Bewerber: Offene Türen im Firmen-Finanzbereich

25. Mai 2012, 17:12
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Die aktuelle globale Umfrage unter Finanzvorständen zeigt für Europa ein eher pessimistisches Bild. Dennoch seien die Chancen für Einsteiger sehr gut, sagt Berater Michael Page

Weltweit stehen die Finanzvorstände (CFOs) in Unternehmen gewaltig unter Druck. In Europa sehen sie ihre Karriereperspektiven pessimistisch, die Personalplanung in ihren Departments sehr eingeschränkt, und die meisten erwarten global gesehen mehr Verantwortung in ihrer aktuellen Position. Folglich geben so gut wie alle an, sie müssten ihre Kompetenzen erweitern - die größten Defizite sehen die Firmenfinanzer dabei in ihren kommunikativen Fähigkeiten, in Präsentationstechniken, aber auch im Bereich Strategisches Management und General Management (44 Prozent).

Fast 4.400 Online-Fragebögen hat der international tätige börsennotierte Personalberater Michael Page für diesen CFO-Barometer ausgewertet. Überwiegend wurden Männer befragt, der Frauenanteil in diesem Bereich liege durchschnittlich erst bei 15 Prozent, wie Yannick Coulange, Geschäftsführer von Michael Page in Österreich, erklärt. Ebenso in der Studie zu sehen: Frauen in diesen Positionen finden sich im unteren Einkommensbereich - von geschlechtsneutraler Bezahlung kann also nicht die Rede sein.

Für Coulange geht die Tendenz bei den CFO-Positionen ganz klar von einer operativen Stelle hin zur rechten Hand des Generaldirektors, zum Boardmitglied, das sowohl fachlich als auch strategisch gefordert ist. Das ebne den Weg an die Unternehmensspitze, die Position werde aber immer anspruchsvoller. Von IT über Human Resources bis zum Recht werde von Finanzchefs derzeit Expertise verlangt - vor allem in kleineren Unternehmen, wie etwa die Struktur in Österreich ist. Hier sind die Finanzchefs mit Mitte 30 auch relativ jung.

Lebenslanges Lernen

Dass lebenslanges Lernen basale Voraussetzung für ihre Karriere ist, bejahen fast alle CFOs weltweit, um Prozess- und Kostenoptimierung kommt auch keiner herum. Für neue Jobs heißt es auf diesem Level meistens: wechseln, oft auch geografisch.

Trotz unsicherer und krisenhafter Umweltbedingungen, trotz Rekordarbeitslosigkeit und einer guten Portion Pessimismus in Europa hat Geschäftsführer Coulange gute Nachrichten für Einsteiger (Absolventinnen) in Österreich: Für operative Einstiegspositionen werde immer gesucht, da herrsche sogar Mangel - vom Junior Controller über den Einstieg in der internen Revision, der Buchhaltung oder Compliance ebenso wie in der Finanzanalyse oder im Supply-Chain-Management.

Coulange muss es wissen - er ist auf diesen Bereich spezialisiert, Michael Page hat im Vorjahr rund 200 solcher Stellen dauerhaft besetzt. (Karin Bauer, DER STANDARD, 26./27.28.5.2012)

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