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Ergotherapeutische Übungen helfen die Funktionsfähigkeit der Extremitäten nach einem Schlaganfall zu verbessern.
Edinburgh/Krems - Die medikamentöse Auflösung eines bei einem Schlaganfall aufgetretenen Blutgerinnsels hat einen Langzeitnutzen für die Patienten: Es treten weniger häufig Langzeitschäden auf, binnen sechs Monaten gibt es auch weniger Todesfälle. Dafür ist die Häufigkeit von Komplikationen mit Hirnblutungen und von Todesfällen in den ersten sieben Tagen nach der Therapie höher. Das hat die bisher größte klinische Studie zu diesem Thema ergeben, die am Mittwoch vom "Lancet" veröffentlicht wurde. Als Co-Autor nahm Karl Matz von der Donau-Universität Krems teil.
Die Behandlung von Patienten mit einem sogenannten ischämischen Schlaganfall - also der Verstopfung einer Hirnarterie durch ein Blutgerinnsel - mit dem Gerinnsel-Auflöser rt-PA gilt seit einigen Jahren als fortschrittlichste Therapie. Die Behandlung muss aber so schnell wie möglich nach dem Auftreten der Symptome erfolgen, um den Schaden durch die Sauerstoff-Unterversorgung im Gehirn möglichst klein zu halten. Bisher ging man von einem Nutzen innerhalb von viereinhalb Stunden aus. In der sogenannten IST-3-Studie wurde das Zeitfenster allerdings auf bis zu sechs Stunden ausgedehnt. Aufgenommen wurden 3.035 Patienten aus zwölf Staaten.
Laut den Ergebnissen spricht vieles für eine solche Thrombolyse-Therapie. "Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass nach der Behandlung mit rt-PA Überlebende eines Schlaganfalls häufiger in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Auch die Chancen auf eine vollständige Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Schlaganfall wurden erhöht. Pro tausend Behandlungen mit rt-PA innerhalb von drei Stunden nach einem Schlaganfall überleben 80 Patienten mehr und können ohne fremde Hilfe weiterleben, als ohne diese Therapie", hieß es in einer Aussendung der Donau-Universität Krems. Zum Text der Studie hatte auch Karl Matz, Mitarbeiter des Departments für Klinische Neurowissenschaften und Präventivmedizin, beigetragen.
Deutlich höhere Lebensqualität
Im Detail zeigte sich, dass nach sechs Monaten 37 Prozent der mit rt-PA Behandelten am Leben waren und relativ unabhängig leben konnten, in der Kontrollgruppe ohne die Behandlung waren es 35 Prozent. Hier war der Unterschied statistisch nicht signifikant. Gewichtig zeigte sich statistisch eine deutlich höhere Lebensqualität, infolge weniger Residuen bei den Behandelten. Innerhalb der ersten sieben Tagen nach der Therapie zeigten sich allerdings auch die Risiken der Behandlung durch deutlich mehr tödlich und nicht tödlich verlaufende Gehirnblutungen (sieben Prozent Häufigkeit in der rt-PA-Gruppe, ein Prozent in der Kontrollgruppe).
Auch die Mortalität war mit elf Prozent bei Thrombolyse-Therapie, zu sieben Prozent ohne derartige Behandlung statistisch signifikant höher. Bis sechs Monate nach dem Schlaganfall glich sich das aber mit einer Mortalität von je 27 Prozent in den beiden Gruppen komplett aus. Übrig blieb sozusagen der Nutzen aus weniger Langzeit-Schäden bei den wirklich Behandelten. (APA/24.5.2012)
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