Vertrieb von Iron Sky mahnt Internetuser ab

24. Mai 2012, 15:57
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Polyband verschickte Abmahnungen an Nutzer die den Film heruntergeladen haben

In den letzten Wochen haben einige deutsche Internetuser eine Abmahnung erhalten. Ihnen wurde vorgeworfen, den Film "Iron Sky" im Internet getauscht zu haben. Wenn sie nicht verklagt werden wollen, müssen sie eine Unterlassungserklärung unterschreiben und 800 Euro bezahlen. Zu solchen Mitteln wird in Deutschland öfter gegriffen um gegen Filesharer vorzugehen. Das besondere an diesem Fall ist, dass "Iron Sky" zum Teil durch Crowdfunding finanziertert wurde. Auch die Macher des Films haben sich einen Namen damit gemacht mit Creative-Commons-Lizenzen zu arbeiten.

"Download ist kein Verbrechen"

"Iron Sky" ist eine Science-Fiction-Komödie, in der sich die Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg am Mond versteckt haben und nun auf die Erde zurückkehren. Der Regisseur Timo Vuorensola wurde 2005 mit der Star-Trek-Parodie "Star Wreck" einem breiteren Publikum bekannt. Der Film wurde gratis im Internet angeboten und schaffte in drei Monaten drei Millionen Klicks. 2009 schrieb Vuorensola in seinem Blog: "Piraterie in seiner momentan gängigsten Form - dem digitalen Download - ist kein Verbrechen."

Anwaltskanzlei beauftragt

Der deutsche Vertrieb Polyband ist da wohl anderer Meinung. Das Unternehmen hat die Anwaltskanzlei Sasse und Partner beauftragt die Abmahnungen zu schreiben. Die Kanzlei hat sich in der Vergangenheit bereits einen Namen gemacht, als sie im Auftrag von Plattenfirmen Abmahnungen verschickt hat.

 

Film baut auf Crowdsourcing

Ein Großteil des Films ist auf Crowdsourcing aufgebaut. Die Animationen, Modelle und andere Teile des Films wurden von Fans gestaltet. Zum Gesamtbudget von 7,5 Millionen Euro wurden eine Million Euro mittels Crowdfunding aufgebracht. Um den Film in Kinos zeigen zu können, mussten die Macher aber auf den traditionellen Vertrieb zurückgreifen. Das sorgte schon in Großbritannien für Probleme. Dort wurde der Film nach einen Tag wieder aus dem Kino genommen und auf DVD verkauft. Die Macher schrieben darauf in ihrem Blog: "Damit rammen sie uns ein Messer in den Rücken." (soc, derStandard.at, 24.5.2012)

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    screenshot: derstandard.at
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