Bildungsstandards: Keine unterschiedlichen Testbögen nach Schultypen

23. Mai 2012, 17:06
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ÖVP pocht auf Transparenz bei Auswertung

Wien - Im Unterrichtsministerium wurden am Mittwoch die Vorwürfe zurückgewiesen, es gebe bei den Bildungsstandards unterschiedlichen Testbögen nach Schultypen. "Es wurde beim Testen nicht nach Schultypen unterschieden, die Testpakete enthielten dieselben Testhefte und Aufgaben und waren für alle Schulen und Schultypen vom gleichen Schwierigkeitsgrad", betonte auch das Bifie. Die Tageszeitung "Heute" (Mittwoch-Ausgabe) hatte berichtet, dass Gymnasiasten schwierigere Aufgaben bekommen hätten, um die Ergebnisse zugunsten von Hauptschulen und NMS zu beeinflussen.

Die ersten Testungen selbst sind laut Unterrichtsministerium und Bifie laut ersten Rückmeldungen gut verlaufen, es habe keine größeren Probleme gegeben. In 90 Minuten reiner Testzeit mussten die Schüler rund 50 Aufgaben aus dem Bereich Mathematik lösen. Die Ergebnisse werden im Dezember vorliegen, auf die Noten der Schüler haben sie keinen Einfluss.

Keine Rankings

Ranglisten werden keine veröffentlicht. Die Schüler werden nur ihr eigenes Ergebnis (inklusive Vergleich mit dem Österreich-Schnitt sowie der Schultypen) erhalten, die Lehrer die Einzelleistungen ihrer Schüler (in anonymisierter Form), der Direktor das Ergebnis seiner Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Landesschulbehörden die Ergebnisse ihres Bundeslands bzw. der Schulen und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) einen Österreich-Bericht. 2013 werden dann die Englisch-Standards in der achten Schulstufe sowie Mathematik in der vierten Klasse Volksschule überprüft, 2014 ist jeweils Deutsch dran.

ÖVP: "Fragwürdiger" Vergleich

VP-Bildungssprecher Werner Amon pochte nach den erstmaligen Testungen zu den Bildungsstandards am Mittwoch auf eine transparente Auswertung des Mathematik-Vergleichs unter allen 86.000 Schülern der 4. Klasse AHS, Hauptschule und Neue Mittelschule (NMS). Gegenüber der APA kritisierte er den vom Unterrichtsministerium angekündigten "fairen Vergleich", bei dem der sozioökonomische Hintergrund der Schüler berücksichtigt und nur Schulen mit ähnlichen Voraussetzungen verglichen werden sollen. "Das scheint mir fragwürdig", so Amon.

Der VP-Bildungssprecher fordert vom für die Testungen verantwortlichen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) einen Bericht an das Parlament, der nachvollziehbar machen soll, "ob die Beurteilungskriterien tatsächlich einen Vergleich der unterschiedlichen Leistungen zulassen". Im Bifie betont man in einer Stellungnahme gegenüber der APA, dass "einheitliche Auswertungsvorschriften für alle Schüler" gelten. Die Ergebnisse ermöglichen laut Bifie einen direkten Vergleich der Leistung jedes einzelnen Schülers, verschiedener Klassen sowie Schulen. Der "faire Erwartungswert" sei nur eine zusätzliche Möglichkeit des Vergleichs der Schulen "unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen" wie der Größe der Schule, dem Schulstandort oder der Zusammensetzung der Schüler (Migrationshintergrund, Bildungsgrad der Eltern). (APA, 23.5.2012)

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