Bunte Wiese der Improvisation

  • Ein Veteran des souligen, zugänglichen Jazz - Saxofonist Lou Donaldson.
    foto: inntöne

    Ein Veteran des souligen, zugänglichen Jazz - Saxofonist Lou Donaldson.

Inntöne-Festival bis Sonntag: Saxofonist Lou Donaldson gastiert am Freitag

Es ist nicht unberechtigt, den Jazz mit einer bisweilen fiebrig-kreativen Gehetztheit des Urbanen in Verbindung zu bringen. Allein, man soll das Klischee auch nicht überstrapazieren. Wer etwa zu den oberösterreichischen Inntönen fährt, dem Festival des Improvisierten, den überkommt auf den letzten Kilometern vor jenem Bauernhof, auf dem Paul Zauner sein Festival zelebriert, angenehmste Ruhe. Und ebendort, wo bis Sonntag in einer Scheune schönstes Gedränge herrschen wird, angekommen, ist man froh, durch Natur und entspannte Atmosphäre auf die Vorgänge auf der Bühne eingestimmt worden zu sein.

Die Vorgänge starten heuer mit Xi Ban, also fernöstlich - Gesänge und Perkussion aus dem großen China werden von der Innovationsfreude dieser Band künden. Natürlich ist aber auch ehrwürdige Tradition zugegen: Lou Donaldson (Jahrgang 1926), der seine Gedanken aus dem Altsaxofon schlüpfen lässt, repräsentiert sie auf das Vortrefflichste. Jazz tritt hier in seiner quasi klassischen, abgeklärt-lebendigen Form in Erscheinung, durch einen Veteranen, der schon in seinen 20ern beim Edellabel Blue Note veröffentlicht hat und für zugänglichen Souljazz stand.

Ist Donaldson an Freitag zu hören, reist für Samstag Vokalistin Carmen Bradford an, desgleichen Saxofonist Ronnie Cuber, der sich der Musik von Komponist Horace Silver widmen wird. Als heimischen Beitrag hört man sonntags Robert Weiss (p), Wolfgang Puschnig (sax) und Woody Schabata (vib). Schließlich endet das Festival mit der Großformation Kreiz Breizh Akademi, also recht üppig. (tos, DER STANDARD, 25.5.2012)

25. bis 28. 5., Diersbach, Infos: 0676/904 68 22, Fr. ab 19.00

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