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Problemfall: Josef-Weinheber-Büste am Schillerplatz.
Die Umbenennung des Dr.- Karl-Lueger-Rings in Universitätsring ist erst der Anfang: Eine Kommission arbeitet gerade die personenbezogenen Wiener Straßennamen auf. Noch heuer soll der Bericht fertig sein. Bis Ende Juni werde von der Forschergruppe eine Art "Shortlist" von Namen erstellt, sagt der Historiker Peter Autengruber dem Standard. Er schätzt, "dass man 50 bis 70 Namen anführen kann, die problematisch sind". Dabei gehe es um Personen, die etwa "tief im NS-System verstrickt sind oder deren Antisemitismus weit über das hinausging, was üblich war".
Rund 6500 Straßennamen gibt es, mehr als 4000 sind personenbezogen. Dazu will man im Projekt "Straßennamen Wiens seit 1860 als ,Politische Erinnerungsorte'" auch die fast 300 Parks einbeziehen, so sie personenbezogen sind. Bei den problematischen Fällen geht es allerdings nicht gleich um Umbenennungen, es werde Kontextualisierungen geben, sagt Autengruber, der dieser Tage die Neuauflage seines Lexikons der Wiener Straßennamen präsentiert. Die Akademie der bildenden Künste z. B. verlangt eine Kontextualisierung der Büste Josef Weinhebers am Schillerplatz. Nach dem NS-Dichter ist auch ein Platz benannt. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny will die Fälle nach und nach abarbeiten: "Kürzlich haben wir eine Zusatztafel neben die Stalin-Tafel in der Schönbrunner Straße montiert. Aber wir können nicht auf einen Schlag die gesamte Stadtgeschichte kontextualisieren." (pm, trenk, DER STANDARD, 26./27./28.62012)
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