Wirtschaft steckt in der Rezession

24. Mai 2012, 12:45
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London - Die britische Wirtschaft steckt tiefer in der Rezession als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal um 0,3 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Bisher hatten die Experten ein Minus von 0,2 Prozent veranschlagt. Das Vereinigte Königreich durchlebt seinen zweiten Konjunktureinbruch seit der Finanzkrise von 2007/08. Die dienstleistungsorientierte Wirtschaft kann sich vom Abwärtssog der Schuldenkrise in der Euro-Zone nicht abkoppeln.

Die Bauproduktion brach um fast fünf Prozent zum Vorquartal ein - dies ist der größte Rückgang seit drei Jahren. Hätte der Staat nicht seine Konsumausgaben so stark ausgeweitet wie seit Anfang 2008 nicht mehr, wäre der Dämpfer für die gesamte Wirtschaft noch größer ausgefallen. Die privaten Haushalte sorgten kaum für Schwung, sie steigerten ihre Ausgaben nur minimal um 0,1 Prozent.

Die schwachen Daten setzen die Regierung unter Druck. Denn Finanzminister George Osborne will den harten Sparkurs fortsetzen und hat darauf gesetzt, dass die Konsumenten in die Bresche springen, wenn der Staat seine Ausgaben kürzt. Der Internationale Währungsfonds hatte erst am Dienstag an die Regierung appelliert, mehr für Wachstum zu tun und notfalls den Sparkurs zu lockern.

Die schwache Konjunkturlage könnte darauf hinauslaufen, dass die britische Notenbank ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen wieder aufnimmt, um der Wirtschaft erneut unter die Arme zu greifen. (Reuters, 24.5.2012)

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