London muss ohne Gebrselassie auskommen

Äthiopischer Laufstar scheitert in der landesinternen Qualifikation und zieht sich von der Bahn zurück

Hengelo/Niederlande - Haile Gebrselassie wird bei den Olympischen Spielen im Sommer in London fehlen. Äthiopiens Lauf-Superstar kam am Sonntag beim Leichtathletik-Meeting in Hengelo in den Niederlanden über 10.000 Meter nicht über Platz sieben hinaus. Sein siegreicher Landsmann Tariku Bekele war in der neuen Jahresweltbestzeit von 27:11,70 Minuten fast neun Sekunden schneller als Gebrselassie (27:20,39).

Die ersten zehn Plätze in dem schnellen Rennen gingen allesamt an Äthiopier. Das afrikanische Land darf dennoch nur maximal drei 10.000-Meter-Läufer zu Olympia entsenden. Die Quali-Hürde scheint für Gebrselassie, der sich nach dem Verpassen das Marathon-Teams überraschend auf der Stadionbahn zurückgemeldet hat, ein Ding der Unmöglichkeit. Der 39-Jährige lief lange in der Spitzengruppe, auf der Schlussrunde fehlte ihm aber die Spritzigkeit.

Keine Bahn mehr

Gebrselassie selbst, hat Olympia abgehakt. Das Rennen sei das letzte seiner Karriere auf der Bahn gewesen, erklärte der Äthiopier in einer Pressekonferenz. "Ich bin seit 2008 nicht mehr auf der Bahn gelaufen und werde es auch nicht mehr tun", sagte Gebrselassie. Der 39-Jährige will der Szene allerdings im Halbmarathon und Marathon erhalten bleiben.

Gebrselassie hat 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney jeweils Olympia-Gold über 10.000 m geholt. Der Ausnahmeläufer, der zuletzt im April im Rahmen des Vienna City Marathon in Wien zum zweiten Mal in Folge den Halbmarathon dominiert hatte, ist zudem vierfacher Weltmeister. Hengelo könnte sein letztes 10.000-Meter-Rennen gewesen sein. In den Niederlanden war Gebrselassie 1995 und 1998 jeweils Weltrekord gelaufen. (APA, 27.05.2012)

Share if you care