Parkstrafenskandal: Es stinkt vom Kopf

Kommentar23. Mai 2012, 19:04
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In Kärnten sind die Sitten offenbar schon so verludert, dass der "Bazillus der Korruption" (Zitat Heinz Fischer) mittlerweile schon breite Teile der Exekutive erfasst hat

So geschehen in Klagenfurt, wo die Korruptionsbehörden derzeit gegen rund hundert Polizisten ermitteln. Die Herren haben in ihrer Freizeit in Klagenfurt falsch geparkt. Zahlen wollten sie die 20 Euro natürlich nicht, also hielt man frisch-fröhlich den "Kollegen" der privaten Sicherheitsfirma, die Klagenfurts Parkraum überwacht, die amtlichen Dienstausweise vor. "Gehn S', schaun S', des brauch ma do net. Do kann ma doch sicher was machen. Und überhaupt: Die anderen moch'n das ja a ..."

Etwa der frühere Innenminister und Lobbyist Ernst Strasser, der sich selbst wegen Korruption aus seinen politischen Ämtern katapultiert hat. Pikanterweise war er auch Aufsichtsrat der besagten Sicherheitsfirma. Es sollen immerhin an die tausend solcher Strafzettel sein, die dort wegen Falschparkens umgehend storniert wurden.

Doch wen soll das schrecken in einem Land, in dem der Chef der Kärntner Freiheitlichen Uwe Scheuch als Amtsträger eine Staatsbürgerschaft gegen Geld für seine Partei verscherbeln wollte und jetzt auf eine Neuauflage seines an die erste Instanz zurückverwiesenen Korruptionsprozesses warten darf. Amtsmissbrauch? Auch die Exekutive scheint großflächig nicht mehr immun zu sein. Doch der Fisch beginnt bekanntlich vom Kopf her zu stinken. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 24.5.2012)

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