Presserat beschließt neue Regeln für Finanzjournalisten

24. Mai 2012, 13:14

Marktmanipulation, Fehlinformationen und Verwertung von Insiderinformation verstoßen gegen Ehrenkodex

Wien - Der österreichische Presserat hat seinen Ehrenkodex erweitert und neue Regeln für Finanzjournalisten aufgestellt. Die Bestimmungen zielen auf Finanz- und Wirtschaftsberichte ab, in denen Finanzanlagen empfohlen werden. Konkret hat der Trägerverein des Presserats festgestellt, dass Marktmanipulationen durch die Verbreitung irreführender oder falscher Informationen sowie die Verwertung von Insiderinformationen durch Journalisten gegen die Grundsätze der Medienethik verstoßen.

Für Anlageempfehlungen gelten künftig außerdem konkrete Regeln. So muss der verantwortliche Journalist im Artikel namentlich genannt werden, außerdem habe die Berichterstattung sachlich zu sein. Tatsachen müssen von Schätzungen unterscheidbar sein und auf etwaige Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Informationsquelle muss hingewiesen werden. Finanzielle Eigeninteressen des Journalisten oder sonstige Interessenskonflikte, die die Objektivität der Anlageempfehlung beeinträchtigen können, müssen im Artikel offen gelegt werden. Angeführt werden muss auch, wenn die Anlageempfehlung von einem Dritten stammt.

Der Presserat setzt mit dem Beschluss dieser Regeln eine EU-Vorgabe um. "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger, Präsident des Presserates, betonte in einer Aussendung am Donnerstag, er freue sich, "dass wir die Richtlinie für Anlageempfehlungen von Finanzjournalisten einstimmig beschlossen haben. Diese erweiterte Kompetenz zur Selbstkontrolle beweist die Bereitschaft, journalistische Verantwortung ernst zu nehmen." (APA, 24.5.2012)

Die neuen Richtlinien des Presserats für Finanzberichterstattung finden Sie hier

Ganz was neues:

klickst du RIS:
www.ris.bka.gv.at

suchst du:
BörseG, §48a

guckst du:
Abs 2. lit c

traurigerweise

gibt es sowas. da mangelt es schlicht an der persönlichen integrität. keiner meiner kollegen die ich kenne und ich selbst wären jemals auf die idee gekommen so etwas zu tun. weil, entweder bin ich journalist oder zocker. und beides zusammen geht nicht.

ich finde es gut, dass solche machenschaften von "journalisten" aufgedeckt werden. schlimm finde ich, wenn es dann freisprüche gibt (offenbar geben muss, nach aktueller rechtslage) wie in dem einen ihrer beispiele, das ich mir angesehen habe.

was ich immer sag bestätigt sich: der presserat ist so unnötig wie ein kropf!

das ist wieder mal eine österreichische spitzenleistung

wie lange haben die darüber gebrütet?

seriöse medien haben solche (und strengere) regeln schon seit ewigkeiten.

eigentlich hätte der presserat bloß die richtlinien für die mitarbeiter der financial times, von reuters, bloomberg oder dow jones newswires abmalen müssen.

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