Fall W.: Suche nach Leiche wird nach Detailplanung fortgesetzt

25. Mai 2012, 16:48
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41-Jähriger am Freitag erneut einvernommen - Verdächtiger könnte bei Suche anwesend sein

Wiener Neustadt - Die Suche nach der Leiche der seit mehr als zehn Jahren vermissten Heidrun W. (37) ist derzeit unterbrochen. Sie soll erst dann fortgesetzt werden, wenn die Detailplanung abgeschlossen ist, erklärte Bundeskriminalamts-Sprecher Mario Hejl am Freitag auf Anfrage. Dafür müsse nicht nur das unwegsame, 50 Hektar große Gelände bei Lanzenkirchen in der Buckligen Welt (Bezirk Wiener Neustadt) in Niederösterreich systematisch in Raster eingeteilt werden, sondern auch genau geplant werden, wie viele Leichenspürhunde und Polizeibeamte dabei zum Einsatz kommen. Die Planung dürfte daher voraussichtlich noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Am Freitag wurde der unter Mordverdacht stehende 41-jährige Tischler erneut einvernommen, um die Örtlichkeit, an der der angeblich tödliche Unfall passiert sein soll, besser lokalisieren zu können. Heidrun W. ist seinen Angaben zufolge bei einem Waldspaziergang mit dem Kopf auf einen Stein gestürzt, er habe die Sterbende in Panik zurückgelassen. Wenn sich der Verdächtige kooperativ zeigt, was bisher laut Hejl der Fall sei, könnte er auch persönlich bei der Suche dabei sein. Darüber werde aber ebenfalls noch entschieden.

Verdächtiger in U-Haft

Der 41-Jährige befindet sich seit gestern, Donnerstag, Abend in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft. Das Gericht sah nach einer mehrstündigen Haftverhandlung offenbar den "dringenden Tatverdacht" der Anklagebehörde bestätigt. Der Mann galt schon ein Jahr nach dem Verschwinden der 37-Jährigen als Verdächtiger, weil er als Verfasser eines "Abschiedsbriefes" ausfindig gemacht worden war, der vier Tage nach dem Verschwinden der Frau bei deren Ehemann einlangte. Ein "tragfähiger Beweis für eine Täterschaft" konnte damals laut Polizei jedoch nicht erbracht werden.

Heidrun W. gilt seit dem 28. September 2001 als vermisst. Die Kindergartenhelferin wollte an jenem Tag ihren sechsjährigen Sohn um 11.30 Uhr von der Schule abholen, kam dort aber nie an. Sie wurde mittlerweile für tot erklärt. Seit einigen Monaten wird der Fall vom Cold Case Management im Bundeskriminalamt (BK) neu aufgerollt. (APA, 25.5.2012)

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