Erhöhte Gefahr durch Gletscherspalten für Bergsteiger in den Alpen

  • Das Kuratorium für Alpine Sicherheit in Innsbruck warnt Bergsteiger vor einem erhöhten Risiko durch Gletscherspalten.
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    foto: apa/h. slupetzky

    Das Kuratorium für Alpine Sicherheit in Innsbruck warnt Bergsteiger vor einem erhöhten Risiko durch Gletscherspalten.

Schneedecke gerade auf Gletschern südlich des Alpenhauptkammes "für diese Jahreszeit unterdurchschnittlich"

Innsbruck - Das Kuratorium für Alpine Sicherheit mit Sitz in Innsbruck warnt vor einem erhöhten Risiko durch Gletscherspalten. Während die meisten Skifahrer ihre Wintersportgeräte bereits längst im Keller verstaut hätten, herrsche bei den Bergsteigern auf den Gletschern Hochsaison: Pfingsten sei das Wochenende für Ski-Hochtouren, dann gehe die Saison für das klassische Gletscher-Bergsteigen erst richtig los.

Wie das Unglück am Großvenediger vor wenigen Wochen gezeigt habe, dürfte "gerade heuer" die Spaltengefahr nicht unterschätzt werden. Dabei war Ende April ein slowakischer Bergsteiger in einer Spalte gestorben, ein Alpinpolizist kam beim Bergeversuch ums Leben.

Schneebrücken womöglich unsicher

Die Schneedecke auf den heimischen Gletschern südlich des Alpenhauptkammes sei "für diese Jahreszeit unterdurchschnittlich", warnte das Kuratorium. Daher könnten Schneebrücken über Gletscherspalten besonders unsicher sein. "Im vergangenen Winter hat es leider keine einzige echte Südstaulage mit nennenswerten Schneefällen gegeben, somit ist hier die Schneedecke wesentlich dünner als im Norden - auch ganz oben in den Nährgebieten der Gletscher", betonte Andrea Fischer, Glaziologin an der Universität Innsbruck und Leiterin des Gletschermessdienstes des Alpenvereines in der Aussendung am Mittwoch.

Zur Schneearmut in einigen Gebirgsregionen komme noch hinzu, dass der kalte Winter die Schwimmschneebildung verstärkte, die besonders über Spalten zu einem lockeren Schneegefüge geführt habe, erklärte Kuratortium-Präsident Karl Gabl. Dadurch seien die Schneebrücken schwächer als bei einer verfestigten Firnbrücke. Die Tragfähigkeit sei "stark vermindert". Gabl riet, unbedingt immer angeseilt am Gletscher unterwegs zu sein, "denn auch auf den schneereichen Gletschern nördlich des Alpenhauptkammes reicht eine einzige abgewehte Kuppe für einen Spaltensturz aus. (APA, 23.5.2012)

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