Was im Berufsbild Steuerberater wirklich steckt

25. Mai 2012, 17:02
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Das Berufsbild des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers ist nach wie vor im Wandel begriffen. Man wünscht sich mehr Juristen

Drei Themenblöcke wurden im Rahmen der Podiumsdiskussion "Bist du besteuert? - AkademikerInnen in Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung" diese Woche Dienstag in der Aula des Uni-Campus besprochen: Berufsbilder, Aus- und Weiterbildung sowie Karrieremöglichkeiten. Uniport, das Karriereservice der Universität Wien, lud zur Veranstaltung, bei der rund 60 Studierende, vorwiegend Juristen und Betriebswirte, anwesend waren.

Einigkeit herrschte darüber, dass der Berufsstand - wenig überraschend, war es doch ein Gespräch unter Branchenexperten - an Bedeutung gewinne. Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Argument nicht. Nicht nur hat sich das Arbeitsspektrum der Steuerberater/Wirtschaftsprüfer erheblich erweitert und auch internationalisiert, die Wirtschaftskrise und all ihre Folgen bringen den Experten auch Geschäft.

"Brauchen mehr Juristen"

Aus der Suche nach jungen, begabten Akademikern machte auch deshalb keiner der Diskutanten einen Hehl. Vor allem würde man sich, so Herbert Kovar, Partner und Geschäftsführer von Deloitte, über mehr Juristen freuen. Kovars Gesprächspartner am Podium - Michael Dessulemoustier, Geschäftsführer Moore Stephens City Treuhand, Reinhard Rindler, Partner BDO, und Ulf Zehetner, Partner KPMG - stimmten dem zu. Auch bei den entsprechenden Qualifikationen war man sich einig. Neben solidem fachlichem Background lege man besonders auf entsprechende soziale, emphathische Fähigkeiten wert. Und nicht zuletzt das Erkennen und das Arbeiten in größeren Kontexten sowie die Selbstorganisation seien nach wie vor zentral.

Fachliche Weiterentwicklung gehöre, so der Tenor, zum Alltag in Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsinstituten, nicht allein die wechselnde Gesetzeslage im Bereich mache dies notwendig. Insgesamt werde das Arbeitsfeld komplexer. Eingemahnt wurde, das Generalistentum nicht ganz außen vor zu lassen. Nach wie vor wünschen sich Kunden einen Ansprechpartner ihres Vertrauens. Und der muss, so zeigt die Entwicklung, immer mehr können. (red, DER STANDARD, 26./27./28.5.2012)

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