80.000 demonstrierten in Tiflis gegen Saakaschwili

Zu Protest hatte Milliardär Iwanischwili mit seiner Partei Georgischer Traum aufgerufen

Tiflis - In der Südkaukasusrepublik Georgien haben etwa 80.000 Menschen gegen Präsident Michail Saakaschwili protestiert. Zu der Protestaktion in der Hauptstadt Tiflis hatte der Milliardär Bidsina Iwanischwili mit seiner Partei Georgischer Traum aufgerufen. Es war der Auftakt des Wahlkampfes vor der Parlamentswahl Ende September. Die Kundgebung werde eine Machtdemonstration sein, hatte Iwanischwili angekündigt. Auch die frühere Parlamentspräsidentin und prominente Regierungsgegnerin Nino Burdschanadse beteiligte sich an dem Protestmarsch in der Millionenstadt, wie die Agentur Interpressnews am Sonntag aus der Ex-Sowjetrepublik meldete.

Saakaschwili reagierte demonstrativ gelassen. Es werde immer Zehntausende geben, die mit Reformen unzufrieden seien, sagte er. Die Opposition wirft dem Staatschef autoritäre Tendenzen vor und befürchtet, dass Saakaschwili, der 2013 nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren darf, Regierungschef werden will. Vor eineinhalb Jahren hatte das Parlament in einer umstrittenen Verfassungsänderung wichtige Befugnisse vom Staatschef auf den Ministerpräsidenten übertragen. (APA, 27.05.2012)

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