Europas Börsen mit sehr starken Verlusten

23. Mai 2012, 18:39
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Möglicher Euro-Austritt der Griechen - Alle Branchen schwach

Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch tief in der Verlustzone aus dem Handel gegangen. Mit einer schwachen Tendenz an der Wall Street wurden in Europa die Kursverluste im Späthandel nochmals ausgeweitet. Bereits zuvor hatten mehrere Faktoren auf die Aktienkurse gedrückt. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich zum Sitzungsende 2,68 Prozent auf 2.134,05 Zähler.

Im Frühhandel hatten Marktteilnehmern zufolge bereits Befürchtungen über einen griechischen Austritt aus dem Euro-Raum belastet, nachdem der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos von realen Austrittsgefahren und entsprechenden Vorbereitungen seines Landes für ein Verlassen der Eurozone gesprochen hatte. In Deutschland ist im Zuge der Nervosität an den Finanzmärkten die Rendite dreißigjähriger Staatsanleihen erstmals unter zwei Prozent gefallen. Zudem war der Euro zum US-Dollar zum ersten Mal seit August 2010 wieder unter die Marke von 1,26 gesunken.

Die Verkaufswelle erfasste Aktien aus allen Branchen. Die anhaltenden Sorgen um die Eurozone drückten die Finanzwerte weit in die Verlustzone. Kursverluste von mehr als fünf Prozent mussten die niederländische ING verbuchen. Jeweils um mehr als vier Prozent knickten Intesa San Paolo, Societe Generale und Banco Bilbao ein. UniCredit-Papiere rutschten um 3,21 Prozent auf 2,536 Euro ab.

Massiv unter Verkaufsdruck standen im Sog tieferer Metallpreise auch die Rohstoffwerte. Hier verloren in London die Bergbauwerte Vedanta Resources und Kazakhmys mit minus 9,12 Prozent sowie minus 7,86 Prozent am deutlichsten.

Als positive Ausnahmeerscheinung galten Carrefour. Die Aktie des französischen Einzelhändlers legte nach einer positiven Analystenmeldung um 3,41 Prozent auf 14,40 Euro zu waren damit einziger Kursgewinner unter allen 50 im Euro-Stoxx-50 vertretenen europäischen Blue Chips.

Aktien von SAP fielen nach der angekündigten Übernahme des Cloud-Spezialisten Ariba um vergleichsweise moderate 0,90 Prozent auf 47,38 Euro. Durch die Offerte geht der ewige Kampf zwischen den Walldorfern und Oracle in eine neue Runde. SAP bietet 45 US-Dollar je Ariba-Aktie, was einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden Dollar entspricht. (APA, 23.5.2012)

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            1.920,19     -  48,60       -2,47
 Frankfurt      DAX            6.285,75     - 149,85       -2,33
 London         FT-SE-100      5.266,41     - 136,9        -2,53
 Paris          CAC-40         3.050,20     -  33,89       -1,10
 Zürich         SPI            5.437,51     -  84,76       -1,53
 Mailand        FTSE MIB      12.960,87     - 495,16       -3,68
 Madrid         IBEX-35        6.440,50     - 220,80       -3,31
 Amsterdam      AEX              289,16     -   6,79       -2,29
 Brüssel        BEL-20         2.089,49     -  52,92       -2,47
 Stockholm      SX Gesamt        974,56     -  25,97       -2,60
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.134,05     -  58,80       -2,68
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