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Rodrigo Jorquera (32), Nickname Salsabor, ist seit 2009 bei den Piraten und arbeitet auch als IT-Consultant.
Standard: Was ist dran am Lokalverbot für die Piraten im Gasthaus Wratschko? Sie sollen in eine Rangelei verwickelt gewesen sein. Toni Straka von der Wiener Landespartei fordert Ihren Parteiausschluss.
Jorquera: Das Lokalverbot gibt es nicht. Es war aufgeheizte Situation, aber keine Rauferei. Ich bin zu einem lauten Kollegen hin und habe ihn gebeten, ruhig zu sein.
Standard: Wurde es handgreiflich?
Jorquera: Nein. Ich bin sehr nah zu ihm gekommen und hab ihn dabei mit der Brust berührt. Das war's. Dabei sind ein paar Tropfen Bier verschüttet worden.
Standard: 2011 soll es eine ähnliche Situation gegeben haben.
Jorquera: Das war die gleiche Person. Er hat einen Streit angefangen, daraufhin hab ich ihn gebeten zu gehen. Das hat er nicht gemacht. Also hab ich ihn fixiert, um ihn zu beruhigen.
Standard: Gehört das zu den Piraten, ein rauer Umgang?
Jorquera: Hin und wieder gibt's deftige Diskussionen wie bei anderen Parteien auch.
Standard: Warum wurde der Vorfall so aufgebauscht?
Jorquera: Es geht hier nicht um Wien gegen den Bund. Ich habe Straka das Küberl und das Schauferl aus seiner Sandkiste weg_genommen. Jetzt provoziert er _und versucht den Piraten zu schaden.
Standard: Baut sich da eine Fehde zwischen Bund und Wien auf?
Jorquera: Wenn wir größer werden, brauchen wir Teamplayer. Bei der Wiener Mediengruppe von Straka war das nicht der Fall.
Standard: Wie ist das Verhältnis zu anderen Landesorganisationen?
Jorquera: Mit Tirol gab es eine Mediation. Da war das Problem mit „Hellboy" und Alexander Ofner. (Anm.: Wurde am 19. Mai aus dem Vorstand gewählt). In Graz hab ich den Landesparteitag moderiert, in Kärnten war ich als Mediator.
Standard: Welche Partei haben Sie früher selbst gewählt?
Jorquera: Ich war Sozialist. Ich habe geglaubt, was sie gesagt haben, bis ich nachgeforscht habe.
Standard: Haben Sie sich übers Ohr gehauen gefühlt?
Jorquera: Ich habe die Verteilungsgerechtigkeit in den Zahlen nicht wiedergefunden. Normal arbeitende Menschen können sich immer weniger leisten.
Standard: Der Klassiker: Warum gibt es so wenig Piratinnen?
Jorquera: Weil wir aus einer Nerd-Partei entstanden sind, in der IT-Branche sind Frauen nun mal nicht in der Mehrheit.
Standard: Suchen die Piraten gezielt nach Frauen?
Jorquera: Wir bemühen uns, Frauenthemen anzusprechen.
Standard: Die da wären?
Jorquera: Die Themen, die bis jetzt Frauen angezogen haben, waren soziale Themen, Bildung, Hochschulpolitik.
Standard: Welche Ideen gibt es für Gesundheits- und Sozialpolitik?
Jorquera: Wir arbeiten an einem Modell für bedingungsloses Grundeinkommen.
Standard: Ein Politologe hat Ihre Wähler als „junge Männer in technischen Berufen" bezeichnet. Ist das Spektrum zu klein, um alle Wutbürger anzusprechen?
Jorquera: Vielleicht waren es die jungen ITler, die das ins Laufen gebracht haben, aber mittlerweile wird das Internet als Tool zur Partizipation allen angeboten.
Standard: Sind die Piraten einfach die parteipolitische Konsequenz von Anonymous ?
Jorquera: Wir sind die Konsequenz des Mediums Internet plus der Reaktion auf die Analogparteien: Es geht nicht darum, einen Twitter-Account zu haben, sondern Transparenz durch neue Medien zuzulassen.
Standard: Wie viele Mitglieder haben die Piraten jetzt?
Jorquera: 1150, seit April wachsen wir täglich um etwa 30 Personen. Das ist auch unser Problem: Wir wachsen zu schnell. Unsere Strukturen sind ausgerichtet auf eine kleine Stammtischpartei.
Standard: Was ist die Motivation für den starken Zulauf?
Jorquera: In Berlin haben die Piraten das Dogma der Unwählbarkeit beseitigt. Zusätzlich steigt der Frust gegen die Altparteien.
Standard: Nicht rechts, nicht links - lässt sich das durchziehen?
Jorquera: Es muss möglich sein. Aus der ideologischen Spaltung kommt die Kampfrhetorik.
Standard: Gibt es eine Partei, mit der sie koalieren würden?
Jorquera: Die Frage lautet: Gibt es eine Partei, die ihre Strukturen so offenlegen würde wie wir?
Standard: Wenn beispielsweise die FPÖ das tun würde?
Jorquera: Wir stehen für Freiheit und Offenheit, da hätten wir wohl ein Problem mit der FPÖ. Bei der Transparenz hätten wir ein Problem mit der SPÖ und der ÖVP.
Standard: Haben Sie Sorge vor rechter Unterwanderung?
Jorquera: Nein, aber so lange wir noch klein sind, gibt es die Gefahr. (Das Gespräch führte Julia Herrnböck, DER STANDARD, 26.05. 2012)
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http://piratenpartei-wien.at/download/... -05-24.mp3
das mal anhören ... da greifst dir an den kopf ...
Ja so kenne ich die ppö.
Einer wichtigsten Themen der ppö ist die Geschäftsordnung. (nur ein anderes Wort für Postenschacher)
War mal öfter bei einem Stammtisch dabei, nur als interessierter Zuhörer. Zweit Wichtigstes Thema ist das Protokoll....
Jupp jetzt wissen wir wie es in Parteien und bei ihren Sitzungen zugeht. Danke ppö schon das ist wichtig. Ergebnisse werden überbewertet. Es geht um die Partei (Interessenvertretung für sich selbst)
die Verfechter von Gratisdownload und freiem Teilen werden den Namen "Piratenpartei" wohl nicht markenrechtlich geschützt haben, oder?
Also kann jeder der möchte eine neue Piratenpartei gründen.
Und vielleicht sogar markenrechtlich schützen, har har.
...und der erfolg wäre die umgehende einrichtung einer schutztruppe gegen linke gewalt.
diesmal dann in blauen mänteln, statt schwarzen...
eskalation wäre seitens der rechten durchaus erwünscht, denn für die existierende linke, bzw. deren vertreter, bräuchte man nicht mal muskelstrotzene glatzen, ein paar wirtshauserfahrene favoritner prügeln gleich ganze bobo - horden den ring entlang.
sei vorsichtig was du dir wünscht!
Standard: Nicht rechts, nicht links - lässt sich das durchziehen?
Jorquera: Es muss möglich sein. Aus der ideologischen Spaltung kommt die Kampfrhetorik.
und aus der ideologielosigkeit der piraten kommt,
dass es zur spaltungen und handgreiflichkeiten kommt, noch bevor es überhaupt ein parteiprogramm gibt
Pardon, aber schlecht sozialisierte, nicht demokratiefähige Deppen gibt es in jeder Partei.
Nur bei den Piraten wird sowas medial aufgebauscht, weil sich halt die etablierten Organisationen der Nutzmenschhaltung bedroht fühlen und daher ihre Medien-Macht mobilisieren.
Für intelligente, kritische Menschen ist das nur ein Zeichen, für den Zustand permanenter Desinformation durch die angeblich freie Presse.
Und die obrigkeitsgläubigen Nutzmenschen fühlen sich bequem in ihren Vorurteilen bestätigt und müssen nicht anfangen, kritisch zu hinterfragen oder nachzudenken.
Alles wie immer.
Um eine Verhaltensänderung durch Erkenntnisfindung einzuleiten, kann ein neues Mem hilfreich sein.
Bekanntlich sind alte, etablierte Begriffe selten viral erfolgreich.
Als verbale Gegenwehr gegen die Behauptung, wir leben in einer Demokratie, ist ein neuer Begriff also wahrscheinlich effektiver.
Endlich tut sich was in der Politlandschaft. Wurde auch Zeit. Ob die Piraten wählbar sein werden, wird sich noch zeigen. Ich erinnere mich noch gut an das Chaos der Grünen wie sie gegründet worden sind. Daher sollte man so fair sein und ihnen ein bisschen Zeit geben bevor man sie schon für unwählbar hält.
ich hab mir heute die 3stündige "sitzung" von gestern(?) angehört. wahnsinn was da abgegangen ist. wie im kindergarten. ein scheinbar betrunkener hat auch abundzu irgendwas gelallt.. der tony ist extremst arrogant und unsympathisch. so kann das nix werden.
"Also hab ich ihn fixiert, um ihn zu beruhigen."
"Ich bin sehr nah zu ihm gekommen und hab ihn dabei mit der Brust berührt. ... Dabei sind ein paar Tropfen Bier verschüttet worden."
Ehrlich gesagt erinnert mich das an Strache! 3 Bier..
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