Elop, CEO von Nokia, erzählt von Schwierigkeiten Windows Phones mit integrierter Skype-Anwendung an den Mobilfunker zu bringen, denn kostenlose VoIP Anrufe machen ihr Geschäftsmodell kaputt. Man arbeitet aber an einer Lösung. All diese Anstrengungen werden allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit dieses Jahr noch nicht Früchte tragen. (iw, derStandard.at, 29.5.2012)

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