Wohnbauförderung "wesentlich" für private Bauprojekte

24. Mai 2012, 16:32
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Ohne öffentliche Förderung würden nicht einmal zehn Prozent der privaten Häuslbauer und Sanierer ihr Projekt im selben Umfang realisieren

Die Entscheidung, ein Haus in Massiv- oder in Leichtbauweise zu bauen, ist keine leichte. Laut einer aktuellen Umfrage des Linzer Market-Instituts im Auftrag der Initiative "Bau!Massiv!" hat der Leicht- bzw. Holzbau vor allem beim Thema "gute Raumluftqualität" die Nase vorn, während bei der Frage nach der Lebensdauer des Objekts klar dem Massiv- bzw. Ziegelbau der Vorzug gegeben wird, ebenso beim Schall- und Brandschutz.

"Sommertauglichkeit" als Thema

Als wichtiges Thema sei aber auch immer mehr die so genannte "Sommertauglichkeit" im Kommen, berichtete Martin Leitl, Geschäftsführer der Bauhütte Leitl-Werke Gmbh und Techniksprecher des WKÖ-Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, am Mittwochabend anlässlich der Präsentation der Umfrageergebnisse. Auch hier glaubt mehr als die Hälfte der rund 1.000 befragten Österreicherinnen und Österreicher, dass es eher in einem in Massiv- denn in Leichtbauweise gebauten Haus "nicht zu warm im Sommer" wird.

"Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich für ihr eigenes Wohnprojekt am liebsten einen Massivbau aus Ziegel oder Beton", erklärte Market-Chef Werner Beutelmeyer die Umfrageergebnisse. Bei privaten Bau-Entscheidern, die eine Investition derzeit planen oder vor kurzem abgeschlossen haben, sind es der Umfrage zufolge sogar 80 Prozent. Das restliche Fünftel tendierte eher zu Holz- (12 Prozent), Leicht- (5 Prozent) oder Mischbauweise (3 Prozent).

Ohne Wohnbauförderung geht nichts

Eines kristallisierte sich ebenfalls recht klar heraus: Rund 500 Befragte waren Häuslbauer oder Sanierer mit aktuell laufendem oder kürzlich abgeschlossenem Projekt. Von diesen sagten 92 Prozent, dass ihr Projekt ohne Wohnbauförderung "gar nicht" (39 Prozent) oder "nur in einem kleineren Umfang" (53 Prozent) durchgeführt hätte werden können.

Ein Konjunktiv, der rasch zum Indikativ werden könnte, betrachtet man den grassierenden Sparzwang der heimischen Politik. Entsprechend energisch fielen am Mittwoch die Forderungen nach einer Aufrechterhaltung des "bewährten heimischen Systems" aus.

2011 machten die Bauinvestitionen in Österreich rund 29 Milliarden Euro aus, davon entfielen ca. 22 Milliarden auf den Hochbau, davon wiederum die Hälfte auf den Wohnbau. "Jeder eingesetzte Euro hat dabei einen hohen Multiplikator-Effekt für nachgelagerte Sparten", sagt Bernd Wolschner, Geschäftsführer der SW Umwelttechnik GmbH und stellvertretender Obmann des Fachverbands. Er plädierte zusätzlich für ein "Überdenken" des Einsatzes der ohnehin knappen Wohnbaufördermittel: "Von den rund drei Milliarden Euro entfallen bereits 40 Prozent auf Sanierungen und Wohnbeihilfen. Diese Mittel gehen für den Neubau unwiederbringlich verloren." Angesichts des erwarteten Bevölkerungszuwachses sei hier ein Umdenken "das Gebot der Stunde". (map, derStandard.at, 24.5.2012)

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