SAP greift Oracle mit Milliardenübernahme an

Software-Konzern übernimmt Ariba mit Wert von 4,3 Milliarden Dollar

Im Wettkampf um den Wachstumsmarkt Cloud-Computing geht der Softwarekonzern SAP mit einer weiteren Milliardenübernahme in den USA in die Offensive. Die Walldorfer teilten am Dienstagabend mit, das an der Computerbörse Nasdaq gelistete Unternehmen Ariba zu einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Je Aktie sollen 45,00 US-Dollar fließen. Ariba-Aktien schossen daraufhin um knapp 20 Prozent in die Höhe und erreichten dabei fast genau den von SAP gebotenen Preis von 45 Dollar.

"Das zusätzliche Angebot von Ariba schafft das Geschäftsnetzwerk der Zukunft"

Ariba bietet Handelsnetzwerke in der sogenannten Cloud an. Gemeint ist damit, dass Programme und Daten auf großen Servern im Internet lagern statt auf vielen einzelnen Rechnern. "Das zusätzliche Angebot von Ariba schafft das Geschäftsnetzwerk der Zukunft", erklärten die beiden SAP-Chefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe am späten Dienstag. An diesem Mittwoch ist die Hauptversammlung von SAP in Mannheim.

SAP ist Marktführer bei Software, mit der Unternehmen etwa ihre Buchhaltung erledigen. Jedoch drängt sich schon seit Jahren die amerikanische Oracle mit milliardenschweren Zukäufen in das Feld. Oracle seinerseits ist die Nummer eins bei den Datenbank-Programmen. Beide Unternehmen liegen im Dauerclinch.

Preis

Der Verwaltungsrat von Ariba hat der Übernahme bereits zugestimmt. Nun müssen noch die Aktionäre der US-Firma und die Kartellbehörden Ja sagen. SAP will den Kauf aus liquiden Mitteln und über ein Darlehen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro finanzieren. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal erwartet. Die Übernahme soll sich ab dem kommenden Jahr positiv auf den SAP-Gewinn je Aktie auswirken.

Branchenexperten lobten die geplante Übernahme in ersten Reaktionen. Analyst Richard Williams von Cross Research hält den Kaufpreis für eher niedrig und hält daher ein Gegengebot für wahrscheinlich. Kirk Materne von Evercore dagegen bezeichnete den Preis als fair. Ariba scheine gut zur neuen Cloud-Strategie von SAP zu passen, erklärte er.

SAP-Aktionäre zeigten sich wenig begeistert

Die SAP-Aktionäre zeigten sich wenig begeistert: Zuletzt kosteten die Papiere der Walldorfer im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz 46,48 Euro. Den Xetra-Handel hatten die Titel noch mit 47,81 Euro verlassen. Ariba-Titel waren zunächst vom Handel ausgesetzt, legten dann aber um 20 Prozent auf 44,96 Dollar zu. (APA/dpa/Reuters, 23.05. 2012)

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