Der Detektiv im Paradies

24. Mai 2012, 17:05
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Manchmal reicht der Blick auf ein Paar Schuhe, um zu wissen, mit wem man es zu tun hat

Manchmal reicht der Blick auf ein Paar Schuhe, um zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Schwarzes Herrenmodell, hervorragend verarbeitet, blitzblank poliert, dazu energisches Auftreten. Ein Mann mit Grundsätzen.

Dieser Eindruck verstärkt sich, als klar wird, auf welchem Untergrund sich das makellose Schuhwerk bewegt: Auf dem ihm gänzlich ungewohnten Boden Guadeloupes gerät der Schnellschritt leicht ins Stocken. Ungnädig wird der Träger daran erinnert, dass es im Neuland den Rhythmuswechsel braucht, um mitzuhalten. Probleme, das zu erkennen, plagen den ehrenwerten Schuhträger, Detective Inspector Richard Poole, der in der BBC-Krimiserie Death In Paradise (donnerstags im Abokanal Fox bei Sky und auf DVD) fernab der Heimat seine persönliche Hölle findet und zum Vergnügen der Zuschauer seine patscherte Aversion mit brillantem Spürsinn auszugleichen vermag: Der Detective ist mit kriminalistischem Genie ausgestattet.

Das Grundkonstrukt aus Death in Paradise ist hinlänglich bekannt. Wie in Ausgerechnet Alaska, Men in Trees oder Mord mit Aussicht geht es um die Geworfenheit des Helden, der in der Fremde seine Persönlichkeitsentwicklung erlebt. Die Aussicht hier ist übrigens nicht die schlechteste: Serienerfinder Robert Thorogood setzt die mitunter etwas gar leicht geratene Krimikost in knallbuntes Licht. Dem kann sich schließlich auch der Detective nicht völlig verschließen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 24.5.2012)

  • Inspector Richard Poole in "Death in Paradise".
    foto: fox/sky

    Inspector Richard Poole in "Death in Paradise".

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