Dabei sein reicht nicht

Ansichtssache25. Mai 2012, 14:13
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Padua - "Jetzt ist es sicher, dass ich nach London fahre", sagt Alessandro Zanardi und ergänzt schmunzelnd: "Okay, sagen wir 99 Prozent, denn passieren kann immer etwas." Der 45-Jährige weiß, wovon er spricht. Er fuhr in der Formel 1, war zweimal IndyCar-Champion. Doch dann kam der 15. September 2001: Zanardi verunglückte bei den German 500 auf dem Lausitzring schwer, als sein Wagen von einem Konkurrenten gerammt wurde, verlor er beide Beine. Sieben Mal musst er wiederbelebt werden.

Seinen Lebensmut hat er nie verloren, auch nicht durch den frühen Tod seiner älteren Schwester bei einem Autounfall. Nun ist er Olympia-Teilnehmer mit dem Handbike. Im vergangenen November feierte der Italiener beim New-York-Marathon seinen ersten großen Sieg mit dem Liegerad, das mit den Händen angetrieben wird. Den Beginn der Paralympics kann er kaum noch erwarten: "Ich reise nicht dorthin, um einfach nur dabei zu sein", stellte Zanardi klar.

In einem Formel-1-Auto saß er nach seinem Unfall übrigens auch noch einmal. 2006 fuhr er als erster beinamputierter Testfahrer für BMW 30 Runden auf dem Kurs in Valencia. Dabei war er fast zeitgleich mit dem damals zweiten Testfahrer, einem gewissen Sebastian Vettel. Die Fotos zeigen ihn bei einer Trainingsfahrt nahe Padua. (red, derStandard.at, 25.5.2012)

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