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Wien - Dutzende Gräber von Angehörigen des südafrikanischen Volkes der San wurden 1908/09 von dem österreichischen Anthropologen und Ethnographen Rudolf Pöch (1870-1921) und seinen Mitarbeitern geschändet, menschliche Überreste trotz der Proteste von Verwandten und Nachbarn entfernt und für Zwecke der "Rassenforschung" nach Österreich gebracht. Auch nach südafrikanischem Recht waren diese Handlungen illegal, Pöch brach sein von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften finanziertes Forschungsprojekt vorzeitig ab und kehrte nach Wien zurück, wie Universitätsprofessor Walter Sauer, der Leiter des Wiener Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC), in der abgelaufenen Woche in einem Vortrag zur Wiedergutmachung kolonialen Unrechts der Habsburgermonarchie darlegte.
Als Sammler anthropologischen und ethnographischen "Studienmaterials" und Begründer des Instituts für Anthropologie und Ethnographie an der Universität Wien wurde Rudolf Pöch berühmt und nach seinem frühen Tod geehrt. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof.
SADOCC hatte bereits 2007 aufgrund der Forschungen der südafrikanischen Historiker Martin Legassick und Ciraj Rassool die pietätlosen Praktiken Pöchs erstmals in Österreich thematisiert. Im April 2012 fand zumindest die Geschichte von zwei von Pöch geraubten Leichen, jener des Ehepaares Klaas und Trooi Pienaar, ihren Abschluss durch die Rückgabe an Südafrika, wo die Wiederbestattung bevorsteht. Als Rechtsnachfolger der Habsburgermonarchie hat sich die Republik Österreich bei Südafrika entschuldigt. Nun gehe es darum, "die belastete Geschichte positiv zu bewältigen - zum Beispiel durch ein Kulturabkommen zwischen Österreich und Südafrika", forderte Walter Sauer, der an den Restitutionsverhandlungen im Fall Pienaar maßgeblich beteiligt war. (APA/red, derStandard.at, 26.5.2012)
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SADOCC
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Wegen eines Grabraubes vor 100 Jahren muss man jetzt dem ganzen Staat Südafrika Wiedergutmachung leisten, oder wie?
Oder geht's eher drum, dass ein paar Wiener Institutionen mit Afrikaschwerpunkt auf kreative Weise ein paar Geldtöpfe für sich anzapfen versuchen?
stellen sie es sich mal andersrum vor - südafrikanische anthropologen kommen nach ö und graben auf einem landfriedhof in die gebeine einer ganzen familie aus, um die alpenländische entwicklung des handwurzelknochens zu erforschen - mit dem ziel, die alpenländischen besonderheiten und unterschiede zu afrikanischen handwurzelknochen zu belegen.
eine entschuldigung ist das mindeste.
Ich schlage vor, dass zum gerechten Ausgleich der Prof. Sauer den Anthropologen und Ethnographen Rudolf Pöch exhumieren darf um Schädelvermessungen durchzuführen.
bekam man den Eindruck vom typisch despotischen Wissenschaftler, der mit einem K & K-Dekret ohne Rücksicht auf Verluste, mit dem Flammenschwert eines klerikalen Erzengel, eine Schneise nach der anderen in das Habitat der Eingeborenen in Afrika schlug. In perfieder, offensichtlich voyeuristisch verbrämter Kleinarbeit, wurde selbst vor den intimsten Bereichen und ohne wissenschaftlichen Wert, der einzelnen Stämmen nicht Halt gemacht.
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