Urheberrecht: Diskussions-Plattform soll Bürgerbeteiligung fördern

23. Mai 2012, 12:17
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Verein für Internet-Benutzer Österreichs will "Spannungsfelder darstellen"

Die Diskussion um ein zeitgemäßes Urheberrecht ist um eine neue Facette reicher: Der Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE!AT) hat eine Online-Plattform installiert, auf der sich jeder Interessierte zum Thema äußern kann. So sollen "Erwartungen an das Urheberrecht von morgen" formuliert werden können, wie es in einer Aussendung heißt. "Es geht in erster Linie darum, Spannungsfelder darzustellen", so Michael Bauer vom Verein.

"Gratiskultur", "Content-Mafia" und "arme Künstler"

Auf diese Weise soll der Diskurs, der laut Bauer derzeit zwischen den Polen "Gratiskultur", "Content-Mafia" und "armen Künstler" pendle, erweitert und etwa auch Bereiche wie Wissenschaft und Softwareentwicklung berücksichtigt werden. Dem Verein gehe es darum, "Wünsche und Anforderungen an ein reformiertes Urheberrecht aus der Gesellschaft heraus zu sammeln und auf die Agenda zu setzen". (APA, 23.05. 2012)

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10 Postings
Verwertungsrechte und Schutzfristen

Auf

http://schutzfristen-irrsinn.de/

gibt es einen "Schutzfristenrechner". :-)

Beispielsweise endet die Schutzfrist für ein von einem heute 40-jährigen Mann geschaffenes Werk im Schnitt im Jahr 2120!

2012 (=heute)
+ 38 (=statistische Restlebensdauer)
+ 70 (=Schutzfrist)

wobei... gibts da irgendeine frage die man nicht mit "ja, bitte" beantworten kann?

Wobei, gibt's da überhaupt eine Frage, die um das Urheberrecht geht? Bis jetzt habe ich nur Fragen bezüglich der Verwertungsrechte gesehen!

Ich will nämlich NICHT haben, dass mein Urheberrecht nach 10 Jahren ausläuft und mein Werk gemeinfrei wird. Solange ich lebe, will ich (als Urheber) entscheiden können, was mit meinen Werken geschieht und wem ich welches Verwertungsrecht übertrage.

Urheberrecht und Verwertungsrechte sollte man eher getrennt sehen. Ich fänds spitze, wenn man gleich nach dem Ableben eines Schrifstellers dessen Werke gemeinfrei bekommen könnte. Warum auch nicht? Die großen Verlage profitieren ja weiterhin von gedruckten Ausgaben. Ich mag ja auch gerne Bücher kaufen, keine Frage. Manche Texte bekommst du aber gedruckt gar nicht mehr und da wäre es spitze, wenn die bereits ins Projekt Gutenberg aufgenommen werden könnten (oder ähnliche Archivierungsprojekte gemeinfreier Texte).

Das Recht hast du ja.

Das Urheberrecht bietet dir alle Möglichkeiten, die Verbreitung zu steuern.
Wenn du allerdings deine Verwertungsrechte an eine Verwertungsgesellschaft verhökerst, wundere dich nicht über die Folgen.

Ich habe die konkreten Fragen von VIBE gemeint. Die sprechen zwar dauernd von "Urheberrecht", meinen aber eigentlich immer das "Verwertungsrecht". Das ist meiner Meinung nach irreführend.

Die Definition der Verwertungsrechte

stehen leider auch im Urheberrechtsgesetz.
Deswegen wird das gerne in einen Topf geworfen.
Ich verstoße beim illegalen Kopieren ja auch gegen das Urheberrechtsgesetz, verletze aber Verwertungsrechte.

Abgesehen davon sprichst du in deinem Posting das Urheberrrecht an.

Du meinst aber wahrscheinlich das Verwertungsrecht, das nach 10 Jahren nich auslaufen soll???

Nein, ich beziehe mich auf eine konkrete Frage dieser VIBE-Umfrage: "Von einem zeitgemäßen Urheberrecht erwarte ich, dass die Schutzfrist wesentlich früher abläuft. Nach spätestens 10 Jahren sollte ein Werk gemeinfrei werden."

Und genau das ist viel zu schwammig formuliert. Geht es um 10 Jahre nach der Erschaffung des Werk? Um 10 Jahre nach dem Tod des Urhebers? Wahrscheinlich ist mit "Schutzfrist" eh das Verwertungsrecht gemeint, aber wieso sollte das Werk gemeinfrei werden?

Mit "Nach dem Tod des Urhebers wird jedes Werk unter die Lizenz CC-BY gestellt" könnte ich hingegen gut leben. Wieso sollte denn der Urheber des Werks gar nicht genannt werden müssen?

Man könnte auch argumentieren, dass 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung wirklich lange genug sein sollten, um etwas ausgiebig kommerziell zu verwerten. Auch danach wird es genug Leute geben, die sich nicht mit amateurmäßig hergestellten Kopien zufriedengeben und lieber eine professionelle Version kaufen wollen.

Auch gedruckte Ausgaben von Büchern, die schon lange gemeinfrei sind, verkaufen sich immer noch.

Da gebe ich dir Recht.

Das ist einer meiner Vorschläge auf der von dir angesprochenen Plattform. Nach dem Tod des Urherbers sollten Schutzfristen enden.

Die Creative Commons Lizenz ist eine Gute Idee.
Bitte in die Liste auf der Vibe Seite eintragen.

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