Schärfere Gesetze gegen Stress im Job

25. Mai 2012, 14:48
  • Immer schneller, schneller, schneller - die psychische Belastung im Job macht krank.
    foto: rainer sturm/pixelio.de

    Immer schneller, schneller, schneller - die psychische Belastung im Job macht krank.

Ab 2013 soll neben der körperlichen auch eine psychische Evaluierung der Arbeitsplätze stattfinden. Arbeitgeber werden in die Pflicht genommen

Massive Arbeitsüberlastung, Stress und psychischer Druck sind verantwortlich für immer mehr Krankenstandstage in Österreich. Nun soll sich zum Schutz der Arbeitnehmer konkret etwas zum Positiven verändern: Diese Woche haben sich die Sozialpartner darauf geeinigt, das Arbeitnehmerschutzgesetz, das Arbeitsinspektionsgesetz und die arbeitsmedizinische Ausbildungsverordnung zu novellieren - derzeit ist alles in Begutachtung.

Kern der Neuerungen, die ab 2013 wirksam werden sollen, ist die Erweiterung der Evaluierungsverpflichtung, heißt es von der Arbeiterkammer in einer Aussendung: Es kommt eine klare und eindeutige Verpflichtung, psychische Belastungen der Arbeit zu erheben, zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zur psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer festzulegen und umzusetzen. Arbeits- und Organisationspsychologen sollen diese Evaluierung vornehmen. Das ist neu, denn bisher mussten Arbeitgeber nur sicherstellen, dass der Arbeitsplatz nicht körperlich krank macht.

Weitere inhaltliche Neuerungen: 

  • Die Aufgaben der Arbeitsinspektion werden um den Schutz der Integrität und Würde der Arbeitnehmer erweitert. 
  • Die Dauer der Ausbildung zum Arbeitsmediziner wird um 30 Stunden auf 390 Stunden erhöht.
  • Bei der praxisgerechten Evaluierung psychischer Belastungen sollen die Betriebe durch Informationen und Beratung unterstützt werden.

Der Hintergrund: Laut internationale Studien sind in Europa zwischen 50 und 60 Prozent der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle in der einen oder anderen Form auf Stress in der Arbeit zurückzuführen sind. Die dadurch bedingte Verringerung der Arbeitsleistung und -produktivität führt zu gesamtwirtschaftlichen Kosten von bis zu 3,3 Milliarden Euro. (mat, derStandard.at, 25.5.2012)

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90% Förderung über die OÖGKK

"Betriebliche Gesundheitsförderung" als moderne Unternehmensstrategie beginnt schön langsam ins Bewusstsein vorzudringen.

Die OÖGKK fördert Projekte für die Betriebliche Gesundheitsförderung: Wenn ein Betrieb ein solches Projekt starten möchte, fördert die OÖGKK ein solches Projekt mit 90% (für Betriebe bis 49 MA) bzw. mit 80% (für Betriebe ab 50 MA).
Mehr Infos gibts auf:

http://www.netzwerk-bgf.at/portal27/... &p_tabid=2

Psychodruck ist selbstverständlich

Also, in der Branche, in welcher ich bisher immer gearbeitet habe, ist es ungeschriebenes Gesetz, dass man zu kathastrophalen Bedingungen zu rackern hat; Psychodruck selbstverständlich inklusive.
Wenn man da plötzlich aufzeigt, und an ein Arbeitsrecht erinnert, wird man nur ausgelacht und darf danach gehen, um für jemanden Platz zu machen, der schon gierig auf so eine Stelle wartet - und weiß, dass er sich so lange ausbeuten lassen wird, bis er selber zusammenklappt ...
Ich denke, das ist heutzutage bei fast allen besseren Stellen/Branchen so. Da zeigen solche "Gesetz-Ideen" wieder mal, wie weit dauernd an den realen Bedingungen vorbeigezielt wird.

Da zeigen solche "Gesetz-Ideen" wieder mal, wie weit dauernd an den realen Bedingungen vorbeigezielt wird.

Würden Gesetze niemals an den "realen" Situationen vorbeizielen- dann gäbe es keine.
Die reale Situation eines Einbrechers ist, dass er das Geld im Tresor, den Familienschmuck, den Flat- TV haben möchte - dennoch zielt das Strafgesetz an dessen Realität vorbei.
Die reale Situation von Unternehmen ist, dass sie den größten Profit für Aufwände gegen Null hin erzielen möchten - und wiederum zielen ASchuG, AVG usw. daran vorbei.
Gottseidank sind Gesetze so miserable Schützen!

Psychodruck ....

Da kann man nur sagen "weltfremd". In meinem Job interessiert es auch keinen ob ich von 06.30 Uhr bis 22.00 Uhr im Büro bin.

Denn die Unternehmen haben sich ja an Gesetze zu halten. Und die DienstnehmerInnen müssen ihre Rechnungen zahlen. So schauts aus

Also - wo kein Kläger - da kein Richter. Daher wird kaum jemand zum Arbeitsinspektorat laufen und sagen "bitte ich weiss was .... ".

ich sehe diese Initiative sehr positiv

denn was gesetzlich verankert ist, kann man wohl auch einfordern/-klagen. Bisher gibt es viel zu wenig Maßnahmen für Mobbing-Opfer und gegen mobbende Vorgesetzte, die den Psychostress erst anzetteln. Ich begrüße die Maßnahme, da jetzt endlich nicht nur körperlich belastende Situationen bewertet werden. Es gibt ja - wo ich arbeite - genügend Mitarbeiter die die psych. Belastung selbst am eigenen Leib erfahren haben und sich auch als Zeugen hergeben würden, wenn eine ArbeitnehmerIn sich juristische Schritte überlegt. Nach der jetzigen gesetzlichen Lage ist es schwierig/unmöglich bei Psychoterror durch die Vorgesetzte etwas zu unternehmen. In Zukunft dürfte das einfacher werden.

wer macht die Evaluirung?

"Kern der Neuerungen, ... ist die Erweiterung der Evaluierungsverpflichtung, ... Es kommt eine klare und eindeutige Verpflichtung, psychische Belastungen der Arbeit zu erheben, zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zur psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer festzulegen und umzusetzen."

Ich vermute einmal der Arbeitgeber?!
Gerade im Gesundheitsbereich, in dem in den letzten Jahren kräftig an Personal gespart wurde um den Profit zu maximieren, werden die physischen und psychischen Belastungen geleugnet.
Fragt man die Arbeitgeber, so ist alles in Ordnung und für die Angestellten wird das best mögliche getan. Papier ist geduldig.

Fragt die Angestellten nach den Belastungen!!!!
Nur so macht die Evaluierung sinn

Solche Evaluierungen werden...

... von den SFK, SVP, Betriebsärzten, Betriebsräten und AG im Betrieb durchgeführt. In Betrieben ab einer bestimmten Größen hat zumindest 2mal jährlich ein ASA- Ausschuss (Besetzung siehe oben) stattzufinden.

Im Rahmen der BGF evaluiert eine Steuergruppe, wiederum mit derselben Besetzung.

schärfere gesetze für den schutz der arbeitnehmer?

also bitte! wohin kommen wir denn da! wie wir gerade tagtäglich aus den medien entnehmen können ist der weg zur glückseeligkeit - bzw. zum gewinn der unternehmen - gepflastert mit der aufgabe aller arbeitnehmerrechte.

schauen wir mal nach griechenland&co und dann hören wir uns mal die aussagen der eu-politiker dazu ein wie das land den zu retten wäre. "abbau der hürden am arbeitmarkt" wird da ganz nett genannt was in wahrheit bedeutet: ausbeutung der arbeitnehmer!

will man den Urlaub auf 18 Wochen erhöhen?

für einige Branchen (meist in Verbindung mit den sog. Personalvermittlern) wird es dann wohl nichts mehr zu lachen geben...

Kommt drauf an. Wenn der Strafrahmen bei 1-10EUR liegt, was mich nicht wundern würde, wird sich nix ändern.
Richtig ist, dass das Pack weggesperrt gehört inkl Verpflichtung einer Angabe über die Strafe im Lebenslauf.

Halb so schlimm, weil so eine Strafe im Lebenslauf den zukünftigen Arbeitgeber kaum stören würde.

Wenn der Abgestrafte von 40 Arbeitsjahren 35 (fordere ich als Mindeststrafe) im Gefängnis sitzt, wird er Probleme haben einen Job zu finden mangels Erfahrung und Fortbildung. So nebenbei, bei so einer Haftstrafe will ich die Pensionshöhe sehen.
Sie sehen, für alles gibts einen Lösung.

35 Jahre konkret WOFÜR?

Macht aber nichts - für viele wird's nicht viel unangenehmer nach Bratislava zu pendeln als nach Wien.

Für Personalvermittler, dafür. Aber ned weiter sagen, auf das müssen die Herrschaften selbst draufkommen, sonst verlängert sich das Strafmaß um 5 Jahre automatisch.

Bitte nur zu, ab nach Bratislava, so viele Arbeitsplätze gibts dort aber auch ned.

Da haben wir aber Glück, dass solche Spinnereien nur theoretisch bleiben.

Seit wann ist Stress im Job Glück?

Und wir wundern uns warum...

..wir immer mehr an Boden, gegenüber den "Billigländern" wie China verlieren.
Unser Wohlstand (soweit mir bekannt, liegen wir auf Position 8 weltweit) macht uns immer fauler und treibt uns mittelfristig in den Ruin. Griechenland ist dafür ein hervorragendes Beispiel!
Nur weiter so, mit all den Regulierungen "zum Wohle der Bürger", die nächste Generation wird uns hassen für die Scherben die wir Ihnen überlassen!

Danke, dass Sie uns als LeistungsträgerIn an unsere Faulheit erinnern! Womöglich hätten wir es sonst in unseren gemütlichen Lehnsesseln daheim gar nicht bemerkt, dass der Lebensstandard in Österreich schon weit hinter dem der Chinesen liegt.
<Ironie off>

Die Frage die sich jeder selbst stellen kann:

Arbeiten ich um zu leben oder lebe ich um zu arbeiten?

Sie arbeiten...

...um zu arbeiten.

ausserdem

die Chinesen rüsten auch auf diesem Gebiet bereits massiv auf ...

als einer

der selbst arbeitsplatzbezogene Bewertungen durchführt, sehe ich diese Entwicklungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits wird immer mehr Papier produziert, das sehr wenige lesen, anderseits sind das Instrumente, die uns Risiken oft erst bewusst machen. Gut durchgeführt helfen diese Instrumente schon. UND - nicht zu vergessen - wenns einmal geschrieben ist, kann niemand sagen, er hats nicht gewusst. Das erzeugt schon Druck, da solche Aufzeichnungen gerichtsrelevant sind, falls einmal etwas passiert ist ...

Nach 25Jahren aktivem Weghören

wird der Arbeitsmediziner Leymann endlich auch von der k.k.Arbeitsinspektion wahrgenommen.
Aber wer schmeisst jetzt die Weghörigen raus?

es wird zeit, über eine ..

.. beweislastumkehr in mobbingfällen nachzudenken, dann wird so ein ansinnen auch mit dem nötigen ernst behandelt

WIE sollen's beweisen, dass jemand nicht gemobbt wurde? Zeugenaussagen?

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