Die Kraft der zwei Herzen

24. Mai 2012, 18:10
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Lafontaines Partnerin Wagenknecht soll Linke führen

Berlin - Der Parteitag der deutschen Linken am 2. und 3. Juni droht zur Schlammschlacht auszuarten. Mittlerweile gibt es acht Bewerbungen für die beiden Chefposten. Eine neunte, äußerst prominente, schwebt im Raum.

Noch-Chef Klaus Ernst hat Fraktions-Vizechefin Sahra Wagenknecht ins Spiel gebracht: "Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus. Ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende." Die Empfehlung lässt die Genossen aufhorchen. Denn Ernst ist ein Vertrauter von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine. Und Wagenknecht ist Lafontaines Lebensgefährtin.

Schon wird gemutmaßt, Lafontaine wolle sich Einfluss sichern, um doch weiterhin im Hintergrund die Fäden ziehen zu können. Zwar hat er selbst sein Angebot, für den Parteivorsitz zu kandidieren, zurückgezogen. Doch Wagenknecht, die Lafontaine auch politisch sehr nahe steht, könnte in seinem Sinne handeln und die Linke auf Fundamentalopposition trimmen. Über Wagenknechts Eignung als mögliche Parteichefin sagt "Lafo": "Ich habe den Eindruck, dass sie nicht so schlecht beurteilt wird."

Wagenknecht erklärte am Donnerstag vor ausländischen Journalisten in Berlin, sie sehe ihren Platz eher in der Bundestagsfraktion. Allerdings meinte sie auch: "Ich schließe nichts aus." Kandidaturen für den Vorsitz können bis unmittelbar vor der Wahl am Parteitag angemeldet werden.

Lafontaine hatte 1995 beim SPD-Parteitag in Mannheim im letzten Moment gegen den damaligen SPD-Chef Rudolf Scharping kandidiert und so den Parteivorsitz putschartig an sich gerissen. (bau/DER STANDARD, 24.5.2012)

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    Privat und politisch einig: Wagenknecht & Lafontaine.

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