Es war einmal eine AUA

Kolumne25. Mai 2012, 19:35
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Ob es die AUA noch lange gibt, wenn es so weitergeht wie zuletzt?

Es war einmal eine AUA. Eine heimische Fluglinie, mit der man gern geflogen ist. Sie war - im Vergleich - pünktlich, effizient und vermittelte einen gewissen Qualitätsstandard. Das Personal war bemüht und freundlich. Dass das nicht selbstverständlich war, erlebte man beim Fliegen mit anderen Airlines.

Was man damals nicht so recht regis trierte: Die AUA war ein Sozialpartnerbetrieb, die Gewerkschaft und die Wirtschaftskammer sorgten gemeinsam für nette Gehälter, gute Bedingungen gegenüber der Konkurrenz und appellierten an die Regierung, wenn das Geld wieder einmal auszugehen drohte.

Dann änderten sich die Bedingungen: Billigflieger, schärfere Konkurrenz, die Kosten liefen davon. Es versuchten sich etliche Sanierer, darunter auch Scharlatane. Es fielen strategische Fehlentscheidungen, aber das Grundthema war die ungünstige Kostenstruktur.

Die AUA musste teuer an die Lufthansa verschenkt werden. Die AUA war kein Sozialpartnerbetrieb mehr. Das Personal (Boden und Bord) wurde merkbar mürrischer. Und zuletzt versäumten Kunden ihre Flüge, weil unter den Piloten eine Epidemie ausbrach.

Es ist sinnlos, hier die "Schuldfrage" zu stellen. Es hat sich eben auch das Umfeld geändert: neue Branchengegebenheiten, neuer Eigentümer. Die einzig relevante Frage ist, ob es die AUA noch lange gibt, wenn es - vonseiten des Personals, aber auch des Managements - so weitergeht wie zuletzt. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 26./27.5.2012)

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