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"Wir wollen, dass das österreichische Werbegeld in Österreich bleibt", machte ORF-Onlinechef Thomas Prantner gegen die Global Player Stimmung.
Die Kunst, im Internet Geld zu verdienen, ist bisher meist globalen Marktführern wie Google und Facebook vorbehalten. Bei der IAB-Diskussionsrunde "Kann man mit Online-Medien Geld verdienen?" im Rahmen des P.O.M-Kongresses schoss ORF-Onlinechef Thomas Prantner deshalb ein weiteres Mal scharf gegen die internationale Konkurrenz.
"Wir wollen, dass das österreichische Werbegeld in Österreich bleibt", machte Prantner gegen die Global Player Stimmung und beschwor die österreichische Internetwirtschaft, enger zusammenzuarbeiten. Statt Kleinkriegen wünsche er sich Professionalität, betonte der Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, vor allem um den österreichischen Videomarkt weiterzuentwickeln, ansonsten "werden alle mit in den Abgrund gezogen". Schließlich sei es von allgemeinem Interesse, den Onlineanteil an den Gesamtwerbespendings auf den europäischen Durchschnitt von 20 Prozent zu heben.
Lokale Systeme für Windows 8
Susanne Ostertag, Sales Manager Austria bei Microsoft Advertising, sieht die Zukunft naturgemäß nicht so düster und stellte klar: "Österreichs Kunden sollen die Möglichkeit haben, ihr Produkt am besten zu positionieren, egal mit welchem Partner." Das neue Betriebssystem Windows 8, dessen Launch kurz bevorsteht, werde hierfür vielfältige Integrationen über alle Devices garantieren. "Wir arbeiten gerade an lokalen Systemen des Ausrollens", verriet Ostertag. Generell bewege sich Österreich mit seinen Online-Werbeausgaben durchaus im Schnitt der mittleren und kleinen Märkte.
Mobiles Vermarkternetzwerk ab Juni
Michael Stix, Geschäftsführer des Vermarkters SevenOne Media Österreich, freut sich derzeit über den Erfolg der zahlreichen sendungsspezifischen Gratis-Apps, die von rund 80 Prozent der User genutzt werden. Seiner Beobachtung nach hat die Nachfrage nach mobilen Anwendungen in den vergangenen 18 Monaten massiv zugenommen, 25 Prozent des Traffics kommen inzwischen von mobilen Geräten.
"Wir starten im Juni ein eigenes Netzwerk im mobilen Bereich, um unsere Videos und die unserer Partner anhand von Pre-, Mid- und Post-Rolls exklusiv zu vermarkten", kündigte Stix an. Auch die erfolgreiche Paid-Plattform maxdome nach Österreich zu bringen sei als logische Ergänzung des Angebots angedacht, "aber noch nicht in der unmittelbaren Pipeline", sagte er.
Vermarktungsantrag für TVthek
Im Gegensatz zu den Paid-Content-Überlegungen der Privatsender kann sich Prantner Micropayments für Apps, allein schon aufgrund der rechtlichen Grundlagen, nicht vorstellen. Umso mehr sei der Bedarf nach einer Vermarktung der TVthek gegeben.
"Mit dem ORF-Gesetz 2010 wurden dem ORF zahlreiche Hürden in den Weg gelegt. Wir bekommen täglich Anfragen aus der Werbewirtschaft und wollen noch vor dem Sommer bei der Medienbehörde eine ganz reduzierte Qualitätsvermarktung beantragen", zeigte sich Prantner zielbewusst. "Es kann nicht sein, dass der ORF durch den Gesetzgeber in die Steinzeit zurückgeworfen wird. Pre-Roll ist 'State of the Art', und durch Vermarktung würde sich das Projekt selbst tragen können. Dann würde auch die Finanzierung für die Öffnung der zeitgeschichtlichen Archive stehen."
Doppeltes Abkassieren
Trotz eines Einwurfs von Stix, der sich klar gegen "doppeltes Abkassieren und politische Spielchen im Hintergrund" aussprach, warb Prantner für eine werblich geprägte Zukunft der digitalen ORF-Projekte. Neben der Verfügbarkeit müsse für den ORF vor allem die Contentqualität weiter klar im Vordergrund stehen, meinte der Online-Verantwortliche. Die bisherige Strategie, nur ein Werbemittel pro Seite und keine contentüberlagernde Werbung zu schalten, werde natürlich beibehalten, auch im Falle einer Vermarktung der TVthek. (Tatjana Rauth, derStandard.at, 24.5.2012)
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