Ausweichquartier für Ziesel

25. Mai 2012, 19:32
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Verträge für Ersatzflächen fertig für Unterzeichnung

Wien - Werden die Ziesel nördlich des Heeresspitals freiwillig übersiedeln und künftig auf dem Gelände doch noch 900 geförderte Wohnungen errichtet? Die Bauträger jedenfalls unternehmen einiges, um den gefährdeten Nagern ein Ausweichquartier schmackhaft zu machen. Aus Zieselsicht heißt "schöner wohnen": Eine Blumenwiese mit vereinzeltem Buschwerk, das Schatten spendet.

MA 23 muss "Umlenkungsmaßnahmen" bewilligen

Damit die Ausgleichsflächen umgestaltet werden können, mussten die Bauträger Kabelwerk und Donaucity erst Verfügungsrechte erwerben. "Die Verträge sind jetzt unterschriftsfertig", sagte Kabelwerk-Geschäftsführer Peter Fleissner am Freitag. Garantie, dass die Tiere das neue Habitat auch annehmen, gibt es keine - so ist noch nicht klar, ob sie die Brücke über den Marchfeldkanal nehmen werden, um sich im Schutzgürtel jenseits des Wassers anzusiedeln. Zoologin Ilse Hofmann von der Uni Wien, die das Projekt im Auftrag der Bauträger durchführt, hat auf der Fläche, auf der die Wohnungen gebaut werden sollen, im Vorjahr 126 Ziesel gezählt. Im gesamten Gebiet leben rund 800 Tiere. Nun muss die MA 23 (Umwelt) die "Umlenkungsmaßnahmen" bewilligen.

Mögliche Beschwerde bei der EU-Kommission

Die Bürgerinitiative, die gegen das Bauvorhaben 4000 Unterschriften gesammelt hat, überlegt dennoch, eine Beschwerde bei der EU-Kommission einzubringen. Sie beruft sich auf ein Schreiben des Umweltministeriums, wonach eine Verbauung eindeutig gegen die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU verstoße. (fern, DER STANDARD, 26./27./28.5.2012)

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