"Ein Ort stirbt schneller, als man glaubt"

Reportage | Gerald John
28. Mai 2012, 17:49
  • Vor
 drei Jahren begrüßte Lehrerin Gruber den letzten Taferlklassler - dafür
 gibt's Intensivbetreuung wie in der Privatschule.
    foto: der standard/corn

    Vor drei Jahren begrüßte Lehrerin Gruber den letzten Taferlklassler - dafür gibt's Intensivbetreuung wie in der Privatschule.

  • Er wird wohl der letzte Bauer am Familienhof sein: Seit 17 Jahren 
kämpft Bürgermeister Beren um jeden einzelnen Bewohner - doch gegen den "
 Speckgürtelwahnsinn" fühlt er sich machtlos.
    foto: der standard/corn

    Er wird wohl der letzte Bauer am Familienhof sein: Seit 17 Jahren kämpft Bürgermeister Beren um jeden einzelnen Bewohner - doch gegen den " Speckgürtelwahnsinn" fühlt er sich machtlos.

Weil in die Schule von Bretstein nur sieben Kinder gehen, soll sie zusperren. Für die Dorfbewohner ist sie aber eine Lebensversicherung gegen Absiedelung

Bretstein - Für eine Schule ist es verdächtig still. Gang und Stiege sind verwaist, Türen versperrt, nur hinter einer regt sich Leben. In der Klasse steht Elfriede Gruber und schreibt in ebenmäßiger Schrift "Merkwörter" an die Tafel.

Viel Zeit hat Gruber für ihre Schützlinge. Vor neun Jahren, als sie ihren Dienst als Volksschullehrerin antrat, saßen noch 17 Kinder hinter den Pulten, heute sind es nur mehr sieben. Keine teure Privatschule biete eine derart intensive Betreuung, schwärmt die Pädagogin - optimal, wie das ganze Leben im Dorf. "Vor der Haustür beginnt die Alm", sagt Gruber und blickt durchs Fenster auf die in Löwenzahnblüte stehende Wiese. "Nur die Politik vermiest einem alles."

Die Politik: Das sind Franz Voves und Hermann Schützenhöfer, die " Reformpartner" der Steiermark. Abspecken wollen der rote Landeshauptmann und sein schwarzer Vize das Land - und dabei 36 Volksschulen schließen. " Da werden die Kleinen ruck, zuck wegrationalisiert", sagt Gruber.

Bretstein ist ans Zusperren gewöhnt. Der örtliche Greißler hat vor 20 Jahren aufgegeben, die Bank nicht viel später. Im Umland rückten Post und Polizei immer weiter weg, der "Strukturwandel" fraß die alten obersteirischen Industriejobs. Für eine Kiste Bier fahren die Bretsteiner zehn Kilometer, zum Gymnasium in Judenburg das Dreifache; seit dem Vorjahr ist der Postbus Geschichte. Wenn nun auch die Schule mit Sommerbeginn für immer die Pforten schließe, sagt Gemeindesekretär Heimo Haingartner, "dann werden wir abmontiert".

Haingartner spielt im Dorf das Mädchen für alles. Er ist Elektriker und Installateur in Personalunion, derzeit aber intensiv mit Widerstand gegen die politische Übermacht beschäftigt. Die steirischen Medien seien gleichgeschaltet, klagt er, die ÖVPler in der Regierung seit Ausbruch der Reformpartnerschaft keine Verbündeten mehr. "Doch das liebe Land wird sich noch wundern, wenn wir bis zum Verwaltungsgerichtshof gehen", sagt Haingartner - und weiß die in der Gemeindestube zusammengetrommelte Ortsprominenz hinter sich. "Schön langsam nehmen sie uns alles", meint Sägewerkbesitzer Horst Haingartner, Elternvertreterin Waltraud Lerchbacher warnt: "Sperrt die Schule zu, gibt es keine Bretsteiner Kinder mehr."

Bittere Briefe haben die Dörfler nach Graz geschickt, sie handeln vom stolzen Gemeindeleben, das mit der Schule zu sterben drohe. Jeder Zehnte ist bei der Ortsmusik, die Feuerwehr zähle genauso viele Freiwillige wie im 30-mal größeren Judenburg. Doch wenn die Schulkinder künftig in den Nachbarort müssen, "werden sie auch dort in die Vereine gehen, weil da ihre Freunde sind", glaubt Lerchbacher: "Dann wird es in Bretstein irgendwann keine Brauchtumspflege, keine Landjugend, keinen Sportverein mehr geben."

Ein Ort im Teufelskreis

Lerchbacher zählt sich zu den letzten "Patrioten", die für Heimatidylle die ewige Pendlerei in Kauf nehmen. 311 Unentwegte harren noch im langgestreckten Graben nördlich des Murtals aus, in den Fünfzigern waren es fast doppelt so viele. Allein in der letzten Dekade haben zehn Prozent der Bevölkerung das Weite gesucht, gelockt von kurzen Arbeitswegen, schicken Wohnungen und urbanem Komfort. Ein Teufelskreis: Mit jedem Landflüchtling schrumpft der staatlich zugewiesene Steueranteil. In der Kasse fehlt Geld, um den Ort in Schuss zu halten - was erst recht wieder Bürger vertreibt.

Wer in Bretstein bauen will, bekommt den Grund praktisch nachgeschmissen: Acht bis zehn Euro Euro kostet der erschlossene Quadratmeter. Seit 17 Jahren tue er nichts anderes, als um jeden einzelnen Meldezettel zu kämpfen, sagt Bürgermeister Hermann Beren, doch gegen den "Speckgürtelwahnsinn" sei er machtlos. Während zu Kreiskys Zeiten noch gezielt in abgelegene Gegenden investiert worden sei, fließe heute alles Geld in die Zentralräume. "Und wir", sagt Beren, "werden hier zu Tode reformiert. So ein Ort stirbt schneller, als man glaubt."

Jahrhundertealte Höfe säumen die frostzerbeulte Straße, die sich tief in die Wölzer Tauern hineinschlängelt, doch die Mauern bröckeln, die hölzernen Dachschindeln modern. Einige Anwesen stehen leer, in anderen halten in die Jahre gekommene Bauern ohne Nachfolger die Stellung. Einer von ihnen ist Hermann Beren.

Lange ist der Schnee heuer gelegen, die Kirschbäume fingen erst Mitte Mai zu blühen an. Doch nun platziert Beren, wie es der Brauch verlangt, einen geweihten Palmbuschen vor der Stalltür und treibt seine Kühe zum ersten Mal im Jahr auf die Wiese. Zehn Tiere sind es, zu wenig, um vom Milchverkauf zu leben. Der 58-Jährige ahnt, dass er der letzte Bauer am Hof sein wird. Sein Sohn studiert an der Boku in Wien. Einen gut bezahlten Akademikerjob wird er in der Gegend kaum finden - und schon gar keine Frau, die als Bäuerin die Landwirtschaft schupft.

Bonzen auf der Pirsch

Im Ersten Weltkrieg hatte es Berens Großvater, einen Letten, als Kriegsgefangenen in den Bretsteingraben verschlagen. Ein Vierteljahrhundert später waren es dann vor allem republikanische Spanier und deutsche Zeugen Jehovas, die hier schuften mussten: Die Nazis experimentierten an "Wehrbauernhöfen" für den "germanisierten" Osten und bauten ein KZ-Außenlager auf. Jahrzehntelang wurden die Gräuel totgeschwiegen, erst seit 2003 steht dank der Initiative einer Schulklasse unterhalb von Berens Hof eine Gedenkstätte. Der Bürgermeister spielt zwischen den Mauernresten den Guide - "Führer sag ich lieber nicht".

Eine Tradition ist geblieben: Wie seinerzeit Nazi-Bonzen von Hermann Göring abwärts, stellen Politpromis im Tal dem Rotwild nach. Die Ex-ÖVP-Chefs Wilhelm Molterer und Josef Pröll, erzählt Parteifreund Beren, seien ebenso im Revier des Industriellen Helmut Zoidl, eines der großen Waldbesitzer, auf der Pirsch gewesen wie Joseph Daul, oberster Konservativer im Europaparlament. Die hohen Herren sollten einmal darüber nachdenken, findet der Ortschef, dass nur jene Menschen den Erholungsraum erhalten, die hier auch leben können.

Anderen Kindern wegnehmen

Beren versucht, die Großgrundbesitzer für eigene Zwecke einzuspannen. Die Wasserrechte für ein Kleinkraftwerk auf dem Gebiet der Flick-Stiftung ließ er sich für 20.000 Euro Schulsponsoring abkaufen. Doch die Landesregierung winkt ab. Lehrer zu kaufen sei nicht vorgesehen, sagt Landesrätin Elisabeth Grossmann. Die Bretsteiner könnten höchstens eine Privatschule gründen, aber auch das sei wenig sinnvoll - zumal die Klassen in den Nachbarorten ebenfalls halb leer stünden.

Passiere keine wundersame Bevölkerungsexplosion, werde die Schule geschlossen, sagt die SP-Politikerin und argumentiert mit "gerechter Ressourcenverteilung": Da ein Lehrer für sieben Schüler gleich viel koste wie für 25, nämlich im Schnitt 55.000 Euro pro Jahr, kämen Minischulen unverhältnismäßig teuer. "Das ist Geld, das ich anderen Kindern wegnehmen muss", sagt Grossmann. "In Bretstein gibt es einfach zu wenige Schüler. Nächstes Jahr wären es überhaupt nur fünf."

Gemeindesekretär Haingartner bestreitet diese Rechnung - er kommt auf zwölf Schüler. "Die wollen uns zudrah'n und aus", glaubt er, schon weil die "Reformpartner" Handfestes vorweisen wollen. Als Nächstes drohe die " Liquidierung" der Gemeinde durch Fusion mit den Nachbarn, womit die zielgerichtete Wohnbauförderung flachfalle - und à la longue der Rückfall in Zeiten der Feudalherrschaft, als die Gegend noch " Finsterpöls"hieß. Die Großeigentümer und Jagdherren spitzten bereits auf frei gewordene Gründe, sagt Haingartner: "Irgendwann fällt dann am Talbeginn ein Schranken herunter." (Gerald John, DER STANDARD, 29.5.2012

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 581
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Aussterben der ländlichen Regionen

in den gelesenen Berichten werden viele Dinge zusammen geworfen: Förderung im Agrarbereich, Verwaltungskosten in den kleinen Kommunen, Abwanderung, Angebot der Städte (Kultur, Einkaufen), Arbeitsplätze für Akademiker usw.
Ich erkenne keinen Sinn, wenn die ländlichen Regionen aussterben. In Graz wird das Trinkwasser blad knapp; bin gespannt, wie lange Wien noch ohne aufbereitetes Wasser auskommt (östl. der Donau); in den Städten werden Millionen für Kultur und Veranstaltungen ausgegeben (auch mit den Steuergeldern der Landbevölkerung, die sich ihre Feste selbstorganisiert); hohe Akademiker-Arbeitslosigkeit.
Welchen Sinn hat es Millionenstädte zu forcieren, die in Summe wesentlich mehr Kosten verursachen?

Ein Ort stirbt wegen Schließung der Schule?

Es ist schon sehr bedenklich wenn sich die Gemeindeverantwortllichen die etwas zu sagen haben, allesamt ja in einem familiären Verhältnis, das sterben der Gemeinde auf die Schließung der Schule hängen. Das Aussterben dieses Ortes hat ja schon vor Jahren begonnen, doch in den "fetten" Jahren wurde kein Grundstein für den auch zukünftigen Erhalt gelegt. Bevölkerungsstatistiken zeigen doch ein eindeutiges Bild vom Aussterben, Abwanderung der Gemeinde. In 10 Jahren ist der Graben leer, und welche Familien sich neu ansiedeln bleibt dahingestellt, sind das lauter Idealisten? Jene Familien die sich entschlossen haben ihre Kinder in den Nachbarort künftig zur Schule zu bringen, ernten kein Vertsändnis in der Gemeinde, sondern nur Unmut u. Ablehnung

ach wie sehr

wünsche ich mir doch wieder das öl zurück!
ihr politiker und banker, ihr anderen, ihr.. die bösen. warum habt ihr uns das billige öl weggetrunken? wir können doch nichts dafür dass wir ständig pendeln müssen, schließlich habt ihr eure infrastruktur so weit von unserem schönen blumental entfernt gebaut.
ich bin für: blumen in der stadt und weg mit den autos.

stadt oder land

es gibt ja nicht nur die alternative großstadt oder kuhkaff.

es wird vermutlich viele ortschaften geben, die mit der zeit aussterben werden. das heißt aber nicht zwangsläufig, dass der ländliche raum total entsiedelt wird.

es ist statistisch zu beobachten dass etwa in ländlichen bezirken die bezirksvororte bzw. größere und wichtigere marktgemeinden einen bevölkerungszuwachs verzeichnen, während kleinstgemeinden eben langsam veröden.

ein gutes beispiel hierfür ist das burgenland: im norden gibt es großteils nur größere ortschaften, zwischen denen oft auch 10km liegen.
der süden hingegen ist (noch) zersiedelter - kleinere gemeinden alle 2-3 km.

Gut so!

Die Agrarwirtschaft ist der Berufszweig mit dem geringsten Prozentsatz an Beschäftigten. Es ist nciht einzusehen dass man auf Grundlage von "Argumenten" (lol) wie "Tradition" "Brauchtum" oder ähnlich vorsintflutlichem Schwachsinn die Zersiedelung des Landes weiter unterstützt.

Unsere Föderale Politikgestaltung ist teuer und unhandlich genug wie sie ist, da braucht es keine 300er Gemeinden mit eigenem Bürgermeister, es braucht keine Strom und Wasserversorgung bis ins Letzte Nebental in Hinterschnarchforsten. Alle, wirklich ALLE Länder die sich in moderne Industrienationen gewandelt haben, sind den Weg der Urbanisierung gegangen oder tun dies derzeit.

Nur bei uns wehren sich die Ewiggestrigen...

Das Problem sind die immensen Landwirtschaftssubventionen, die einzelne "Bauern" am Leben halten obwohl sie weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll arbeiten(es bekommen ja die am meisten Förderungen, die am meisten Landbesitz haben und die größten "Tierfabriken" stellen).

Für diesen Schwachsinn werden bekanntlich 2/3 des EU-und ein ebenso nciht geringer Teil des nationalen Budgets verschwendet. Auf der anderen Seite wird bei Bildung, Infrastruktur und Gesundheitswesen gespaart und gemeckert was das Zeug hält, wenn irgendwo eine UBahn gebaut wird.

Wenn schon schimpfen, dann richtig.

Es sind zur Zeit etwas mehr als 1/3.

http://eur-lex.europa.eu/budget/da... N/BR01.pdf

Es laesst sich halt besser schimpfen wenn man einfach so einmal sehr hohe Zahlen in den Raum wirft, auch wenn diese aeusserst realtiaetsfremd sind... ;-)

Absolut richtig Zett

Man muss sich diesen Wahnsinn mal auf der Zunge zergehen lassen...da wird ein Wirtschaftszweig, der gerade mal 3% der Erwerbstätigen Beschäftigt mit dem Großteil der Mittel gefördert, während gleichzeitig das Bildungswesen verhungert, und die Industrie (ua. aufgrund des immer geringeren Know-How-Vorsprungs) in Billiglohnländer abwandert...

Ich finde das mit den % Erwerbstätigen eher nebensächlich. Im Gegenteil: In Österreich sind sogar zuviele Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Zuviele leben nur von Subventionen und erwirtschaften praktisch nichts(zahlen auch kaum Steuern da sie offiziell kaum Gewinn machen-trotz Subventionen, die mein Jahresgehalt oft weit übersteigen).

In den Niederlanden sind nichtmal 1% in der LW tätig...in Tansanie 75% (lt wiki). Ist wohl eine Frage wohin man sich entwickeln will...

Leute, Leute

Wenn man sich diese Kommentare so ansieht, wird mir angst und bang. Wie kann man nur so sein und alles nach "Rentabilität" bewerten? Sollen Mütter nicht mehr das Recht haben, behinderte Kinder zur Welt zu bringen, weil diese "unrentabel" sind? Wollt ihr, dass sich Dreiviertel von Österreich in Urwald verwandeln, wenn sich riesige Gebiete entvölkern? Wenn die ländliche Kultur verschwindet? Die Landbevölkerung hat heute schon einen niedrigeren materiellen Lebensstandard. Ihr jetzt noch die letzten Postbuslinien zu nehmen und ihre Kinder zu einer zweistündigen Anfahrt zur Volksschule zu zwingen, ist wirklich das Allerletzte.

rentabilität

wenn ich die wahl hätte zwischen einer schule, die ein paar km weiter weg ist, die sich aber, weil sie rentabler geführt werden kann, modernere lehrmittel leisten kann, und einer schule, die im ort ist, sich aber aufgrund der hohen pro-kopf-ausgaben für schüler nicht mal landkarten leisten kann, auf denen bereits die nachfolgestaaten jugoslawiens eingezeichnet sind, dann wähle ich eher die erste.

Das geht sich sonst nicht aus !!

Wir müssen zuerst 24,6 Millionen ZINSEN pro Tag zahlen. Alles was wir darüber erarbeiten geht dann einmal an unsere Politiker - und die sind alle unterbezahlt. Also es kann schon dauern bis wieder ein BUS fährt.

Die nächste Volksschule ist 8 km entfernt.

Womit glauben sie fährt die Bevölkerung dort noch damit man 2h für die Strecke braucht? Ochsenkarren?

Ein Schülerbus (9-Sitzer) genügt um die Kinder in 10min zur nächsten Schule zu bringen! Das funktioniert in vielen anderen Gegenden problemlos.

Haben Sie (vermutlich Wiener Bobo) eigentlich irgendeine Ahnung?

Sind Sie am Land aufgewachsen? Vermutlich nicht, aber ich schon. Schulweg in die 14 km entfernte Schule 1:20 Stunden. Zuerst 10 min Fußmarsch zum Sammelbus, der wieder 10 min in den 4 km entfernten Zentralort fährt. Dort auf den Postbus warten, der für die kurvenreiche Strecke - und das Stehenbleiben an jedem Birnbaum - 35 min braucht. Und dann Fußweg Von der Post in die Schule.
Im letzten Schuljahr - mit Führerschein und Auto - benötigte ich gerade 20 min für die Strecke.

in meiner burgenländischen heimatgemeinde gibt es 5 ortsteile. die volksschule ist im hauptort, der kindergarten in einem anderen ort der gemeinde.

ich bin als kleinkind täglich mit dem bus zum kindergarten. so wie die kinder der anderen 4 ortsteile.

damals waren wir noch neun kinder in einer schulstufe. mittlerweile hat die ganze schule noch ca. so viele schüler.
in der nachbargemeinde - 3km weg - ist es ähnlich: mehrere ortsteile, wenig schüler.

wo wäre der unterschied, ob kinder nun 3km weiter fahren, oder nicht?

Sind sie sicher

dass SIE eine Ahnung haben?

Hier gehts um Volksschule und nicht um Gym!

Kann mir keinen Ort vorstellen wo so die Zufahrt zur Volksschule ist (aber sie können ja schreiben woher sie kommen).

Mein Heimatdorf (1000 EW): Da fährt das Sammeltaxi in den Katastralgemeinden jeden einzelnen abholen.

Meine jetzige Gemeinde (7000 EW): Da fährt von allen Katastralgemeinden der Schulbus direkt vor die Schule.

Bretstein (der Ort um den's geht): 8km gerade aus dem Tal hinaus. Erklärns mir wie man da fahren muß um 1h zu brauchen.

Der "Bobo" sind Sie auch wenns ev. gar nicht in Wien wohnen.

Der alternativlose, verehrungswürdige, und zur Religion erklärte Kapitalismus hat auch seine Schattenseiten.

Trifft ja nicht alle !!! Also weiter so !!

Warum wird die Schule geschlossen? Weil es zu wenig Kinder gibt. Warum gibt es zu wenig Kinder? Weil die jungen Leute vom Land in die Stadt ziehen.

Warum sollte man mit irren Subventionen solche ländlichen Strukturen aufrecht erhalten, wenn die Leute dort einfach nicht mehr leben wollen? Das sind nicht nur Postbuslinien und Volksschulen, die da fehlen. Das sind kulturelle Angebote, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, Akademikerarbeitsplätze usw. Man kann die Stadt nicht aufs Land bringen und die Stadt bzw. ihre Angebote wollen die Leute. Es ist viel sinnvoller das Geld in den Ausbau städtischer bzw. stadtnaher Strukturen zu investieren und die ländlichen Gebiete teilweise aufzulassen. Sowas hat es in der Geschichte immer gegeben.

Leute am Land

(wo ich herkomme) brauchen keine dämlichen Events um Millionen von Euro, sondern grundlegende Strukturen, wie eine Schule mit Kosten von grad 100.000 Euro und vielleicht einen Postbusanschluss um 10.000.

Und sobald sie aus der Schule draußen sind ziehen sie in die Stadt, weil ihnen das Land einfach nicht genug Möglichkeiten bietet. Es ist Geldverschwendung jede noch so kleine ländliche Struktur erhalten zu wollen, wenn sich unter der Bevölkerung klar zeigt, dass die dort nicht wohnen will.

ernsthaft gefragt: wo soll die grenze sein? wenn es nur mehr einen schueler gibt bekommt der eben einen privatlehrer spendiert?

Und was fordert der "MARKT" als nächstes ?????

Was heißt Markt? Das nennt man demographische Entwicklung. Das Land bietet der jungen Bevölkerung einfach nicht mehr die Möglichkeiten, die diese haben will, weshalb sie in die Stadt(nähe) ziehen.

Einfach mal den antikapitalistischen Beißreflex zügeln und nachdenken...

Ist ja gut !! Ich muß ja auch damit leben.

Aber merkt hier keiner mehr daß der Markenartikel MENSCH, nur mehr nach Profit und erwartbarem Ertrag gehandelt wird! Für wen ????

Posting 1 bis 25 von 581
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.