Der ruchlose Martin Graf auf Besuch bei einer alten Dame

Ein Schurkenstück - jetzt exklusiv auch in Günter-Grass-Versen!

In der Donaustadt einst ein ruchloserer Graf lebte

Der alten Damen ihren Reichtum entwand

Worauf sich die Bürger empörten, aber

Weshalb? Hatten der Graf und die Seinen

Nicht offen bekundet, Anwälte der kleinen Leute zu sein?

Die Anwälte der kleinen Leute verlangten Honorar

Nicht zu gering, so ist es der Brauch

So dass die kleinen Leute noch kleinere wurden.

 

Jetzt erst verstanden die Bürger den tieferen Sinn

Der Parole: Euer Geld für unsere Leute

Eilig verrammelten sie die Fenster und schlossen die Türen

Und hielten fest ihre Geldtaschen

Wenn der Graf und die Seinen auftauchten

 

 

Und auch der Dichter Grass sang abermals

Eine Jeremiade, doch diesmal war die Tragödie der Griechen

Sein Thema.

 

Seine Dichtung über Israels Bombe war in gebrochenen Zeilen verfasst noch

Doch für das Poem zur Krise der Griechen der Dichter den Hexameter wählte

Wie es dem Thema geziemt

 

Und in Erwägung, dass wir politisch in der See der Belanglosigkeit treiben

Wie einst Odysseus im Mittleren Meer

Ist die Frage tatsächlich berechtigt ob nicht die Sprache der Alten

In unsere Debatten brächte Kultur

 

Der Dichter Grass jedenfalls Ihn wollen wir preisen

Für seine kommentierende Kunst

Ab nun soll erscheinen kein Kommentar ohne Verse

Keine Glosse ohne metrisches Maß

 

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