Sprachliche Frühförderung: 15a-Vertrag von Ländern unterzeichnet

Auch schulische Sprachförderung soll erneut verlängert werden

Wien - Alle Bundesländer haben mittlerweile die 15a-Vereinbarung mit dem Bund für die sprachliche Frühförderung in Kindergärten unterschrieben. In Vorarlberg und Kärnten ist sie schon in Kraft, in Niederösterreich und der Steiermark ab 1. Juni, hieß es am Freitag auf Anfrage der APA aus dem Integrationsstaatssekretariat. In den restlichen Ländern fehlen noch Landtags- bzw. Landesregierungsbeschlüsse, Zeit haben sie bis September.

"Investieren statt später reparieren"

Man sei dem Ziel "früher investieren statt später reparieren" einen Schritt näher gekommen, hieß es im Büro von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) mit dem Hinweis darauf, dass es 75.000 Jugendliche ohne Ausbildung und Job gebe, wo man Unsummen ins Reparieren stecken müsse, weil früher nicht genug investiert worden sei.

Die Länder erhalten von heuer bis 2014 jährlich fünf Millionen Euro vom Bund, wenn sie die Mittel entsprechend kofinanzieren. Mit dem Geld sollen Fördermaßnahmen für drei- bis sechsjährige Kinder mit Sprachproblemen finanziert werden. Der von 2008 bis 2010 erstmals ausgezahlte Bundeszuschuss war im Vorjahr ausgelaufen, wird nun aber weitergeführt.

Sprachkurse in Schule

Kommende Woche soll im Ministerrat auch eine erneute Verlängerung der schulischen Sprachförderung für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache beschlossen werden. Die Kurse werden seit sechs Jahren durchgeführt und waren zuletzt mit dem aktuellen Schuljahr befristet. Nun sollen die Fördermaßnahmen für außerordentliche Schüler mit einer anderen Erstsprache als Deutsch nach einer positiven Evaluierung durch das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) und das Zentrum für Sprachstandsdiagnostik der Uni Wien bis 2014 verlängert werden, die Kosten für zwei Jahre sollen sich auf 47,8 Mio. belaufen.

Die schon bisher gesetzlich stets auf zwei Jahre befristeten Sprachförderkurse werden ab acht Schülern pro Gruppe angeboten, wobei diese auch aus unterschiedlichen Schulstufen bzw. Schulen kommen können. Die elf Wochenstunden umfassenden Kurse können dabei in eigenen Gruppen oder über einen Zweitlehrer integrativ in der Klasse angeboten werden und sollen neben den Sprachkompetenzen auch die Integration in die Klasse verbessern. (APA, 25.5.2012)

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