Iran-Atomgespräche: Mit geborgter Zeit

Kommentar | Gudrun Harrer, 24. Mai 2012, 18:49

Bei den Gesprächen mit dem Iran wissen beide Seiten nicht, was ihnen ein Deal wert ist

Die Situation bei den Atomgesprächen in Bagdad lässt sich von außen auf einer Meta-Ebene sehr vereinfacht so zusammenfassen: Die fünf Vetomächte im Sicherheitsrat plus Deutschland (P5+1) wissen ganz genau, was sie am allerdringlichsten vom Iran wollen, und nach Jahren der unfruchtbaren Versuche, auf einen grünen Zweig zu kommen, wird dem Priorität eingeräumt. Die "gute Atmosphäre", von der bei der ersten Gesprächsrunde in Istanbul und auch noch in Bagdad die Rede war, besteht darin, dass Teheran signalisiert, dass es das, was die P5+1 wollen, zu geben bereit ist. Aber der Iran weiß auch genau, was er dafür haben will. Und da hört sich die Einigkeit auf, jene der P5+1 mit dem Iran, aber auch die innerhalb der P5+1.

Die Iran-Hardliner im Westen sehen das nämlich so: Wenn der Iran dort einlenkt, wo es dem Westen zurzeit am wichtigsten ist - der Urananreicherung auf 20 Prozent -, dann bleibt er trotzdem hinter der Forderung zurück, die in einigen Uno-Sicherheitsratsresolutionen verankert ist. Dort heißt es, dass der Iran seine sämtlichen Urananreicherungsaktivitäten sofort einzustellen habe, alle, also auch die Anreicherung auf fünf Prozent. Als die Resolutionen verabschiedet wurden, gab es ja nur diese.

Aus der iranischen Warte sieht es ganz anders aus: Im Eigenverständnis handelt es sich um einen Verzicht, und wenn sich der Westen diesen so heiß wünscht, dann soll er die Güte haben, den Iran mit allem anderen in Ruhe zu lassen. Das heißt, der Iran würde nicht nur weiter auf fünf Prozent anreichern, sondern er dürfte das auch, und die Resolutionen und die Sanktionen, die sich im Laufe der Jahre aufgehäuft haben, wären obsolet.

Die meisten Experten glauben in der Tat, dass der Iran für die prinzipielle Anerkennung seines Rechts auf Urananreicherung weit zu gehen bereit wäre. Dieser Weg ist ja auch noch viel länger und steiniger als oben skizziert. Zum Deal mit der internationalen Gemeinschaft würde etwa auch gehören, dass der Iran die Kontrolle über sein bereits produziertes 20-Prozent-Uran (und Teile seines Fünf-Prozent-Bestands) aufgibt und seine unterirdische Anreicherungsanlage in Fordo rückentwickelt.

Und dann gäbe es noch allerhand zu anderen Themen zu erledigen: vor allem die Aufklärung über alle Aktivitäten, die mit militärischen Programmen im Zusammenhang stehen könnten. Vom erratisch wirkenden Trip von IAEO-Chef Yukiya Amano nach Teheran könnte man erwarten, dass er zumindest den Beginn der Erarbeitung eines Inspektionsplans markiert hat.

Niemand hat in Bagdad einen Durchbruch erwartet. Dennoch wissen beide Seiten auch, dass es Gespräche nur um der Gespräche willen nicht mehr geben wird. Es ist vielleicht wirklich die vorläufig letzte Chance. Der Iran sieht, dass er sich mit seiner Bereitschaft allein nichts mehr kaufen kann. Aber auch seine Verhandlungspartner arbeiten mit geborgter Zeit und müssen untereinander einig werden, was ihnen ihrerseits ein Deal wert ist.

Gelinde gesagt, sind dabei die amerikanischen Wahlen auch nicht sehr hilfreich. US-Präsident Barack Obama wird von vielen inner- und außerhalb der USA bereits als Weichei angesehen, weil er die berühmte "rote Linie", wo sich alle Diplomatie aufhört, anders ansetzt als Israel: beim Griff des Iran nach Atomwaffen und nicht prinzipiell bei einem technisch hochstehenden Atomprogramm. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 25.5.2012)

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21 Postings

was israel von sich gibt wird denn Iran kaum angst machen,und ein Krieg wäre dieses mal für alle seiten fatal.

der westen hat nichts was es dem Iran geben könnte und somit können die kaum viel von Iran verlangen.

Iran kündigt Israel die Vernichtung an
http://english.farsnews.com/newstext.... 9102112759

Seltsam, seltsam, dass der Standard das verschweigt.

ach

das ist doch sicher wieder nur eine böswillige falschübersetzung des beinahe amtlichen iranischen nachrichtendienstes ....

;)

dann wird Iran schon seine gründe haben, denn ein fascho land mit Massenvernichtungswaffen wie Israel muss ja aufgehalten werden.

liebe gudrun !

vor vielen jahren wurde dir die ehre zuteil, dass dir in ägypten mubarak ein kurzes interview gewährte.
seitdem bist du "nahost-expertin".

eine concierge, die schon sechs urlaube in ägypten verbrachte, ist ebensowenig "nahost-expertin".

es ist nicht vorstellbar, dass auch nur irgend jemand deine vermutungen und einschätzungen wirklich interessieren.

mfg.

auch wenn es für Sie nicht vorstellbar ist, ...

... mich interessieren die Einschätzungen der Gudrun Harrer durchaus.
Ich halte Kommentare wie diesen für fundiert und um vieles interessanter als die Hervorbringungen von fm4shirtzwerg.

@ kalksburger : ein problem weniger begabter

ist u.a., dass diese korrekte erklärungen und verifizierbare sachverhalte nicht von wirren nur-vermutungen unterscheiden können.

und es ist wenig relevant, was dir wichtig erscheint.

Aber geh

Lassen Sie sie doch, manchmal liefert sie ganz brauchbare Übersetzungen der IHT.
Dazu braucht man kein Sachverständnis, dazu reicht ein Langenscheid.

naja

geschäftsträgerin der österreichischen botschaft im nachkriegsirak ist sicher auch so ein "conciergejob"...

lase einfach mal die .... halten wenn man nix weiß.

apropos durchblick :

bei 12 dioptrien könnte schon von einer leichten sehschwäche gesprochen werden.

aber es reicht, um den International Herald Tribune zu lesen.

mlg.

Ich kenne jetzt die Quelle deines Hasses nicht, aber du scheintst ja ganz schön darunter zu leiden. Lass dir helfen!

der einzige, der hier hilfe benötigt,

bist du.
ich gewähre dir diese.

diese "expertin" liest den IHT:
die dortige subjektive vermutung ergänzt sie mit ihrer eigenen subjektiven vermutung.

bedingt durch wortwahl und vielen eingeflochtenen (un)wahrscheinlichkeiten ist dieser artikel nur mehr sinnentleertes geschwätz.

und keinesfalls eine ernstzunehmende analyse !

mlg. (in irgende eine anstalt)

Nicht immer diese unfundierten Anschuldigungen! Gib mir mal drei, vier Fall-Beispiele für deine Kritik.

Die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats sind Makulatur! Der

Iran darf als Signatarstaat des NPT Uran anreichern so hoch er will. Und dabei muss ihm die IAEA technische Unterstützung gewähren solange der Iran den Inspektoren Zutritt zu den Nuklearanlagen ermöglicht. Militärische Komplexe sind expressis verbis von der Inspektion ausgenommen.

Der Sicherheitsrat darf die Rechte aus dem NPT einschränken. Das tat er. Die Resolutionen des Sicherheitsrats sind für alle UNO-Mitglieder bindend.

ich bin vor allem froh dass der raketenschutzschirm gebaut wird

damit wir vor den israelischen raketen sicher sind

juden

haben uns noch nie was angetan, umgekehrt schaut die geschichte anderswie aus. Israel braucht eher einen schutzschirm vor den europäern!

ja was haben euch die Iraner getan bitte.

"iran-hardliner im westen"? wo? wo?

präzis informativ zu schreiben gelingt nur, wenn ein thema zum persönlichen anliegen der aufklärung wird, sonst verlieren sich komplizierte schachtelsätze gleichen inhalts zwischen verschwommenen stühlen.

es gibt keine iranische atombombe. es gibt eine israelische atombombe, hinter der die atombomben von USA, F, GB, stehen.

es geht nicht um die iranische atombombe, es geht um das iranische öl, das nach china zu fliessen droht.

es geht nicht um die sicherheit israels, es geht um den missbrauch israels als waffe der FI (finanzindustrie), die ein weltbürgerkriegsprojekt verfolgt, weil die zeit wie schon 2x in den letzten 100 jahren reif geworden ist für einen supercoup, für den millionen sterben sollen, und die israelische jugend soll in die nächste angriffswelle geworfen werden, um sie als opfer des antisemitismus verkaufen zu können, nicht als opfer der FI.

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