UNO: Syriens Armee begeht zahlreiche Menschenrechtsverstöße

24. Mai 2012, 14:04
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Scharfe Kritik an Belagerung von Städten durch die Assad-treuen Truppen

Genf - Syriens Sicherheitskräfte sind nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen für die Mehrheit der Menschenrechtsverstöße der vergangenen Monate verantwortlich. Die meisten schweren Verletzungen der Menschenrechte seien seit März von der regulären syrischen Armee und den Sicherheitskräften des Landes begangen worden, teilte die Syrien-Kommission, die im vergangenen Jahr vom UN-Menschenrechtsrat ins Leben gerufen worden war, am Donnerstag in Genf mit. Dazu sei es bei Einsätzen gegen Deserteure, Bewaffnete und Regierungsgegner gekommen.

In mehr als 200 Interviews sei das "klare Muster" deutlich geworden, dass Blockaden von Stadtvierteln durch die Regierungstruppen darauf ausgerichtet seien, gesuchte Menschen und deren Familien "auszumerzen". Während solcher Belagerungen seien Kinder aufgrund fehlender medizinischer Versorgung gestorben. Einigen Folteropfern sei eine Behandlung verweigert worden. In einigen Gegenden hätten die Menschen keinen Zugang zu Nahrungsmitteln und Wasser gehabt und seien auch in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt gewesen. Ein Besuch in Syrien war den UN-Experten verweigert worden.

Fast 13.000 Tote

Präsident Bashar al-Assad lässt seit mehr als einem Jahr eine Revolte blutig niederschlagen. Dabei kamen nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bisher fast 13.000 Menschen ums Leben. Nach Einschätzung der UN-Experten setzen Armee und Sicherheitskräfte Waffengewalt gegen Demonstranten ein, ganze Familien würden hingerichtet und Kinder gefoltert. Die Kämpfer der Opposition ihrerseits hätten Soldaten und mutmaßliche Informanten der Regierung umgebracht. Außerdem setzten sie in zunehmendem Maße getarnte Sprengsätze ein. Daneben registrierten die UN-Ermittler Geiselnahmen durch die Aktivisten der Opposition. Damit sollten offenbar die Freilassung Inhaftierter oder Lösegeld erpresst werden.

Regierungstruppen sollen laut Londoner Beobachtungsstelle in einem Dorf der Provinz Idlib am Donnerstag vier Männer aus ihren Häusern geholt und öffentlich hingerichtet haben. Andernorts in Idlib seien bei einem Gefecht zwischen bewaffneten Regimegegnern und Regierungstruppen in der Nacht vier Regimegegner getötet worden. (APA, 24.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Fahne der Widerstandsbewegung gegen das Assad-Regime.

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