Spanische Bankia wird zum Fass ohne Boden

25. Mai 2012, 13:35
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Das Institut legt am Freitag einen Sanierungsplan vor und könnte den Staat um eine Geldspritze von mehr als 15 Milliarden Euro bitten

Madrid - Der marode spanische Sparkassen-Konzern Bankia entwickelt sich immer mehr zu Spaniens Achillesferse. Der Finanzbedarf des teilweise bereits vom Staat übernommenen Instituts steigt weiter. Über 15 Mrd. Euro zusätzliche Rettungsgelder will Bankia haben, wie aus Finanzkreisen verlautet wurde.

Der Hilfsantrag und der Restrukturierungsplan von Bankia sollten am Freitagabend bekanntgegeben werden. Daher wurde der Handel der Bankia-Aktie davor ausgesetzt. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy wird nicht umhin können, sich mit frischen Mitteln an den Finanzmärkten zu versorgen, um die Sanierung der Problembank zu stemmen.

Die Zeiten dafür sind denkbar ungünstig. Da die Anleger fürchten, dass Spanien in den Strudel der europäischen Schuldenkrise gerissen wird und am Ende doch um internationale Hilfen bitten muss, verlangen sie von der Regierung in Madrid sehr hohe Zinsen.

Politischer Zündstoff

Außerdem birgt die Rettung von Sparkassen erheblichen politischen Zündstoff. Denn gleichzeitig streicht Rajoy etwa die Ausgaben für Schulen und Krankenhäuser kräftig zusammen. Um die europäischen Defizitvorgaben zu erfüllen, plant der Regierungschef Einsparungen von mehr als 45 Mrd. Euro in diesem Jahr.

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone büßt hart für die Immobilienblase, die vorübergehend die Konjunktur zum Blühen brachte, dann aber 2007 und 2008 platzte. Das Land befindet sich mittlerweile in einer zweiten Rezession und leidet unter einer Arbeitslosigkeit in Rekordhöhe.

Faule Kredite

Der Häuserpreis-Crash traf vor allem die Sparkassen, die nun auf einem Berg fauler Kredite sitzen. Mehrfach hat die Regierung inzwischen Befreiungsschläge versucht und Rettungspakete für die Bankenbranche geschnürt. Zudem drängt sie die Institute zu Notfusionen.

Bankia ist ein solches Konglomerat aus sieben Instituten - und erweist sich mittlerweile als Milliardengrab. Die Geldlücke wurde in den vergangenen Monaten immer höher beziffert. 4,5 Mrd. Euro hat die Regierung bereits in die Sparkasse gepumpt. Den zusätzlichen Bedarf hatte Wirtschaftsminister Luis de Guindos noch am Mittwoch lediglich mit mindestens 9 Mrd. Euro angegeben. Doch nun dürften es deutlich mehr werden - und die Gesamtrechnung auf rund 20 Mrd. steigen. (APA, 25.5.2012)

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