Umfragen: Konservative vor Linksbündnis SYRIZA

27. Mai 2012, 12:28
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Sozialisten auf Platz drei

Athen - Drei Wochen vor der erneuten Parlamentswahl in Griechenland hat die konservative Nea Dimokratia (ND) wieder in der Wählergunst zugelegt. In fünf am Sonntag veröffentlichten Umfragen waren die Konservativen mit 23,3 bis 25,8 Prozent der Stimmen wieder stärkste Kraft vor dem Linksbündnis SYRIZA (rund 22 Prozent). Vor wenigen Tagen war das Kräfteverhältnis noch umgekehrt. Die sozialistische PASOK (12.6 Prozent) landete erneut auf Platz drei.

Auf die Frage, mit wem er im Falle eines Wahlsiegs über die Bildung einer Regierung verhandeln werde, nannte ND-Chef Antonis Samaras in einem Interview mit der Zeitung "Real News" zwei Bedingungen. Er werde mit allen Parteien sprechen, die für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone sowie für Änderungen am Sparprogramm seien, sagte Samaras. Auch eine Zusammenarbeit mit SYRIZA sei nicht ausgeschlossen, wenn Parteichef Alexis Tsipras die Bedingungen akzeptiere.

SYRIZA lehnt die von den internationalen Geldgebern verordnete drakonische Sparpolitik im Gegensatz zu ND und Pasok strikt ab. Tsipras tritt aber für den Verbleib seines Landes in der Eurozone ein. Auch 82 Prozent der Griechen wollen den Euro behalten, wie eine neue Umfrage des Instituts Marc ergab.

Bei der Parlamentswahl am 6. Mai hatte keine Partei die absolute Mehrheit erreicht. Alle Versuche zur Bildung einer Regierung waren an einem Patt zwischen Befürwortern und Gegnern des drastischen Sparkurses in dem hoch verschuldeten Land gescheitert. Nun müssen am 17. Juni Neuwahlen stattfinden. Bis dahin wird das Land von einer Übergangsregierung geführt.

Die neu angesetzte Wahl dürfte über Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone entscheiden. Sollten die Gegner der Einsparungen den Sieg davontragen, gilt ein Austritt als wahrscheinlich. In einer MRB-Umfrage vor einer Woche lag Neue Demokratie ebenfalls knapp vor SYRIZA, Erhebungen anderer Institute zeigten jedoch ein anderes Bild. Zwei am Freitag veröffentlichte Befragungen sahen SYRIZA mit einem leichten Vorsprung. Auch ein knapper Wahlsieg wäre von erheblicher Bedeutung: Das griechische Wahlrecht sieht für die stärkste Partei einen Zuschlag von 50 der 300 Parlamentsmandate vor.

Der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND) warnte indes vor einer Aufkündigung des von internationalen Geldgebern geforderten Sparprogramms. Dies würde zum Ausstieg aus dem Euro führen, was für Griechenland "das Ende, eine absolute Katastrophe" bedeuten würde, sagte ND-Chef Antonis Samaras am Samstag beim Wahlkampfauftakt in Athen.

Durch die Rückkehr zur Drachme würde Griechenland in einen "unkontrollierbaren Bankrott" versinken und international jahrelang isoliert bleiben, warnte Samaras. "Es wird keine Nahrung, keine Medikamente und keinen Treibstoff geben. Griechenland wird in totaler Ohnmacht verharren", sagte der ND-Chef. Damit attackierte Samaras das Linksbündnis SYRIZA, das die von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Union und Europäischer Zentralbank (EZB) verordnete drakonische Sparpolitik strikt ablehnt. (APA, 27.05.2012)

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