Lernen vom Profit und lernen vom Sinn

31. Mai 2012, 15:59
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"Im eigenen Saft braten", das wollen die Teilnehmer des diesjährigen DER STANDARD Mentoring Circle nicht - Non-Profit und Profit treffen aufeinander

Gewinnorientiert und nicht gewinnorientiert - können sich diese beiden Organisationsformen etwas voneinander abschauen? Ja, berichten vier Mentoren und Mentees im laufenden DER STANDARD Mentoring Circle Jahr. Einige fanden nämlich in gemischten Paaren zueinander: jeweils ein Vertreter aus dem Profit-Bereich und einer aus dem Non-Profit-Bereich. derStandard.at/Karriere hat zwei von ihnen zu ihrem Austausch befragt.

Umweltschutz und Versicherung

"Gerade der Vergleich mit einem Vertreter aus einem anderen Bereich ist spannend, sonst brät man gerne im eigenen Saft", sagt Mentee Gerhard Pock, Leiter Fundraising, Kommunikation und Marketing Österreich beim WWF, der die andere Sichtweise seines Mentors Burkhard Gantenbein, Generaldirektor der Helvetia Versicherungen, zu schätzen weiß. Auch Gantenbein versteht "Mentoring grundsätzlich so, dass Branchen vermischt werden, denn der Sinn ist nicht in einer Fachdiskussion zu enden".

Auch wenn es inhaltlich keine Überschneidungen gibt, die grundsätzlichen Managementbereiche wie Human Resources und IT sind einander ähnlich, unabhängig davon, ob eine Organisation gewinnorientiert organisiert ist oder nicht. Das Thema People Management ist Pock besonders wichtig, denn gerade im Vertrieb sei die Ressource Mensch ein bedeutender Leistungsträger. "Umgekehrt", glaubt Pock, "kann Burkhard Gantenbein etwas über die hohe Kunst der intrinsischen Mitarbeitermotivation lernen." Denn die Begeisterung und die Motivation, mit denen Mitarbeiter in Non-Profit-Organisationen für gewöhnlich am Werk sind, müssen dennoch hoch gehalten werden.

Sein Mentor Burkhard Gantenbein wollte ganz gezielt einen Mentee aus dem NPO-Bereich, denn Nachhaltigkeit bei Führungsfragen sei auch für Helvetia ein großes Thema. "Gerhard Pock machte im Rahmen einer Reorganisation Erfahrungen mit Change-Management, was eine kulturelle Herausforderung ist", so Gantenbein, der damit auch Erfahrung hat. Die Fragen, die sich dabei stellen, das Führen von Menschen und damit auch emotionale Themen, seien dieselben. Zum Thema Finanzen meint Gantenbein: "Wir machen zwar Gewinn, aber auch der WWF muss auf die Finanzen schauen, etwa beim Fundraising."

Consulting und Soziales

Ähnlich sieht das Rote-Nasen-CEO Monica Culen: "Die Managementprobleme sind in vielen Dingen sehr ähnlich." Non-Profit-Organisationen hätten aber eher komplexere Beziehungsgeflechte. "Gewinnorientierte Unternehmen können aus dieser Beziehungsarbeit mit den Menschen lernen. Umgekehrt können wir von deren Strukturen lernen." Auch für Monica Culen ist das Thema Unternehmenskulturen wichtig, denn die Roten Nasen sind international präsent.

Mentee Gabriele Fischer, die ehrenamtlich im Mentoring Circle mit dabei ist und auch Mentorin ist, hat weltweit als Trainerin, Coach und Unternehmensberaterin in den Bereichen Learning und Leadership gearbeitet und auch Erfahrung mit Teamanalysen. "Für unser Team war das sehr spannend", sagt Culen. So könne man voneinander lernen. Umgekehrt war es für Gabriele Fischer interessant, "Herz und Energie, eben die stark menschliche Komponente" in Culens Team zu erleben. "Am meisten beeindruckt mich der Mut, Verantwortung zu übernehmen", sagt sie über ihre Mentorin Monica Culen.

Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber haben ab sofort die Möglichkeit, sich für das kommende DER STANDARD Mentoring Circle Jahr zu bewerben. Im November 2012 geht der Circle in die siebente Runde. (Marietta Türk, derStandard.at, 31.5.2012)

DER STANDARD Mentoring Circle

Bewerbungen für den 7. DER STANDARD Mentoring Circle mit Start im November 2012 ab sofort an office@mmde.at

Links und weitere Infos

DER STANDARD Mentoring Circle und mmde.at

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    Die einen leisten für immer mehr Gewinn, die anderen brennen für die Sache: Mitarbeiter von Profit- und Non-Profit-Organisationen.

  • Mentor Burkhard Gantenbein, Helvetia Versicherungen.
    foto: helvetia versicherungen ag

    Mentor Burkhard Gantenbein, Helvetia Versicherungen.

  • Mentee Gerhard Pock, WWF.
    foto: andreas zednicek wwf

    Mentee Gerhard Pock, WWF.

  • Monica Culen, Rote Nasen.
    foto: rote nasen clowndoctors

    Monica Culen, Rote Nasen.

  • Mentee: Gabriele Fischer, IBM, Global Business Services.
    foto: gerald fischer

    Mentee: Gabriele Fischer, IBM, Global Business Services.

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