Blut von Ronald Reagan wird versteigert

23. Mai 2012, 13:55
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Bei den Vertretern der Ronald-Reagan-Stiftung stößt die Auktion auf harsche Kritik

Seit Sonntag versteigert ein Online-Auktionshaus mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Guernsey eine Ampulle mit Blut des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, der im Jahr 2004 starb. Auf seiner Website zeigt das Unternehmen PFC Auctions das Foto einer Ampulle, in der sich getrocknete Blutüberreste befinden sollen. Dazu gibt es ein ärztliches Zertifikat, auf dem Name, Alter, Geschlecht und Versicherungsnummer des ehemaligen Präsidenten vermerkt sind. Dieses soll die Echtheit des Blutes beweisen.

Dem auf der Ampulle angeführten Datum zufolge wurde Reagan die Blutprobe am 30. März 1981 im George-Washington-Universitätskrankenhaus abgenommen. Das ist jener Tag, an dem er von John Hinckley jr. in Washington angeschossen wurde. Reagan war bei diesem Attentat in der Lunge getroffen worden und hatte starke innere Blutungen erlitten.

Ein feiger Akt

Der Verkäufer der Ampulle ist namentlich nicht bekannt. In einem Schreiben teilt er mit, dass er das Relikt von seiner Mutter geerbt habe. Diese soll in jenem Labor gearbeitet haben, in dem Reagans Blut getestet wurde.

Er ist überzeugt davon, dass er mit dem Verkauf in Reagans Interesse handelt: "Ich war ein richtiger Fan von Reagonomics (Reagans Wirtschaftspolitik, Anm.) und hatte das Gefühl, dass es der Präsident Reagan lieber sehen würde, es zu verkaufen anstatt es zu spenden."

Wenig erfreut über den Verkauf von Reagans Lebenssaft zeigt sich die Ronald-Reagan-Stiftung. Geschäftsführer John Heubusch spricht von einem feigen Akt und und erklärt, dass von der Stiftungen alle rechtlichen Möglichkeiten ergriffen werden, um den Kauf oder Verkauf zu stoppen. Ob dieses Vorhaben erfolgreich sein wird, ist fraglich, denn die Auktion endet bereits am Donnerstag. Das Höchstgebot lag Mittwochmittag bei 9.181 Pfund (etwa 11.400 Euro). (Reuters/red, derStandard.at, 23.5.2012)

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    Ein ärztliches Zertifikat soll die Echtheit bestätigen.

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