Hilfs-NGOs befürchten Spendeneinbruch durch lange Kontozahlen

23. Mai 2012, 07:38
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Österreich setzt Bestimmungen ein Jahr früher um als von der EU verlangt

Wien - Anfang 2013 werden in Österreich die Kontonummern auf eine 20-stellige Norm (IBAN) umgestellt, die für die ganze Eurozone gültig ist. Der Fundraising Verband fürchtet dadurch einen massiven Rückgang des Spendenaufkommens und appelliert an die Banken, im Gleichklang mit der EU die Kontonummern erst Anfang 2014 umzustellen.

Weitere Forderungen der Spendenorganisationen: Die Bevölkerung soll in einer umfangreichen Kampagne auf die Umstellung vorbereitet werden. Und alte Erlagscheine mit den kurzen Kontonummern sollen in einer Übergangszeit bis 2016 parallel zu den neuen Erlagscheinen weiter gültig bleiben. Derzeit laute der Plan, ab 1. Jänner 2013 Zahlungen mit den alten Erlagscheinen abzulehnen, kritisiert Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria.

Kostenpflichtige Rücküberweisung

Wer beim Abschreiben des 20-stelligen IBAN einen Fehler macht, müsse aufwendig und kostenpflichtig um eine Rücküberweisung ansuchen, kritisiert Lutschinger. Immerhin gehe es um 180 Millionen Erlagscheine, die in den nächsten sechs Monaten in Österreich umgestellt werden müssen.

In Österreich seien nach wie vor Zahlungen mittels Zahlungsanweisung die mit Abstand beliebteste Form des Spendens. "Diese überfallsartige Zwangsumstellung auf die neuen EU-Zahlscheine ab Jänner 2013 könnte dazu führen, dass es ältere Menschen überhaupt vermeiden, Einzahlungen vorzunehmen. Das könnte wichtige Hilfsprojekte hart treffen, weil Spenden ausbleiben", fürchtet Lutschinger. (APA, 23.5.2012)

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