RZB füllt Kapitallücke

24. Mai 2012, 12:43
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Raiffeisen: Exklusive Polbank-Zukauf wären es 9,7 Prozent hartes Kernkapital

Wien - Die Raiffeisen Zentralbank Gruppe - Konzernmutter der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI) - beziffert nach den am Dienstagabend abgeschlossenen Kapital-Umwandlungen (private Partizipationsscheine und Vorzugsaktien wurden zu Stammaktien) ihre harte Kernkapitalquote nach strenger Definition der europäischen Bankenaufsicht EBA mit 9,3 Prozent. Die EBA hat den Großbanken Europas vorgegeben, bis Ende Juni 2012 mindestens 9 Prozent Kapital vorzuhalten, um gegen Krisen besser gewappnet zu sein.

Polbank-Zukauf

Die von der RBI neu zugekaufte polnische Polbank - die diese Quote auf Ebene der RZB um 0,4 Prozentpunkte drückte - ist da schon eingerechnet, hieß es am Donnerstag. Rechnete man die Polbank heraus, läge das "EBA-konforme" RZB-Kernkapital bei rund 9,7 Prozent. Die Polbank ist künftig nach Kreditvolumen die größte Ostbankenbeteiligung der RBI. Der Neuzugang in Polen wird seit 1. Mai dazukonsolidiert. Zum Vergleich: Im September 2011 lag die EBA-Kapitalquote der RZB erst bei 7 Prozent. Die RZB umriss am Donnerstag die Schritte, wie sie die damals klaffende Kapitallücke geschlossen hat.

Mit 1,4 Mrd. Euro hätten sich diverse "Kapitalbereinigungen" sowie ein Abbau von Risiken in der Bilanz (RWA/risikogewichtete Aktiven) und der Gewinn im 4. Quartal 2011 niedergeschlagen. Von den mehr als 850 Mio. Euro, die die RZB seit vorgestern durch Umwandlung von Partizipationskapital und Vorzugsaktien der Eigentümer in Stammaktien neu als Aktienkapital dazubuchen kann, konnte rund eine halbe Milliarde für die EBA-Quote angerechnet werden. Die Wandlung von weiteren PS (300 Mio. Euro) sei "EBA-neutral", wie es heute hieß.

Durch Wandlung von in EBA-Definition minderwertigem so genanntem Upper Tier 2 Kapital in höherwertiges Kapital seien 400 Mio. Euro generiert worden.

Änderung des Bilanzstandards

300 Mio. Euro wurden gehoben, indem die RZB die Bilanzstandards für die Kapitalkonsolidierung mit 1. April geändert hat, und zwar von lokalem GAAP-Standard auf IFRS.

Der Rückkauf von Hybridanleihen, die unter Nennwert notierten, brachte mehr als 100 Mio. Euro.

Man sei jetzt schon am Ziel, hätte aber noch die eine oder andere Maßnahme in der Hinterhand, um das Niveau auch weiter deutlich über 9 Prozent zu halten, betonte der Vorstand der RZB heute. Zum 30. Juni will die RZB den Halbjahresgewinn einbehalten. Nach dem ersten Quartal ist das nicht gemacht worden. (APA, 24.5.2012)

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