Letzter Platz für die Trackshittaz

27. Mai 2012, 08:57
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Österreich kam im 1. Halbfinale auf Platz 18 - Schweden gewann den Eurovision Song Contest in Baku

Baku - Während der Titel heuer nach Schweden ging, hat Österreich im 1. Halbfinale des Eurovision Song Contests auf Platz 18 und damit klar als Letzter abgeschlossen: Nach dem großen Finale am Samstagabend hat der Veranstalter EBU (European Broadcasting Union) die detaillierten Ergebnisse der Semifinali veröffentlicht. Zuvor war nur klargewesen, dass Österreichs Vertreter, die Trackshittaz, mit ihrer Disconummer "Woki mit deim Popo" keines der zehn Finaltickets im 18 Teilnehmer umfassenden Feld ergattert hatten. Die genaue Reihung war bis dato noch nicht bekannt.

Nun steht jedoch fest, dass sich Österreich im 1. Halbfinale mit mageren 8 Punkten geschlagen geben musste. Ganze 5 sind dem Nachbarland Schweiz zu verdanken, 2 Belgien und 1 Punkt dem fernen Island. Der vorletzte Platz im Finale, den Belgiens Vertreterin Iris mit "Would You?" belegte, erhielt mit 16 Punkten immerhin schon doppelt so viele wie die Mühlviertler Rapper.

Loreen gewinnt das große Wettsingen

In einer ganz anderen Kategorie spielte die schwedische Sängerin Loreen: Sie holte den Titel und landete mit ihrem mystischen Popsong "Euphoria" deutlich vor der Konkurrenz. Am Ende hatte sie 372 Punkte und damit 113 mehr als die russische Oma-Gruppe Buranovskiye Babushki ("Party for Everybody") auf Platz zwei. Für Schweden ist es der fünfte Sieg in der Grand-Prix-Geschichte, die 1956 mit einem kleinen Wettbewerb in Lugano begann. Zuletzt gewann das skandinavische Land 1999. Auch der berühmteste Sieg der Eurovisions-Geschichte war schwedisch: Abba 1974 mit "Waterloo".

Überraschend kam der Sieg in der Nacht zum Sonntag keinesfalls. Loreen war zuvor als Topfavoritin aller 42 Teilnehmer gehandelt worden, ebenso wie die russischen Babushki. Der dritte Platz für den serbischen Grand-Prix-Veteranen Zeljko Joksimovic war jedoch unerwartet. Und Aserbaidschan wird so langsam zu einer festen Größe in der Grand-Prix-Gemeinde: Diesmal landete Sabina Babayeva auf Platz vier - nach Platz eins, fünf, drei und acht in den Vorjahren. Also fünf Top-Ten-Platzierungen bei fünf Teilnahmen.

Überraschend schlecht schnitten die irischen Zwillinge Jedward auf Platz 19 ab - nach Rang acht im Vorjahr; und der 76-jährige britische Sänger Engelbert Humperdinck kam sogar nur auf den 25. und vorletzten Platz. Dabei hatte seine Ballade "Love Will Set You Free" Experten wie Fans überzeugt. Den letzten Platz belegte der Norweger Tooji.

Um den Musikwettbewerb in der früheren Sowjetrepublik im Südkaukasus hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben. Die Regierung des Landes unter Präsident Ilham Aliyev (Alijew) steht wegen ihres Umgangs mit Oppositionellen und wegen Verstößen gegen die Rede- und Pressefreiheit in der Kritik. Bis zum Tag des Finales kam es immer wieder zu Protesten, die die Führung mit Polizeigewalt unterband. Dutzende Regierungsgegner wurden allein in der letzten Grand-Prix-Woche verprügelt und festgenommen. (APA, 27.05.2012)

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