Bisher unbekannte Ammoniten-Art "wiederbelebt"

24. Mai 2012, 11:50
  • Das Gehäuse des bisher unbekannten Ammoniten  Dissimilites intermedius hatte eine ungewöhnliche Form.
    screenshot: nhm wien

    Das Gehäuse des bisher unbekannten Ammoniten Dissimilites intermedius hatte eine ungewöhnliche Form.

Forscher des Naturhistorischen Museums Wien animierten eine 128 Millionen jahre alte Kopffüßer-Art, die im Vorjahr in den Dolomiten entdeckt wurde

Wien - Wissenschafter des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien haben mit Hilfe modernster Methoden Urzeit-Tiere wieder zum Leben erweckt - zumindest am Bildschirm. Computertomographie und 3D-Rekonstruktions-Programme ermöglichten es, das im Vorjahr in den Dolomiten (Südtirol) entdeckte Fossil einer bisher unbekannten Ammoniten-Art detailgetreu zu rekonstruieren und zu animieren.

So schwimmen nun seltsam anmutende, vor 65 Millionen Jahren ausgestorbene Kopffüßer über die Bildschirme der Forscher, die sowohl die Beschreibung der neuen Art als auch die 3D-Rekonstruktion in Fachzeitschriften publiziert haben.

Im Ur-Ozean Tethys lagerten sich über Millionen Jahre Sedimente am Meeresboden ab. Als die Alpen aufgefaltet wurden, gelangte ein Teil dieses ehemaligen Meeresbodens in die heutigen Dolomiten. Dort findet sich im Puez-Geisler-Naturpark in rund 2.600 Meter Seehöhe eine der komplettesten und fossilreichsten Abfolgen von Sedimentschichten aus der Kreidezeit in Europa, die die Zeit von 130 Millionen bis 100 Millionen Jahren umfassen. Unter Leitung von Alexander Lukeneder von der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des NHM untersucht ein Forscherteam seit drei Jahren die 150 Meter starken Schichten aus der Kreidezeit.

Heteromorpher Dissimilites intermedius

Im Sommer vergangenen Jahres haben die Wissenschafter das gut erhaltene Fossil eines heteromorphen Ammoniten gefunden. "Heteromorph", also andersgestaltet, deshalb, weil dieser Kopffüßer nicht die klassische aufgerollte Form besitzt, wie man sie auch von der heute noch lebenden Gattung "Nautilus" kennt, mit denen die vor 65 Millionen Jahren ausgestorbenen Ammoniten verwandt sind. Das rund 13 Zentimeter große Fossil ist 128 Millionen Jahre alt, und hat sich als eine bisher nicht beschriebene neue Art - von den Wissenschaftern Dissimilites intermedius genannt - entpuppt, wie Lukeneder in der Fachzeitschrift "Acta Palaeontologica Polonica" berichtet.

Zusätzlich untersuchten die Forscher das Fossil mit einem Computertomographen an der Fachhochschule Oberösterreich in Wels. Schicht für Schicht wurde der Fund mit den Röntgenstrahlen zerstörungsfrei durchleuchtet und offenbarte dabei viel mehr Informationen als mit freiem Auge sichtbar. "So fanden wir etwa Hinweise auf drei bis vier Millimeter große Stacheln am ganzen Körper des Ammoniten", erklärte Lukeneder.

Bewegung rekonstruiert

Mit Hilfe dieser Daten konnten sie gemeinsam mit den Spezialisten des Unternehmens "7reasons" ein realistisches 3D-Modell des Tiers kreieren. Zudem rekonstruierten die Forscher, wie die Ammoniten geschwommen sind. Ergebnis ist eine in der Fachzeitschrift "Computers & Geosciences" veröffentlichte Animation von schwimmenden Ammoniten verschiedener Stadien, vom Jung- zum erwachsenen Tier. Aufgrund der Rekonstruktion zeigte sich auch der eigenartig anmutende Schwimmstil der Tiere, die seltsam gekrümmt ihr eigenes Körperende betrachtend dahin schwimmen. (APA/red, derstandard.at, 24.05.2012)

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19 Postings
Waauunsinn.

Best Animation ever.

wenn die wissenschafter wenigstens mit einer gaming firma zusammenarbeiten würden

dann würde die animation wenigstens halbwegs realistisch aussehen und nicht so billig wie das gebotene hier

das soll ja keine neuauflage von "moorhuhn" werden.

Im Video wird doch erwähnt, dass das 3D-Modell in Zusammenarbeit mit Modellierungsexperten erstellt wurde.

Statische Modellierung, ja.

DIE GOA'ULD!!

*nothing to do here*

Ich will ja nichts sagen aber Zweidäutige Titel sind wirklich eher etwas für die Bild Zeitung , Im Standard oder in der Presse Erwarte ich mir etwas anderes!

nachdem es völlig unmöglich ist, tiere, die vor 65 millionen jahren ausgestorben sind, wiederzubeleben, ist dieser titel nicht zweideutig, sondern vielmehr eindeutig.

was ist unter anführungszeichen nicht zu verstehen?

"Anführungszeichen können außerdem verwendet werden, um Wörter, Wortgruppen und Teile eines Textes oder Wortes hervorzuheben ... von deren Verwendung man sich – etwa ironisch oder durch die Unterlegung eines anderen Sinns – distanzieren möchte. Diese Verwendungsarten werden unter dem Sammelbegriff „modalisierende Funktion“ zusammengefasst (von „modal“ ~ die Art und Weise bezeichnend)."

beispiel: "Wörter oder Wortgruppen, die man anders als sonst – etwa ironisch oder übertragen – verstanden wissen will:
Und du willst ein „treuer Freund“ sein? Für diesen „Liebesdienst“ bedanke ich mich. Er bekam wieder einmal seine „Grippe“. Sie sprang diesmal „nur“ 6,60 Meter."

http://de.wikipedia.org/wiki/Anfü... ngszeichen

Für "Zweidäutige" Poster ist Bild-Zeitung-Niveau doch eh perfekt, oder?

und ich hab mch aufgrund der headline naiv- traumschwelgerisch au auf meiner triceratops farm reiten gesehen....

so viel zu meinem jugendtraum... ;)

Pffff wie langweilig,Raptoren sind lustiger.

Machen Sie erstmal einen Stall voller Raptorenscheiße sauber.
Da vergeht Ihnen der Spaß.

raptoren waren vielleicht in ihrer jugend ein thema, in meiner spielten die noch keine rolle.

ein thema wurden die erst nach jurassic park.

Wem der TV-Beitrag oben nicht genügt hat, der findet hier den Originalartikel:
http://www.sciencedirect.com/science/a... 0412001264

danke, das video im paper ist wirklich gelungen!

Na ja, am PC

kann man sehr schöne Sachen machen. Die Frage ist aber, wieweit sie der Wirklichkeit nahe kommen. Kürzlich wurden Ergebnisse amerikanischer Experten publiziert, die zu ganz anderen Schlussfolgerungen gekommen sind, nämlich hier: http://www.eurekalert.org/pub_relea... 041612.php

haben sie den artikel überhaupt gelesen?

Na ja, am PC

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