Motiv des finnischen Heckenschützen weiter unklar

27. Mai 2012, 10:26
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18-Jähriger wählte Opfer offenbar "zufällig" aus

Helsinki - Nach dem Anschlag eines Heckenschützens in Finnland ist das Motiv des 18-Jährigen weiter unklar. Der Teenager werde über Pfingsten weiter verhört, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag im Rundfunksender YLE. Der junge Mann soll in der Nacht auf Samstag in der Kleinstadt Hyvinkää von einem Dach aus zwei jugendliche Nachtschwärmer erschossen haben. Bei seiner Festnahmen gestand er, dass er die Opfer zufällig ausgewählt habe.

Zwei seiner Opfer starben, sieben wurden verletzt. Als kritisch wurde auch am Sonntag der Zustand einer 23 Jahre alten Polizistin bezeichnet, die an den Tatort geeilt war. Sie hatte eine kugelsichere Weste getragen.

Nach Medienangaben hatte der Täter auf seinem Profil im Sozialen Netzwerk Facebook starkes Interesse an Waffen offenbart. Er soll bei der Tat mit zwei Gewehren bewaffnet gewesen sein, für die er nach Auskunft der Polizei keine Lizenz hatte.

Den Freitagabend hatte er offenbar mit Freunden in einem Gasthaus in seiner Heimatstadt eine Autostunde nördlich von Finnlands Hauptstadt Helsinki zugebracht. Noch kurz vor dem Amoklauf trug er nach Medienangaben auf Facebook über den Wirtshaus besuch ein: "Das hat Spaß gemacht, Kameraden."

Ein Sprecher der Kripo erklärte nach Medienangaben, der Täter sei nach ersten Ermittlungen ein normaler junger Mann mit Hobbys und Freunden gewesen. Er habe beim Verhör über den Tatverlauf berichtet, zu seinem Motiv aber geschwiegen. Die Zeitung "Helsingin Sanomat" berichtete, dass der 18-Jährige bei seinen stark an der Jagd interessierten Eltern gelebt habe.

Innenministerin Päivi Räsänen kündigte neue Initiativen zur Verschärfung des Waffenrechts an. Sie sagte, sie sei auch persönlich sehr betroffen, weil ihre eigenen Kinder einige der Opfer gekannt hätten. Das relativ lockere Waffenrecht in Finnland wird für die vergleichsweise häufigen Amokläufe mitverantwortlich gemacht. (APA, 27.05.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Polizist rekonstruiert in Hyvinkaa den Tathergang.

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