Troja geht in US-amerikanische Hände über

25. Mai 2012, 13:06
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Bisheriger Leiter Ernst Pernicka wird 2013 von William Aylward abgelöst werden

Tübingen - Die "deutsche Ära" im antiken Troja hat nach knapp einem Vierteljahrhundert ein vorläufiges Ende. Die Ausgrabungen werden von 2013 an nicht mehr unter der Leitung von Ernst Pernicka stehen. "Wir haben vereinbart, dass 2013 einer der amerikanischen Kollegen die Lizenz beantragt", sagte Pernicka. Pernicka war auf dem Ausgrabungsgelände in der Westtürkei der Nachfolger des 2005 gestorbenen Troja-Ausgräbers Manfred Korfmann. Dieser hatte 1988 erstmals die Grabungslizenz beantragt.

Ein Team um den US-amerikanischen Archäologen William Aylward aus Wisconsin soll 2013 die neue Grabungslizenz bei den türkischen Behörden beantragen. Künftig sollten die US-Spezialisten für die griechisch-römische Zeit großflächig die Unterstadt ausgraben. "Es macht Sinn, dass die amerikanischen Partner, die das seit 20 Jahren machen, die Leitung übernehmen", sagte Pernicka, der für prähistorische Reste zuständig ist.

Auch eine Geldfrage

Ein anderer Grund für die Übergabe des Staffelstabs sei die Finanznot: Die Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft lief Ende 2009 aus. Pernicka war seitdem auf die Restmittel aus der Troja-Stiftung der Universität Tübingen angewiesen, die aus Spenden und Einnahmen aus Buchverkäufen gespeist worden ist. "Doch jetzt gehen auch diese Mittel aus." Pernicka erklärte, er habe für 2012 nochmal die Lizenz beantragt. Doch die Entscheidung der türkischen Behörden stehe noch aus. (APA/red, derStandard.at, 25.5.2012)

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