Siftungsvorstand: "Alles mit Meschar abgesprochen"

24. Mai 2012, 16:28
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Die 90-Jährige Stifterin habe alle Entscheidungen gutgeheißen, sagt Vorstandskollege und FP-Mandatar Alfred Wansch

Nun hat sich ein weiteres Vorstandsmitglied jener Privatstiftung zu Wort gemeldet, für die der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf tätig ist und derzeit scharf kritisiert wird. Dabei handelt es sich um seinen Parteikollegen, den Wiener FP-Mandatar Alfred Wansch. Dieser kann sich die Vorwürfe der heute 90 Jahre alten Frau nicht erklären, wonach Graf ihr zur Errichtung einer Privatstiftung geraten und sie dabei getäuscht habe. "Es waren sämtliche Entscheidungen der Stiftung mit ihr abgesprochen und alle Entscheidungen auf ihren Wunsch", versicherte Wansch am Donnerstag im APA-Gespräch.

"Seit circa einem halben Jahr ist sie offensichtlich von dritter Seite in irgendeiner Form beeinflusst in ihren Darstellungen und Beurteilungen", sagte er. Gertrud Meschar hatte auf Grafs Rat hin ihr gesamtes Vermögen (rund 1 Mio. Euro) in eine Stiftung eingebracht, in deren Vorstand der FPÖ-Politiker berufen wurde. Die Frau soll erst in den Jahren nach der Gründung der Stiftung erfahren haben, dass sie über ihr Vermögen nicht mehr bestimmen kann. Die Stiftung kaufte indes mit Kredit in Döbling einen Hausanteil, in dem das Gasthaus der Familie Graf eingemietet ist. Die 90-Jährige fordert nun, dass sich Graf aus der Stiftung zurückziehen soll.

"Vorwürfe ungerechtfertigt"

Wansch betonte heute gegenüber der APA, dass er sich aus dem Vorstand der Stiftung zurückziehen würde: "Wenn es ihr Wunsch ist, dann bin ich bereit, die Vorstandsfunktion zurückzulegen." Dafür gibt es eine Bedingung: "Allerdings sind vorher die Vorwürfe zu entkräften." Idealerweise solle dies in Form einer Gerichtsentscheidung geschehen. Die Vorwürfe seien nämlich "ungerechtfertigt", unterstrich Wansch. Gegen diese vorgehen wolle er aber nicht - "aus Respekt und Verbundenheit" der Frau gegenüber.

Der Jurist betonte, dass er für die Stiftung ehrenamtlich tätig sei und er bisher weder Honorar noch Spesenersatz bekommen habe. Er habe dies aus "Idealismus" getan. Auch nach dem Tod der Frau würde der Vorstand nicht profitieren, unterstrich er: "Es hat keiner der Stiftungsvorstände nach dem Ableben der Stifterin einen Vorteil. Das ganze Vermögen bleibt immer in der Stiftung." Nach dem Ableben komme das Geld jenen Zwecken zugute, die der Frau am Herzen gelegen seien: der Pflege des Grabes, dem Tierschutz sowie der wissenschaftlichen Forschung im Bereich Augenheilkunde. Der Stiftungsvorstand besteht aus drei Personen - neben Graf und Wansch, beides Mitglieder der Burschenschaft "Olympia", ist dies der Wiener Rechtsanwalt Michael Witt, betonte der freiheitliche Mandatar. (APA, 24.5.2012)

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