WHO kämpft gegen "Big Tobacco"

25. Mai 2012, 13:12
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Der WHO spricht in ihrem Motto zum Weltnichtrauchertag sogar von "Einschüchterung" durch die Tabak-Industrie

Genf  - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt zum diesjährigen Nichtrauchertag am 31.5. verstärkt die globalen Tabak-Konzerne ins Visier. Sie setzten enorme finanzielle und juristische Ressourcen ein, um in vielen Ländern Kampagnen gegen das Rauchen zu unterminieren, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Die WHO spricht sogar von "Einschüchterung" durch die Tabak-Industrie ("Intimidation - Stop Tobacco Industry Interference"). "Der Feind, die Tabak-Industrie, hat sein Gesicht und seine Taktiken geändert", sagte Chan kürzlich auf der Weltkonferenz über Tabak und Gesundheit in Singapur. "Der Wolf versteckt sich nicht mehr im Schafspelz, seine Zähne sind gefletscht." Die WHO-Chefin verwies auf Gerichtsverfahren, die von der Tabakindustrie in Ländern wie Australien, der Türkei oder Norwegen gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung des Nikotinkonsums in Gang gesetzt worden seien.

Zudem bezahlten die Konzerne laut Chan massive und subtile Werbe- und PR-Kampagnen, um den Nichtraucherschutz zu untergraben. "Big Tobacco kann sich die besten Anwälte und PR-Firmen leisten, die man für Geld kaufen kann", beklagte sie. "Big Money kann lauter sein als jedes moralische, ethische und gesundheitspolitische Argument und kann selbst die stärksten wissenschaftlichen Beweise (für die Schädlichkeit des Rauchens) niedertrampeln."

Imperial Tobacco wies Vorwürfe zurück

Den Vorwurf der "Einschüchterung" hat Imperial Tobacco Austria in einer Aussendung am Freitag entschieden zurückgewiesen. "Wir vertreiben ein legitimes Produkt und wehren uns nicht gegen eine sinnvoll und verhältnismäßige Regulierung unserer Branche", so Manuel Güll, Pressesprecher des Unternehmens. "Die Selbstverantwortung der Konsumenten darf aber nicht unter dem Deckmantel der sogenannten 'Sorgfaltspflicht von oben' untergraben werden. Wir sprechen dabei auch im Namen der rund 2,3 Millionen erwachsenen Raucher sowie der rund 7.500 Trafikanten in Österreich", so Güll. (APA, 25.5.2012)

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