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Zeigt die Lokalanästhesie keine Wirkung, kann das an der Knochenspange im Unterkiefer liegen. Ist diese sehr gut ausgebildet und setzt der Zahnarzt die Lokalanästhesie davor, ist die Wirkung gleich null.
Obwohl der Zahnarzt die volle Dosis an Lokalanästhesie gespritzt hat und meint, "das kann nicht mehr wehtun", lässt sich der Schmerz beim Bohren nicht wegdenken. Einbildung, Anomalie der Anatomie oder Versagen des Zahnarztes?
"Die Lokalanästhesie ist der häufigste Eingriff in der Zahnarztpraxis", sagt Thomas Bernhart, Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Orale Chirurgie Österreich, der kürzlich eine Fachtagung über Lokalanästhesie an der Universität Wien veranstaltet hat. "Für jeden schmerzlosen Eingriff ist sie notwendig. Oft wird auch der Zahnarzt daran gemessen, ob die Spritze wirkt oder nicht."
Lidocain kommt in Form einer Injektionslösung zum Einsatz und bewirkt eine lokale Nervenblockade. "Man muss allerdings davon ausgehen, dass nur 20 Prozent des Lokalanästhetikums ihre Wirkung entfalten, der Hauptanteil wird durch das Blut abtransportiert oder landet nicht in der Gewebeschicht, in der er sollte", klärt Bernhart auf.
Auch wenn man allgemein von Lokalanästhesie spricht, ist Spritze nicht gleich Spritze. Der Zahnarzt wendet zwei Methoden an, um den Schmerz im Mund zu unterbinden: Die "Lokalanästhesie" wirkt direkt auf den Nerv und hält das zu behandelnde Areal schmerzfrei. Bei der "Leitungsanästhesie" wird das Lokalanästhetikum in Form eines Depots in den Nervenkanal injiziert. "Peripher zu diesem Depot ist dann alles anästhesiert. Das ist vergleichbar mit dem 'narrischen Bein', wo ich mir den Ellbogen anhaue und das bis in die Finger spüre", veranschaulicht der Facharzt für Zahn- und Kieferheilkunde.
Im Oberkiefer kommt vorwiegend die Lokal-, im Unterkiefer teils die Lokal- und teils die Leitungsanästhesie zum Einsatz, je nach Einschätzung des Zahnarztes. "Die Leitungsanästhesie lässt sich besser verifizieren", erklärt Bernhart. "Wenn Sie da vorne drücken, muss es taub sein. Wenn das bei einer Höchstdosierung nicht der Fall ist, darf man als Zahnarzt nicht mit der Behandlung anfangen", meint er. "Die logische Konsequenz müsste sein: Lassen wir es bleiben und schauen wir, was die Gründe dafür sein können."
Indikationen für solche "Anästhesieversager" gibt es mehrere. Auf Patientenseite können es die individuellen anatomischen Unterschiede sein. "Manchmal verläuft der Nerv des Patienten nicht wie erwartet. Wenn man das Depot mit dem Lokalanästhetikum aber nicht an die richtige Stelle setzt, wirkt die Leitungsanästhesie nicht entsprechend", so Bernhart.
Ein Grund dafür kann in der Knochenspange im Unterkiefer liegen, wo der Nerv eintritt. Ist diese Knochenspange sehr gut ausgebildet, bezeichnet man sie als "Lingula". Setzt der Zahnarzt die Lokalanästhesie davor, ist die Wirkung gleich null. Aber auch bestehende Entzündungen können aufgrund der Spannung im Gewebe, einer Schwellung oder eines ins Saure gehenden pH-Wertes die Entfaltung der Wirkstoffe verhindern.
Seitens des Arztes ist Anästhesieversagen insofern möglich, als er die anatomischen Bedingungen des Patienten nicht erkennt oder zu wenig Mittel verabreicht. Kurz: Er deponiert das Lokalanästhetikum an der falschen Stelle oder injiziert zu wenig davon.
Die Dosis des Lokalanästhetikums wird aus dem Körpergewicht des Patienten errechnet. "Ich persönlich verabreiche zu Beginn der Behandlung nur 80 Prozent der Maximaldosis", erklärt Bernhart. "Wenn das nicht funktioniert, habe ich immer noch einen 20-Prozent-Joker, den ich spielen kann." In einem zweiten Schritt spritzt er dann seitlicher oder etwas tiefer.
Führt das ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg, sollte der Zahnarzt aber noch nicht am Ende seiner Weisheit sein: Im Rahmen der sogenannten intraligamentären Medikation wird das Lokalanästhetikum zwischen Zahn und Knochen injiziert. Oder man spritzt von oben direkt in den Zahnnerv hinein. "Das tut zwar kurz weh, ist aber sehr wirkungsvoll", so Bernhart.
Wenn die Spritze wehtut, ist sie dann besonders wirksam, weil man den Nerv getroffen hat? "Wenn die Lokalanästhesie nicht wehtut, hat der Patient weniger Stress", meint Bernhart. "Er sollte den Stich mit einer dünnen Nadel möglichst nicht spüren, sonst fragt er sich: Wenn es jetzt schon wehtut, wie wird es dann weitergehen?"
Der Schmerz, der im Rahmen einer örtlichen Betäubung auftreten kann, entsteht durch die Spannung im Gewebe, etwa weil die Lokalanästhesie zu schnell gesetzt wird. Spürt man beim Einstich gar so etwas wie einen elektrischen Schlag, sollte man das artikulieren und der Zahnarzt das Anästhetikum nicht injizieren, da es zu einer Schädigung des Nervs kommen kann.
Manche Patienten reagieren auf die Lokalanästhesie mit Herzklopfen und Atemnot. Rasch kommen sie zu der Überzeugung "Ich vertrage die Spritze nicht" und verbinden diese Erfahrung mit einer Allergie. "Einer der Gründe für diesen Irrglauben ist, dass dem Anästhetikum Adrenalin zugesetzt ist. Dieses verzögert den Abtransport der Lokalanästhesie im Körper und verringert die Blutung während des Eingriffs. Bei manchen Patienten ruft es allerdings diese systemische Reaktion hervor", erklärt Bernhart.
Adrenalin benötigt einen Konservierungsstoff, und dagegen haben einige wenige Menschen tatsächlich eine Allergie. Hier können Zahnärzte eine Lokalanästhesie ohne oder mit sehr niedrig dosiertem Adrenalin verabreichen. Darüber hinaus ist es Bernhart ein Anliegen, einen weiteren Irrglauben zu widerlegen: "Immer wieder heißt es, dass Schwangere und Patienten mit Herz- und Lungenerkrankungen keine Lokalanästhesie bekommen dürften. Das ist nicht der Fall."
Patienten, deren Zähne sich nicht so einfach schachmatt setzen lassen, nimmt Bernhart ernst: "Rein anatomisch gibt es nichts, das es nicht gibt." Er definiert die Lokalanästhesie als einen sehr intimen Eingriff, der von Arzt- und Patientenseite gleichermaßen getragen werden müsse: "Lokalanästhesie bedeutet nicht, ich habe meinen Schädel abgegeben." So ist Bernhart auch kein Freund von Videoschirmen. "Ich will den Patienten nicht wegbeamen. Er soll bei mir sein und bei mir bleiben. Das hat mit Kooperation zu tun."
Patienten, die an Schmerzen leiden, bedeuten auch für den Zahnarzt eine große Belastung. "Wenn sie sich während der Behandlung komplett dem Schmerz widmen, kann ich mich schlecht auf meine Arbeit konzentrieren."
Menschen, die Probleme mit der Anästhesierung ihrer Zähne haben, empfiehlt Bernhart, den Zahnarzt bereits im Vorfeld auf diesbezügliche Erfahrungen anzusprechen. "Alleine wenn Sie fragen, geben Sie bereits preis, welche Art von Patienteninformationen Sie wünschen. Manche Ärzte finden das sympathisch, andere möchten das nicht. Patienten suchen sich ihre Ärzte aus und Ärzte ihre Patienten." (Eva Tinsobin, derStandard.at, 30.8.2012)
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Ich habe zahnarzttechnisch sehr wenig Erfahrungen mit Lokalanästhesien gehabt. Bei einer Nachbehandlung hats zunächst schon unter Spritzen geschmerzt --> mehr Spritzen, noch immer geschmerzt --> einfach "ausgehalten", "geht halt nicht anders" --> Schmerz bleibt Stunden nach Behandlung --> Diagnose Nerv zerschossen, abgesehen von den wochenlangen Höllenschmerzen nach dem Eingriff, hats Monate gedauert bis ich wieder was bei Lippe und Kinn gespürt habe.
warum muss man eigentlich als kassenpatient beim zahnarzt noch schmerzen haben und privat nicht. beides mehrmals getestet! leider sind gute privat zahnaerzte sehr teuer. wie gesagt, kassenzahnarztbesuche in a sind immer mit unnoetigen schmerzrisiko verbunden!!!
meine kassaärztin hat im dritten behandlungsdurchlauf mit hypnose gearbeitet (privatleistung) da ich zuvor unter relativ grßem stress/angst und auch schmerzen während der behandlung gestanden habe. (eine für mich absolut neue erfahrung) und siehe da: ratz fatz hats gemacht und es ging absolut schmerzlos und schnell über den stuhl!
... ich muss morgen zum Zahnarzt.
Ich hab meine Zahnarztangst bis eben ganz gut im Griff gehabt (leider schon viele traumatische Sitzungen und Zahnschmerzen hinter mir - hab halt auch wirklich fast nur mehr Scherben) und nun DAS!!!
Am liebsten hätte ich immer wen im Behandlungszimmer dabei, den ich mag, der mir gut zuredet und das Handerl hält - echt jetzt! Nur leider lassen das mein Ego und mein Stolz nicht zu (ich glaub, meiner Zahnärztin wär das mittlerweile sogar egal).
Na, hoffen wir das beste! (einen Smiley, der gequält lächelt, gibts leider nicht)
Das mit dem "jemanden dabei haben, der einem die Hand hält" kann ich gut nachempfinden. :)
Bei meinem Zahnarzt sind zum Glück die Assistentinnen sehr nett. Wenn ich gequält dreinschau fragen die sofort "Gehts eh noch?" und sagen mir, dass es gleich vorbei ist, oder was sie da noch machen, etc. Das wirkt wenigstens etwas beruhigend.
Btw. Wie wars dann schlussendlich beim Zahnarzt?
Sehr herzlichen Dank für die Nachfrage - es war erstaunlich! Nach der professionellen Mundhygiene eben noch Kontrolle gehabt - und alles war in Ordnung! Das hatte ich schon seit Jahren nicht mehr! Ich bin dann mehr als erleichtert von dannen gezogen!
aber zähne habe ich wie ein sozialfall....ein "danke schön" an den zahnarzt aus spittal/dr. dessen wirken eher mit einer folterung als mit einer zahnbehandlung zu tun hatte. und wenn man 14 jahre alt ist, dann prägen einem solche momente. da läßt man dann lieber mal einen zahn verfaulen. wird man dann erwachsen, ist es meistens schon zu spät. es sei denn, man legt länge mal breite für neue beisserchen ab.
es gibt nicht vieles was ich in meinem leben bereue, aber die furcht vor zahnärzten auf jeden fall !!
mir hams alle milchzähne plombiert - ohne spritze. und danach einen haufen zweiter zähne. ohne spritze. ich wette das meiste war unnötig.
ich geh seit jahren nicht mehr zum zahnarzt. erstens glaub ich dass die immer was finden obwohls vielleicht nicht notwendig wär und zweitens fürcht ich mich zu sehr.
Na ja, immer was finden:
Das kommt sehr auf den Arzt an. Meine Ärztin hat mir unlängst den Zahnstein weggemacht, weil sonst eh nix zum tun war und ich zur Kontrolle da war (worüber ich sehr dankbar bin, denn das sieht man doch sehr und das geht nichtmal mit der elektrischen Zahnbürste auch nur irgendwie weg). Allerdings tät die jetzt nicht auf die Idee kommen jeden Punkt genau anzuschauen weil die eh weiß, dass ich immer so nervös bin.
Such dir einen Arzt, der auf dich eingeht und dann klappt das schon.
Ouch. Ich bin ehrlich gesagt froh mich mit 22 doch zum Zahnarzt getraut zu haben um einen schlechten Zahn behandeln zu lassen. /:
Leider ging der Schuss teilweise nach hinten los, weil das Zahnfleisch um die künstliche Krone, die da jetzt drauf ist, sich ständig entzündet. Trotz Zahnseide, etc. Das macht dann auch keinen Spaß.
Glücklichweise hab ich eine Ärztin, die mir viele Sachen auch ohne Spritze macht weil sie weiß, dass ich da einfach Panik bekomm. /: (Ganz ehrlich, was die mir da am Zahn gemacht haben hat bei weitem nicht so weh getan wie die Spritze, die ich bei der Wurzelbehandlung bekommen hab.)
ich habs mit ~ 35 überwunden. und muss mich bei den beiden zahnärzten bedanken, die ich in den 3 jahren hatte, die es dauerte. (auch wenns mir einen zahn in gemainschaftsarbeit gekillt haben (ohne einander zu kennen).
jetzt gehe ich brav alle 6 monate zur untersuchung, werd nicht jedesmal gequält und beim warten auf die "folter" (bohren hasse ich noch immer) schlafe ich ein bisserl vor mich hin...was mir immer sehr viele böse blicke der anderen wartenden einbringt.
Dem Freund meiner Schwester geht's ähnlich - der hat direkt Panik vorm Zahnarzt und lässt seine Zähne lieber ein bissl verfallen, als dass er sich den Zahnarzt antut. Grund ist der, dass ihm mal zu viel Narkosemittel gespritzt wurde und die gesamte Gesichtshälfte gelähmt war bzw. anfing, runterzuhängen wie nach einem Schlaganfall *brrr*
ganz klar
wenns der onkerl dentist sagt, muss es so sein
ich würd ihn bei so einer meldung ganz fest beißen....und wenn er sagt, es tut weh, sagt man "gibts nicht" ich hab keinen biss gespürt
müssen genauso fantom schmerzen sein, wie umgekehrt
wenns irgendwie geht vermeide ich die spritze und nehme den schmerz in kauf. ich hasse die halbseitige gesichtsbetäubung und das nachlassen der wirkung. blöderweise hat sich meine ärztin bei einer gelegenheit (weiß nicht mehr was anstand) geweigert mir keine zu geben.
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