Alle drei Angeklagten bekannten sich "nicht schuldig"

Livebericht | 22. Mai 2012, 20:17

Küssel und Felix B. entschlugen sich jeder Aussage

Gleich zu Beginn des Strafprozesses wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung haben sich die Angeklagten  Gottfried Küssel, Wilhelm A. und Felix B. als "nicht schuldig" bekannt.  In weiterer Folge entschlugen sich Küssel und der Angeklagte B. gänzlich der Aussage.  B's Anwalt: "Ich habe meinem Mandanten, so lange die menschenrechtliche Situation nicht geklärt ist, verboten, hier Fragen zu beantworten." Angeklagter A. wies die Verantwortung für alpen.donau.info von sich.  Nach Ansicht des Staatsanwaltes Hans-Peter Kronawetter soll A. jedoch das "technische Mastermind" von "ADI" gewesen sein.

Die Zusammenfassung des Prozesses finden Sie hier.

Neuester Eintrag oben
22.5., 20:58
Nach Verbotsgesetz und Waffengesetz angeklagt: Gottfried Küssel (Foto: STANDARD/Corn)
23.5., 12:00
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER
22.5., 20:57Maria Sterkl derStandard.at

Mit einigen Verzögerungen hatte der Wiederbetätigungsprozess gegen Gottfried Küssel, Felix B. und Wilhelm A.

am Montag begonnen. Am Mittwoch sollen erstmals die Beschuldigten selbst zu Wort kommen. Wir berichten live ab 9.30 Uhr aus dem Straflandesgericht Wien. Posten Sie mit!
23.5., 09:35Maria Sterkl derStandard.at

Guten Morgen aus dem Straflandesgericht Wien. Für die Presse sind heute zwei Sitzreihen reserviert. Alle haben Platz gefunden.

23.5., 09:36Maria Sterkl derStandard.at

Küssel-Anwalt Dohr beschwert sich über die gestrige Ermahnung der Verteidiger durch die Vorsitzende.

Martina Krainz hatte die Anwälte ermahnt, weil sie gegen die Vorführung eines Films durch den Staatsanwalt protestiert hatten. Krainz hatte sich falsch verstanden gesehen - sie habe "Stummfilm" gesagt, nicht "Filmvortrag" - "das steht auch so im Standard-LIvebericht", so Dohr
23.5., 09:38Maria Sterkl derStandard.at

"Dann schreibt also der Standard falsch mit?", fragt Dohr. - "Naja, nicht falsch, aber

vielleicht lückenhaft", sagt die Vorsitzende. (Hoffe, hier alles lückenlos zitiert zu haben, Anm.)
23.5., 09:40Maria Sterkl derStandard.at

Die Vorsitzende weist den Antrag auf Zurücknahme der Ermahnung ab.

23.5., 09:41Maria Sterkl derStandard.at

Grund für die Ermahnung sei nicht der Inhalt gewesen, sondern "die mehrmalige Störung des Prozesses" durch die Verteidiger

23.5., 09:42Maria Sterkl derStandard.at

Entscheidung über die Anträge: Zöchling und die

Frau mit jüdischem Hintergrund, die vom B.-Anwalt beantragt worden war, werden nicht geladen. Über die Ladung eines Sachverständigen behält sich die Vorsitzende die Entscheidung vor.
23.5., 09:42Maria Sterkl derStandard.at

Einer der beantragten Zeugen wird geladen.

23.5., 09:43Maria Sterkl derStandard.at

Der Anwalt B.s rügt diese Entscheidung. Hier werde

der Beweiswürdigung vorgegriffen. Er möchte einen Antrag stellen, Krainz lehnt das ab. Kurzes Hickhack.
23.5., 09:44Maria Sterkl derStandard.at

Es geht um die Ladung des Sachverständigen. B.s Anwalt Herbert Orlich ist sichtlich aufgebracht.

23.5., 09:44Maria Sterkl derStandard.at

Er stellt den Antrag, vor Befragung der BelastungszeugInnen einen/eine unabhängigeN SachverständigeN zu laden.

23.5., 09:45Maria Sterkl derStandard.at

So solle geklärt werden, ob es eine kausale Verknüpfung zwischen den Angeklagten und den Webseiten gebe.

Man möge "einen unabhängigen Sachverständigen aus dem Bereich EDV, Internet und MEdien" beziehen.
23.5., 09:46Maria Sterkl derStandard.at

Die verfahrensgegenständlichen Originaldaten sollten

vom Sachverständigen geprüft werden. Der heutige Zustand dieser Daten sei maßgeblich. Es reiche nicht, einen EDV-Experten des BVT zu laden, man brauche "einen unabhängigen Sachverständigen".
23.5., 09:47Maria Sterkl derStandard.at

Für die Beweisaufnahme sei "besonderes Fachwissen" erforderlich. Der SV solle den Geschworenen erläutern, ob das, was die Belastungszeugen sagen, "technisch plausibel" sei, meint der Verteidiger.

23.5., 09:48Maria Sterkl derStandard.at

Nur, wenn den Geschworenen bei der Vernehmung der BelastungszeugInnen

die Hilfe durch einen solchen Sachverständigen bereitgestellt werde, könnten sie sich ein sachkundiges, eigenes Urteil über den Wahrheitsgehalt der Aussagen bilden zu können.
23.5., 09:50Maria Sterkl derStandard.at

"In einem rechtsstaatlichen Verfahren können Belastungszeugen niemals die Funktion eines richterlichen Hilfsorgans übernehmen", sagt der Verteidiger.

Der geladene EDV-Experte werde geladen, um die Plausibilität der eigenen Angaben zu prüfen - der Prüfer prüfe sich selbst. "Das ist in ienem rechtsstaatl. Verfahren undenkbar", sagt Orlich.
23.5., 09:51Maria Sterkl derStandard.at

(Hintergrund:

Krainz will einen EDV-Experten der ermittelnden Behörde laden, die Verteidigung verlangt einen unabhängigen Sachverständigen. Dass die Vorsitzende sich die Entscheidung über die Ladung des SV weiterhin vorbehält, wird als Zeichen gedeutet, dass sie den Antrag ablehnen will, Anm.)
23.5., 09:52Maria Sterkl derStandard.at

Die BelastungszeugInnen würden "die Vernehmung dafür nutzen, um die Ergebnisse ihrer langjährigen Arbeit zu verteidigen", meint Orlich, "ohne ÜBerprüfung

durch einen Sachverständigen wird ihnen das auch gelingen".
23.5., 09:53Maria Sterkl derStandard.at

Gelänge es einem Verteidiger dennoch, einen Belastungszeugen bei einer Unrichtigkeit zu ertappen, "so gebe es keinen fachkundigen Schiedsrichter", der beurteilen könne, wer Recht hat

23.5., 09:53Maria Sterkl derStandard.at

Das sei "ein übles Spiel, bei dem die Verteidigung von vornherein auf verlorenem Posten stünde".

23.5., 09:53Maria Sterkl derStandard.at

Orlich verlangt, dass der Senat "unverzüglich über den Antrag entscheide"

23.5., 09:54Maria Sterkl derStandard.at

Die Berufsrichter verlassen den Saal, um über den Antrag zu beraten.

23.5., 09:58Maria Sterkl derStandard.at

Beschluss: "Teilpunkt 1 wird abgelehnt, Sie unterstellen den Beamten, dass sie Amtsmissbrauch begehen,

wenn Sie dafür Anhaltspunkte haben, dann legen Sie die auf den Tisch. Zu Teilpunkt 2: Die Entscheidung des Sachverständigen wird vorbehalten."
23.5., 09:58Maria Sterkl derStandard.at

(Anm. Teilpunkt 1: Es geht um

die Beischaffung der Logfiles)
23.5., 09:59Maria Sterkl derStandard.at

A.s Anwalt: "Ich stelle das höfliche Ersuchen, mitzuteilen, wer Hauptgeschworene und wer ERsatzgeschworene sind". Krainz: "Die ersten acht sind Hauptgeschworene." - "Welche acht?" - "Sie sitzen wunderbar in der Reihe."

23.5., 10:00Maria Sterkl derStandard.at

A.s Anwalt beantragt zudem, dass das HAndout des StA, das dieser an die Geschworenen verteilt hat,

in den Akt komme
23.5., 10:00Maria Sterkl derStandard.at

Zudem wünscht der Verteidiger eine schriftliche Ausfertigung des Ermahnungsbeschlusses.

23.5., 10:00Maria Sterkl derStandard.at

Alle Angeklagten bekennen sich "nicht schuldig".

23.5., 10:01Maria Sterkl derStandard.at

Wihelm A. hat in der Mitte Platz genommen.

23.5., 10:02Maria Sterkl derStandard.at

A.s Verteidiger legt Krainz eine Urkundenvorlage

betreffend Perfect Privacy vor.
23.5., 10:03Maria Sterkl derStandard.at

Ermahnung der Anwesenden: Mehrere Handys seien gesichtet worden, "ich weiß nicht, wer da eine Videofunktion hat".

23.5., 10:03Maria Sterkl derStandard.at

A. wird jetzt befragt.

23.5., 10:04Maria Sterkl derStandard.at

Er sei "im Burgenland in einem kleinen Kurort aufgewachsen", habe dort die Schule besucht, "war dann in verschiedenen Berufen tätig".

23.5., 10:04Maria Sterkl derStandard.at

"Eines meiner Steckenpferde ist unter anderem die EDV. Zuletzt war ich in einer Arbeitsgemeinschaft Perfect Privacy, das ist ein Zusammenschluss auf internationalem Level, der sich für Datenschutz einsetzt."

23.5., 10:05Maria Sterkl derStandard.at

"Wenn Sie chatten oder E-Mails verschicken, dann passiert das in der Regel unverschlüsselt -außer, Sie verfügen über besondere Kenntnisse und konfigurieren das entprechend ..." - Krainz unterbricht: "Moment, wir schweifen ab"

23.5., 10:07Maria Sterkl derStandard.at

Welches Verhältnis er zu Küssel und B. habe? - "Küssel habe ich einmal getroffen, vor 7 oder 8 Jahren, bei einem Strafprozess, der damals gegen mit geführt wurde,

ebenfalls nach dem Verbotsgesetz. Ein Jugendfreund, der Herr RAdl, meinte, Küssel könne mir mit Erfahrung dienen, wie das abläuft, diese Prozesse, damit ich mich drauf einstellen kann. Wir haben dann Küssel getroffen, er hat geschildert, wie das vor sich geht. Wir sind dann auch so geschieden. Das war das einzige Mal, wo ich Küssel gesehen habe."
23.5., 10:08Maria Sterkl derStandard.at

Ob er mit ihm in Kontakt geblieben sei? - "An sich nicht. Es gab dann, soweit ich mich entsinnen kann, eine Anfrage von Radl, ob

er meine Telefonnr. an den Hr. B. weitergeben dürfe. Wurde dann von B. angerufen, der wollte mich treffen, über allgemeine Dinge sprechen."
23.5., 10:08Maria Sterkl derStandard.at

"Ich kann mich nicht an alles entsinnen, mein Computer wurde ja beschlagnahmt, sonst könnte ich in meinen Mails nachsehen. Wir haben uns dann getroffen, in diesem Rahmen kam es zu den E-Mails, die ausgetauscht wurden."

23.5., 10:09Maria Sterkl derStandard.at

"Woher kennen S' den Herrn B.?" - "Kenne ihn eigentlich nicht, er wurde mir von Radl vermittelt." - "Vermittelt für was?" - "Ich nehme an, dass es Gemeinsamkeiten gibt."

23.5., 10:09Maria Sterkl derStandard.at

Krainz:"Die Gemeinsamkeit ist, dass Sie alle in rechten Kreisen unterwegs sind?" - "Kann man so sagen, ja."

23.5., 10:10Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Gehört da der Herr Robert M. auch dazu?" - "Weiß ich nciht. Ich habe ihn online kennengelernt, vermutlich über Instant Message." - "Was verbindet Sie mit Robert M.?" - "Er ist auch in dieser Arbeitsgemeinschaft PerfectPrivacy"

23.5., 10:11Maria Sterkl derStandard.at

"M. hatte eine Firma, die sich nicht gut entwickelt hat, er hat nach Alternativen gesucht. Also haben wir gesagt, wir konfigurieren Server, stellen ProxyServer zur Verfügung."

23.5., 10:13Maria Sterkl derStandard.at

"Es ging um Datenschutz. Denn Verbindungen, die eigentlich völlig harmlos aussehen, zu Google zum Beispiel, werden ja nicht direkt hergestellt, sondern über Hubs.

An jedem dieser Knotenpunkte kann Ihre Kommunikation überwacht werden, und das passiert auch. Der Patriot Act hat die USA zum Beispiel dazu ermächtigt. Das sind Primärpunkte, die das Internet weltweit zusammenhalten. Es wird angenommen, dass 80 Prozent der Internetkommunikation über solche primären Knotenpunkte läuft. Mit jeder Verbindung, die Sie herstellen, auch jeder E-Mail, die Sie schicken, enthüllen Sie Ihre IP-Adresse. Das ist wie eine Telefonnummer. Aufgrund dieser Nr. können Sie jederzeit identifiziert werden", erklärt A. den Geschworenen, die aufmerksam lauschen.
23.5., 10:14Maria Sterkl derStandard.at

"Mein eigener Vater hatte auch eines Tages plötzlich einen gmail-Account. Ich war verwundert. Da haben Sie einen enormen Speicherplatz, und ..." - Krainz: "Herr A., Ihr Wissen in Ehren, aber ..."

23.5., 10:16Maria Sterkl derStandard.at

A. fährt fort. "Wenn Sie nicht identifiziert werden wollen, können Sie einen Privatsphärendienst wie PerfectPrivacy verwenden. So können Sie Ihre E-Mails verstecken

und andere IP-Adressen verwenden. Das schützt Sie davor, dass andere Ihre Daten verwenden können."
23.5., 10:17Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Perfect Privacy ist aber kein Textverschlüsselungsprogramm?" - "Nein, es ist auch kein Festplattenverschlüsselungsprogramm. Das einzige, was wir verschlüsseln,

ist die laufende Internetverbindung."
23.5., 10:18Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Was kann ein Proxy Server?" - "Um vollen Schutz zu haben, müssen Sie gleichzeitig Ihre IP-Adresse verschleiern. Das macht ein Proxy Server. Damit Google, Ebay oder wer auch immer nicht mehr weiß, wer Sie sind."

23.5., 10:19Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Jetzt noch ein paar Worte zu Truecrypt."

"Das ist ein Festplattenverschlüsselungsprogramm. Ein Notebook kann Ihnen ja überall entwendet werden. DAnn hat die Person, die es entwendet, auf alle Ihre DAten zugreifen. Darum nehmen Sie truecrypt, und können das verschlüsseln."
23.5., 10:20Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Wie viel Prozent von Otto Normalverbraucher verwenden solche Verschlüsselungsprogramme?" - "Habe dazu keine Zahlen. Ich nehme an, das machen Leute, die ein gewisses Bewusstsein haben, dass das Ganze

nicht so harmlos ist, wie getan wird."
23.5., 10:21Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Was haben Sie zuhause an Computern?" - "Viele. Zwei, drei Notebooks, einen Fest-PC, ein iPad, meine iPhones, eine

enorme Zahl an Hardware." - "Und was ist da gelaufen, als die Polizei gekommen ist?"
23.5., 10:23Maria Sterkl derStandard.at

Krainz blättert in Unterlagen. "DA war ein Stand-PC eingeschaltet. Und Ihre Freundin hat während der Hausdurchsuchung versucht, den auszuschalten und hat den Resert-Knopf gedrückt." - "Ja."

23.5., 10:23Maria Sterkl derStandard.at

"Um 18.30h hat die Hausdurchsuchunge begonnen. Am Küchentisch war ein Notebook und ein Stand-PC. Sie hat beim PC den Reset-Knopf gedrückt. Das ist ja eher ungewöhnlich. Warum?", fragt Krainz.

23.5., 10:24Maria Sterkl derStandard.at

"Sie ist bei Perfect Privacy mit der Userbetreuung betraut und musste deren DAten schützen."

23.5., 10:26Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Haben Sie irgendwann von Küssel ein Mail erhalten, dass Sie zwei Homepages installieren?" - "Ja, ich habe von der Mailadresse, die normalerweise Küssel zuzuordnen ist, ein Mail erhalten,

ob ich gewisse Domains für ihn organisieren könnte." - "Seine Mailadresse haben Sie also schon vorher gehabt?" - "Er hat zumindest meine gehabt."
23.5., 10:26Maria Sterkl derStandard.at

"War das der erste Kontakt, den Sie per Mail mit ihm gehabt haben?" - "Glaube shcon."

23.5., 10:27Maria Sterkl derStandard.at

Um welche Domains es gegangen sei? - "Zwei Domains. Genaue Bezeichnung könnte ich nicht wiedergeben. Ich habe gestern erfahren, dass die letztendlich registrieren anders geheißen haben als ursprünglich geplant. Themengebiet war "Alpen-Donau."

23.5., 10:27Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Was stellt Alpen-Donau für Sie dar?" -"Nehme an, dass die Bezeichnnung irgendwie in den Domains enthalten sein sollte."

23.5., 10:28Maria Sterkl derStandard.at

"Was haben Sie damit verbunden?" - "Gar nichts Konkretes. Er hat gesagt, er will ein Newsportal wie altermedia. Das ist meiner Meinung nach das ideologische Gegenstück zu Indymedia."

23.5., 10:29Maria Sterkl derStandard.at

"Indymedia würde ich eher als politisch links, Altermedia als politisch rechts charakterisieren."

23.5., 10:29Maria Sterkl derStandard.at

Krainz. "Verbinden Sie Konkretes mit altermedia?" - "Ist eine Seite, die ich inhaltlich nicht wirklich kenne."

23.5., 10:31Maria Sterkl derStandard.at

Krainz liest Küssels Mail an A. vor.

Es geht um den Auftrag, die Domains zu installieren. "Ich muss da etwas dazu sagen", sagt A. "Der Hinweis 'Wir planen eine Seite wie Altermedia' ist für mich als Informatiker eine Beschreibung dessen, was er sich technisch von der Seite erwartet. Eine Beschreibung der Hosting-Anforderungen." - "Also nicht inhaltlich?" - "Na, ich kann ja nicht wissen, was der Herr Küssel plant."
23.5., 10:32Maria Sterkl derStandard.at

"Wie haben Sie auf diese Mail reagiert?" - "Ich bin mir nicht völlig im Klaren, wie es zu dieser Mail gekommen ist,

vermutlich hat es Gesrpäche gegeben zwischen Küssel und anderen, und da hat man gesagt, der Herr A. ist in einem Privatsphärendienst tätig und hat wohl Bekanntschaften und Kenntnis, um so etwas zu hosten", sagt A.
23.5., 10:34Maria Sterkl derStandard.at

"Herr A., die Frage war, wie Sie reagiert haben." - "Ich war gerade dabei. Reagiert habe ich damit, dass ich gesagt habe, er soll sich das selber machen." - "Warum?" - "Weil wir eben kein Hosting-Betrieb sind. Wirhosten nicht, haben mit pgp nichts zu tun,

wir verschlüsseln auch keine Festplatten."
23.5., 10:34Maria Sterkl derStandard.at

Krainz. "Warum haben Sie zurückgeschrieben 'Will damit nichts zu tun haben' und klären ihn nicht einfach auf, dass das von Ihrem

Tätigkeitsprofil nicht umfasst ist?"
23.5., 10:34Maria Sterkl derStandard.at

A. überlegt. Sein Anwalt: "Umfassender ablehnen kann man es wohl nicht."

23.5., 10:35Maria Sterkl derStandard.at

A.: "Ich kann ja nicht wissen, ob mich Küssel wirklich deshalb kontaktiert hat,

wegen Perfect Privacy - und mir ist am liebsten, ich antworte klipp und klar und antworte nicht um den Brei herum."
23.5., 10:36Maria Sterkl derStandard.at

"Haben Sie später Domains für Küssel registriert?" - "Nein." - "Haben Sie überhaupt irgendwelche Domains registriert, die mit dem Forum zu tun haben?" -"Nein."

23.5., 10:37Maria Sterkl derStandard.at

Auch mit DreamHost habe er nichts zu tun, sagt A. Er wisse aber, dass es eine

relativ große Firma sei. "Das waren vier Studenten, die haben eine eigene Verwaltungssoftware geschrieben, haben gesagt, sie bieten Hosting an, und das war sehr benutzerfreundlich und ist sehr gut angekommen."
23.5., 10:38Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: Alpen-Donau.info sei über PayPal bezahlt worden,

und zwar Robert M., "können Sie dazu etwas sagen?"
23.5., 10:39Maria Sterkl derStandard.at

"Das stimmt meines Erachtens nicht, meines Wissens ist das über den Account von einem Herrn Hunter W. gelaufen" - "Warum hat dann Robert M. dafür bezahlt?"

23.5., 10:40Maria Sterkl derStandard.at

"Vielleicht ist das kurzfristig über ihn gelaufen."

23.5., 10:40Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "In Ihrem Haus wurden Visa-Rechnungen an DreamHost gefunden." - "Ja, aber das hat nichts mit Alpen-Donau.info zu tun. Ich habe in den letzten

JAhren in Domains investiert - die werden ja immer teurer."
23.5., 10:41Maria Sterkl derStandard.at

Wieder kurzer Expertenvortrag über Domains und deren Marktentwicklung.

23.5., 10:43Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert aus Polizei-Aussage A.s: "Ich habe keine Geschäftsbeziehung zu DreamHost und zahle auch nichts an diese Firma." Warum er das so geasgt habe? - "Das stimmt so nicht. Man hat mir

Kontoauszüge vorgelegt." - "DAs war zu einem Zeitpunkt, wo man Ihnen noch keine Auszüge vorgelegt hat."
23.5., 10:44Maria Sterkl derStandard.at

Verwirrung bei A.s Anwalt, auf welche Einvernahme sich Krainz bezieht. "Warum muss ich denn alles drei Mal sagen?", fragt Krainz.

Blättern im Akt.
23.5., 10:45Maria Sterkl derStandard.at

A. meint, er habe ein privates Konto bei DreamHost gehabt, keine Geschäftsbeziehungen.

23.5., 10:45Maria Sterkl derStandard.at

A. meint, er habe ein privates Konto bei DreamHost gehabt, keine Geschäftsbeziehungen.

23.5., 10:46Maria Sterkl derStandard.at

Geschworene brauchen Pause - fünf MInuten Unterbrechung.

23.5., 10:58Maria Sterkl derStandard.at

Kurze Info zu den Anträgen, die B.s Anwalt zu Beginn gestellt hatte:

Der abgelehnte Teilantrag war, dass ein unabhängiger Sachverständiger sämtliche beschlagnahmte und sonstige verfahrensgegenständliche EDV-Daten sichere und Befund erstatte über ihren Zustand: Abgelehnt. Nicht abgelehnt, aber auch noch nicht entschieden wurde der Antrag auf Beiziehung eines IT-Sachverständigen.
23.5., 10:58Maria Sterkl derStandard.at

Verhandlung geht weiter.

23.5., 10:59Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Ich muss jetzt klarstellen - ich habe vorhin aus der falschen Vernehmung zitiert, und zwar aus der vom Herrn Küssel. Sorry, ist ein Fehler, ist mir passiert."

23.5., 11:00Maria Sterkl derStandard.at

Die Vorsitzende liest jetzt A.s Antwortmail an Küssel vom 26.11.2008 vor: "Bitte nimms nicht persönlich, aber ich will mit diesen Domains, wofür auch immer sie gedacht sind, nichts zu tun haben

und auch für die Registrierung nicht gerade stehen."
23.5., 11:01Maria Sterkl derStandard.at

Was er damit gemeint habe?

"Im Augenblick, wo ich Domains hoste, muss ich mich registrieren, und das ist öffentlich. Man muss sich dann nachsagen lassen, man ist der Registrator. ICh sehe nicht ein, warum ich für den Hr. Küssel meinen Namen hergeben muss."
23.5., 11:01Maria Sterkl derStandard.at

"Warum nicht?" - "Sie kennen die Geschichte des Hr. Küssel - normalerweise kommt nicht sehr viel Gscheites heraus."

23.5., 11:02Maria Sterkl derStandard.at

"Natürlich könnte ich sagen, ich hab den Herrn Küssel so gern und registriere ihm eine Seite,

aber das hat ja Konsequenzen."
23.5., 11:03Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert aus Einvernahme A.s: Dort hatte A. ausgesagt, er habe die Registrierung verweigert, "weil ich noch eine Bewährung offen hatte".

23.5., 11:03Maria Sterkl derStandard.at

(Bewährung nach Verbotsgesetz, Anm.)

23.5., 11:04Maria Sterkl derStandard.at

"Ja, das spielte sicher auch eine Rolle, es gab ja nicht nur einen einzigen Beweggrund", sagt A.

23.5., 11:04Maria Sterkl derStandard.at

"Sie haben ausgesagt, Sie hätten sich auch einmal in Küssels Wohnung getroffen." - "Ja, 2004 oder 2005." - "Haben Sie dann irgendwelche Domains für Küssel registriert?" - "Nein, hab ich nicht."

23.5., 11:07Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Sie haben bei der Polizei ausgesagt,

dass Sie sich nicht erinnern können, eine Registrierung durchgeführt haben, haben aber keine andere Erklärung dafür, als dass sie von Ihrem Account durchgeführt wurden. Warum?" - A.s Anwalt protestiert. Diese Aussage sei erfolgt, nachdem sich die Polizei auf einen Bericht berufen hatte. Den Bericht habe A. aber nie gesehen.
23.5., 11:08Maria Sterkl derStandard.at

"Dieser Bericht ist nicht im Akt", protestiert der Verteidiger. - "No, hat Ihnen die Polizei leicht keinen Bericht gezeigt?" - "Die Polizei hat mir ein Logfile gezeigt, keinen Bericht."

23.5., 11:08Maria Sterkl derStandard.at

A. geht zur Vorsitzenden, um sich den Bericht anzusehen. "Von der Struktur her war es so ähnlich wie das hier, aber nicht ganz."

23.5., 11:10Maria Sterkl derStandard.at

Dialog zwischen Krainz und A., verwirrte Blicke bei den Geschworenen

23.5., 11:11Maria Sterkl derStandard.at

A. nimmt wieder Platz. "Kommen S' nochmal her", sagt die Vorsitzende.

23.5., 11:11Maria Sterkl derStandard.at

"Also Sie sagen, das ist Ihnen nicht gezeigt worden", sagt Krainz."

23.5., 11:12Maria Sterkl derStandard.at

"Brauch ma nicht doch einen Sachverständigen?", fragt Orlich.

23.5., 11:13Maria Sterkl derStandard.at

A.: Der Useragent sei der gleiche gewesen, der Proxyserver auch, darum habe er angenommen, es sei von seinem Anschluss aus registriert worden.

23.5., 11:14Maria Sterkl derStandard.at

Er selbst habe es aber nicht registriert.

23.5., 11:16Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert aus A.s Einvernahme: "Mit großer Wahrscheinlichkeit nehme ich an, dass das

von meinem Anschluss aus registriert wurde und dass ich die Daten an Küssel weitergegeben habe." - "Da es nicht durch ein offenes WLan oder einen Hackingangriff passiert werden sein kann, nehme ich an, dass ich es war - ich weiß aber nicht, wie das passiert ist."
23.5., 11:17Maria Sterkl derStandard.at

"Sagt Ihnen der Name Fridolin S. etwas?" (Es handelt sich um den Fotografen, der sich bei DreamHost wegen einer Copyright-Verletzung durch Alpen-Donau.info beschwert hatte, Anm.)

23.5., 11:19Maria Sterkl derStandard.at

- "Ja." - Die Beschwerde-Mail sei auf seinem PC gefunden worden. Warum? - "Weiß ich nicht." - "Bei der Polizei haben Sie es schon gewusst", sagt Krainz,

dort habe er erklärt, er habe bei der REgistrierung der Domains seinen Account angegeben, darum sei der Fotograf also von DreamHost zu ihm geschickt worden.
23.5., 11:19Maria Sterkl derStandard.at

"Wahrscheinlich hat man mir das als fyi geschickt -Sie werden überrascht sein, was mir Leute alles schicken", sagt A.

23.5., 11:21Maria Sterkl derStandard.at

"Bei der Polizei haben Sie klipp und klar gesagt, die Mail wurde an DreamHost gesendet und von dort zu Ihnen weitergeleitet worden." - "Ich führe das gerne aus. Mir ist bei der Polizei gesagt worden: Herr A., wir haben da ein Problem.

Wir haben da ein E-Mail, das muss von DreamHost an Sie und dann an Küssel weitergeleitet worden sein. Und ich hab gesagt: Ja, vermutlich hat das der Accountbeauftragte an mich weitergeleitet."
23.5., 11:22Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert aus Aussageprotokoll: "Vermutlich habe ich dieses E-Mail an Herrn Küssel weitergeleitet", steht da. A.: "Ja, ich sage ja 'vermutlich'."

23.5., 11:23Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert weiter: "Zu jenem Zeitpunkt hatte ich keinen Zugriff auf ADI-Administration." Davor habe er also schon Zugriff gehabt? - "Nein.

Diese Einvernahmen haben ja eine gewisse Eigendynamik. Natürlich hab ich ein Interesse, so schnell wie möglich enthaftet werden - ob diese Aussagen dann zutreffen oder nicht, ist mir nicht so wichtig, ich will nur aus der U-Haft."
23.5., 11:24Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Herr A., das habe ich in 16 Jahren nie verstanden, das ist die alte Kiste - ich geb möglichst viel zu, damit ich enthaftet werde. Wie soll das gehen?"

23.5., 11:25Maria Sterkl derStandard.at

A.: "Natürlich kann ich sagen ich sag gar nichts. Aber ich kann auch zur Aufklärung beitragen. Wenn ich sage, okay, ich habe in gewisser Zeit

damit zu tun, dann sagen die Beamten na gut, so viel hat er damit eh nicht zu tun gehabt und hat eh nur bei der Registrierung mitgemacht und sonst nichts, also besteht eh keine Tatbegehungsgefahr und wir lassen ihn frei."
23.5., 11:26Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert weiter: A. hatte ausgesagt, er habe die Zugriffsdaten an B. und Küssel weitergegeben. - "Stimmt nicht", sagt A.

23.5., 11:26Maria Sterkl derStandard.at

A.: "Ich wurde ständig gewzungen, Spekulationen über etwas abzugeben, woran ich mich gar nicht mehr erinnern konnte."

23.5., 11:28Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Ich komme jetzt zur vierten Einvernahme. Da waren Sie noch immer inHaft. Da hätten Sie schon wissen müssen, dass Ihre Strategie nicht aufgeht.

Und da haben Sie gesagt, Sie bleiben bei Ihren Aussagen. Wäre es da nicht Zeit gewesen, Ihre Angaben zu ändern?" - "Schaun Sie, ich muss ja bei einer Version bleiben."
23.5., 11:28Maria Sterkl derStandard.at

"Ein bissl später sagen Sie noch einmal, Sie hätten die Zugriffscodes nach der Registrierung an Küssel weitergeleitet." - "Immer unter der Information, dass es diese Registrierung gibt."

23.5., 11:29Maria Sterkl derStandard.at

Warum Küssel nicht selbst registriert habe? - Weil er ihn vermutlich als technischen Administrator in den Betrieb der Homepage einbinden wollte, hatte A. bei der Polizei ausgesagt.

23.5., 11:30Maria Sterkl derStandard.at

"Waren Sie mit Felix B. auch regelmäßig in Mailkontakt?" - "Wieso auch?", fragt A.s Anwalt. - "Nein, nicht regelmäßig", sagt A.

23.5., 11:31Maria Sterkl derStandard.at

Mit Radl sei er schon "seit Jahren nicht mehr in Kontakt", sagt A.

23.5., 11:33Maria Sterkl derStandard.at

Krainz sucht im Akt nach einer E-Mail von Felix B.

an Wilhelm A.: "Hallo Chris, du und deine Kollegen in der BRD sind der Polizei völlig unbekannt, es wurde niemals nach euch befragt, und es gibt nichts, was auf euch hindeutet", heißt es hier. Was das bedeute? (Anm.: Chris = A.)
23.5., 11:34Maria Sterkl derStandard.at

A.: "Das ist seltsam, ich soll der technische Administrator der Seite sein,

weiß aber sechs Monate nach den Hausdurchsuchungen immer noch nicht, dass es Hausdurchsuchungen bei Usern gegeben haben soll?"
23.5., 11:37Maria Sterkl derStandard.at

"Die Hausdurchsuchungen waren im Oktober 2010,

der Mailverkehr stammt von wann?", fragt A.s Anwalt. Die Vorsitzende weiß es nicht.
23.5., 11:39Maria Sterkl derStandard.at

Krainz liest nochmals vor. A. fragt B. per Mail, ob bei ihm eine Hausdurchsuchung stattgefunden habe. "Warum kommen Sie auf die Idee, dass bei B. eine Hausdurchsuchung gegeben hat?" - "Weil bei Küssel eine war, und

ich dachte, vielleicht war bei B. auch eine." - "Wie kommen Sie von Küssel auf B.?" - "Radl hat mich auf B. gebracht." - "Und wie kommen Sie von B. auf Küssel?" - "Weil B. mit mir Kontakt getreten ist, und dachte, Küssel habe ihn zu mir geschickt, weil er im Hintergrund bleibenw ollte."
23.5., 11:40Maria Sterkl derStandard.at

Krainz. "Es gab 18 Hausdurchsuchungen in ganz Österreich in Zusammenhang mit ADI.Warum hat B. gedacht,

dass Sie dasinteressieren könnte?" - "Weil ich politisch interessiert bin."
23.5., 11:41Maria Sterkl derStandard.at

"Unser Umfeld wurde nachrichtendienstlich überwacht", zitiert KRainz aus B.s Mail an A.: - "Das müssen Sie B. fragen, warum er das schreibt. Aber interessant ist,

dass ich der Administrator sein soll, und nichts von den Hausdurchsuchungen weiß."
23.5., 11:41Maria Sterkl derStandard.at

Krainz liest weiter aus B.s E-Mail vor.

23.5., 11:42Maria Sterkl derStandard.at

A.s Anwalt steht auf, will protestieren. Krainz: "Ich stehe knapp vor der zweiten Ermahnung."

23.5., 11:42Maria Sterkl derStandard.at

A.s Anwalt: "Ich weise Sie darauf hin, dass es sich hier um kein E-Mail handelt, sondern um ein Textdokument."

23.5., 11:44Maria Sterkl derStandard.at

Im Text, den Krainz vorliest, ist die Rede von einem M.,

der inhaftiert worden sei, er habe etwas gestanden.
23.5., 11:45Maria Sterkl derStandard.at

Warum Felix B. ihn beruhigt habe, "niemand hat nach dir und deinen Kollegen in Deutschland gefragt"? - A.: "Das müssen Sie B. fragen."

23.5., 11:48Maria Sterkl derStandard.at

"Sind Sie im ADF jemals aufgetreten?" -"Ja, ich hatte dort einen Account - Heidegger." - "Warum Heidegger?" - "Ich wurde informiert,

dass dort Artikel verfasst wurden und Perfect Privacy dort erwähnt wurde. Das ist aber ein geschlossenes Forum, man muss sich einloggen. Natürlich hat mich interessiert, was da über uns geschrieben wird. Also habe ich mich registriert. Das ist dort aber nicht so einfach, ich habe gewartet, bis ich freigeschalten wurde, das ist aber nie passiert. Ich habe dann überlegt, was wir tun können, und meinte, das liege vielleicht daran, dass ich einen Schnellaccount angelegt habe, 'adsf' oder so. Manche Administratoren sehen das nicht so gern - sie wollen, dass die User unter sich bleiben. Also hab ich mich als Heidegger eingeloggt, ein berühmter Philosoph."
23.5., 11:50Maria Sterkl derStandard.at

"Martin Heidegger, ein deutscher Philosoph, umstritten wegen seines Nazi-Hintergrunds?", fragt Krainz. - "Richtig", sagt A. - "ABer seine Lebensgefährtin war Hannah Arendt, eine Jüdin", wirft B.s Anwalt ein. "Danke für die

geschichtliche Belehrung", sagt Krainz, die Bs Anwalt mit Ermahnung droht.
23.5., 11:51Maria Sterkl derStandard.at

Er habe auf ADF nur "ein oder zwei Artikel kurz kommentiert", sagt A., im Sommer 2009,

habe den Moderator angeschrieben "und habe disponiert, dass ich nicht vorhabe, weiterhin etwas zu posten, und dass er meinen Account löschen kann."
23.5., 11:52Maria Sterkl derStandard.at

Warum er auf ADF postete? - "Weil ich verhindern wollte, dass Perfect Privacy dort erwähnt wird, weil sonst haben wir die gesamten Rechtsextremen Österreichs bei uns, und das wollten wir natürlich nicht."

23.5., 11:53Maria Sterkl derStandard.at

"Warum waren diese Domains eigentlich in den USA gehostet?" - "Weiß ich nicht, müssen Sie B. fragen - aber vermutlich, weil dort die Situation der Meinungsfreiheit eine ganz andere ist."

23.5., 11:54Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Am 22.11.2011 ist ADI offline gegangen. Haben Sie vorher Kontakt mit B. gehabt?" - "Ich habe ungefähr zu dieser Zeit Kontakt mit B. gehabt, das war

dieses Mail oder der Chat, was Sie da vorgelesen habe. Offline war es zu diesem Zeitpunkt glaub ich noch nicht."
23.5., 11:56Maria Sterkl derStandard.at

"Hat B. Sie gefragt, ob man die Seite in anderer Form aufbauen könnte und ob Sie ihm dabei behilflich sein könnten?" - "Da sind jetzt auch viele Spekulationen drin. Gekündigt wurde es glaub ich um DreamHost, weil man das nicht mehr

tolerieren wollte." - "Meine Frage war anders." - "B. hat mich vorher schon gefragt, ob ich technischer Admin sein will." - Warum? - "Weil ich gute EDV-Kenntnisse hatte. Und weil der bisherige Admin nicht so verlässlich war."
23.5., 11:57Maria Sterkl derStandard.at

A. glaubt aber, dass es B. nicht nur um ADI gegangen sei, sondern um 70-80 Subdomains.

23.5., 11:59Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "ICh zitiere aus Ihrem Skype-Verkehr mit Felix B.": Da schreibt B., er habe 'Black' und 'Duke' angeschrieben, ohne Erfolg. Ob A. Kontakt zu ihnen habe? A. sagt, er werde es versuchen. B. fragt A., ob er andere US-Kontakte habe, die bei

Neuaufbau der Domain helfen könnten.
23.5., 11:59Maria Sterkl derStandard.at

Warum sich A. angeboten habe, die US-Hosts zu kontaktieren? - "Ich wollte nicht unhöflich sein. Ich habe aber niemanden kontaktiert. Das war nur eine Floskel."

23.5., 12:01Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert weiter aus der Skype-Kommunikation:

Die Domains seien von DreamHost abgestoßen worden, weil der dortige Administrator "der Sohn eines hohen politischen Tieres in Alabama" sei und selbst politische Ambitionen zeige.
23.5., 12:02Maria Sterkl derStandard.at

Krainz zitiert aus einem Posting "Heideggers":

Da ist von türkischen "Jugendgangs" die Rede, die "zu deportieren" seien. Ob das von A. stamme?
23.5., 12:03Maria Sterkl derStandard.at

"Nein", sagt A. Er geht nach vorne zu Krainz,

sieht sich den Ausdruck des Postings an. "Das bin nicht ich", sagt Heidegger, als er den Avatar sieht. "Ich weiß, dass das nicht Ihr Foto ist!", sagt Krainz.
23.5., 12:04Maria Sterkl derStandard.at

A. wundert sich, warum "die ehrenwerte STaatsanwaltschaft" glaube, er sei monatelang untätig gewesen und habe sich dann "für ein Posting" wieder bei ADF angemeldet.

23.5., 12:05Maria Sterkl derStandard.at

"Unter welchem Nutzernamen haben Sie bei Skype gechattet?" - "Muss ich das beantworten?" - "Ich frag Sie." - "Ich behalte mir da die Antwort vor", sagt A.

23.5., 12:09Maria Sterkl derStandard.at

TÜ-Protokoll 15.2.2011, Telefonat A.s mit Robert M.:

M. spricht hier von einem EIntrag des deutschen Verfassungsschutzes, wo davon die REde ist, dass M. der Admin von ADI sei. M. will von A. wissen, wie es dazu komme. "Warum kommt er zu Ihnen damit, was hatten denn Sie mit ADI zu tun?", fragt Krainz. - "Weil er annimmt, dass der Verfassungsschutz ihn deshalb als Admin führt, weil IP-Adressen verwendet wurden, die zwar Proxys sind, aber unter seinem Namen registriert wurden. Er hat mich also gefragt, weil ich bei Perfect Privacy bin."
23.5., 12:10Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Es soll auch ein Telefongespräch mit Ihrer Mutter gegeben haben, wo Sie sich geeinigt haben, dass 'die Juden ein richtiges Drecksvolk sind', ist das richtig?" - "Das ist nicht Teil der Anklage, sagt A.

23.5., 12:13Maria Sterkl derStandard.at

Die Vorsitzende sagt:

"Ich halte Ihnen vor, dass Sie bei der Firma Rölzer Druck scheinangemeldet waren und dort nie gearbeitet haben." - "Dazu will ich nichts sagen."
23.5., 12:13Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Möchte der Staatsanwalt noch etwas sagen?"

23.5., 12:13Maria Sterkl derStandard.at

Es werde noch eine MIttagspause geben, kündigt Krainz an. - Dohr: "Es war bis 13 Uhr angesetzt."

23.5., 12:14Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Ja, es hat alles ein bissl länger gedauert. Wir werden bis circa 15 Uhr verhandeln."

23.5., 12:15Maria Sterkl derStandard.at

"Gibt es Fragen aus dem Senat?", fragt Krainz. Ein Richter hat eine Frage an A.: "Fühlen Sie sich dem rechtsextremen GEdankengut irgendwie zugewandt?" - "Ich fühle mich dem überhaupt nicht zugewandet." - "Und die Vorverurteilung?" - "Die ist 20 JAhre her"

23.5., 12:15Maria Sterkl derStandard.at

- "Also Sie fühlten sich dem zugewandt?" - "Ja."

23.5., 12:16Maria Sterkl derStandard.at

Mittagspause bis 13 Uhr.

23.5., 13:07Maria Sterkl derStandard.at

Der Staatsanwalt beginnt zu fragen. Wie er mit Küssel inKontakt gekommen sei? - "2004 oder 2005, dann gab es Termine" - "Und davor war nix?" - "Nein." - "Dann halte ich Ihnen ein E-Mail vor."

23.5., 13:09Maria Sterkl derStandard.at

Es ist das Mail Küssels an A.,

wo es um die Bitte um Registrierung geht. Da schreibt Küssel: "Danke für die Daten" - laut StA ein Beweis, dass Küssel und A. schon davor in Kontakt miteinander waren.
23.5., 13:10Maria Sterkl derStandard.at

"Ich frage Sie noch einmal: WAnn hat der Kontakt mit Küssel begonnen? Und warum?"

23.5., 13:10Maria Sterkl derStandard.at

"Ich kann mich daran nicht erinnern. Da müssen Sie meinen Computer einsehen. Aber im Großen und Ganzen war es in diesem Zeitraum."

23.5., 13:11Maria Sterkl derStandard.at

StA: "Küssel hat mich öfters wegen Computerproblemen kontaktiert", zitiert er aus der Einvernahme A.s bei der Polizei. "Also: Wann hat das begonnen?" - "Das muss 2008 gewesen sein."

23.5., 13:12Maria Sterkl derStandard.at

"Und irgendwann vor diesem Mail müssen Sie ja Kontakt aufgenommen haben", sagt der StA. "Erklären Sie es uns." - "Sie kennen sich doch

mit Verschlüsselung aus. Geben Sie anderen auch Auskunft darüber, informieren Sie andere?" - "Ja, auch."
23.5., 13:14Maria Sterkl derStandard.at

StA hält A. ein Posting "Heideggers" vom August 2009 vor - eine Antwort auf eine Posting-Frage zu Truecrypt. Heidegger erklärt im Forum

ausführlich, wie Truecrypt umgangen werden kann. "Haben Sie das geschrieben?", fragt der StA A. - "Ja."
23.5., 13:14Maria Sterkl derStandard.at

Der StA liest noch ein längeres Posting "Heideggers" zu Truecrypt vor.

23.5., 13:15Maria Sterkl derStandard.at

"Ich habe 1000e E-Mails und Forenanfragen zu Verschlüsselung beantwortet, ich kann Ihnen das nicht im Detail sagen", so A.

23.5., 13:17Maria Sterkl derStandard.at

StA: "Sie sagen, einer der wesentlichen Gründe für den US-Server sei die Meinungsfreiheit gewesen. Ich halte Ihnen vor: "

StA zitiert aus Text, wo Robert M. als Host von ca 45 Domains mit rechtsextremem Inhalt angeführt wird, unter anderem Großdeutsches Vaterland. M. war wie erwähnt mit A. Leiter der Perfect Privacy, Anm.
23.5., 13:18Maria Sterkl derStandard.at

A., befragt zu seiner politischen Einstellung:

"Ich bin der Meinung, dass totalitaristische Systeme im Sinne einer propagandistischen Vereinnehmung nicht zu dulden sind. Freiheit ist wichtig, und die Freiheit ist in einem demokraitschen Verfassungsstaat zentral."
23.5., 13:19Maria Sterkl derStandard.at

StA: "Ich halte Ihnen vor, eine Kommunikation auf Skype:

Zitat 'Ich hab die Juden so lieb, dass ich sie zu Tode knuddeln könnte' und ähnliches."
23.5., 13:19Maria Sterkl derStandard.at

(Die übrigen Sprüche erspare ich Ihnen, Anm.)

23.5., 13:21Maria Sterkl derStandard.at

Wie das mit seiner friedlichen Einstellung zusammenpasse? - "Es ist nicht bewiesen, wer diese Account nutzt und dass sie von mir stammen. Außerdem bin ich der Meinung, dass wir inÖsterreich keine Gesinnungsstrafe haben und das war eine private Äußerung."

23.5., 13:21Maria Sterkl derStandard.at

Er lasse es also offen, ob das Posting von ihm stamme? - "Ja, ich lasse es offen."

23.5., 13:22Maria Sterkl derStandard.at

StA: Bei A. seien 38 Datenträger mit Neonazi-Musik gefunden worden. Was er dazu sage? - "Steht in diesem Bericht auch, wie oft diese Daten abgerufen wurden? Da ist sicher auch Rap und neoklassische Musik dabei. Es ist nicht

strafbar, so eine Musik zu haben."
23.5., 13:22Maria Sterkl derStandard.at

"Sie wollen mich anpatzen", sagt A., "ich bin auch Förderer von Human Rights Watch, und das kommt nicht vor bei Ihnen."

23.5., 13:23Maria Sterkl derStandard.at

"Für meine Freiheit sind mir 179 oder 99 Euro wert", zitiert StA aus einem Schreiben A.s - es geht um die Kosten von Verschlüsselungssoftware. Was er dazu sage? - Nichts.

23.5., 13:25Maria Sterkl derStandard.at

"Passworte zu ADI und ADF - Passworts-Erstversion und Letztversion", zitiert StA aus bei A. gefundenem Material.

"Aus dem E-Mail sind die Zugangsdaten ersichtlich"
23.5., 13:25Maria Sterkl derStandard.at

StA sieht dadurch bestätigt, dass A. sämtliche Zugriffsrechte auf ADI und ADF besaß, "zumindest zum Zeitpunkt der Errichtung der Domains"

23.5., 13:26Maria Sterkl derStandard.at

"Wo soll das gefunden worden sein?", fragt A. - "Auf Ihrem Computer, Herr A.", sagt der StA.

23.5., 13:28Maria Sterkl derStandard.at

"Ich kenne diese Dateien nicht", sagt A. "Ich nehme an, dass es eine Datei ist mit einer ganzen Reihe von Accounts, möglicherweise auch Domain-Accounts,

das bei mir gelandet ist im Rahmen eines sogenannten Fileswappings. Das muss automatisch synchronisiert worden sein über eine iCloud."
23.5., 13:28Maria Sterkl derStandard.at

Verstörte Blicke bei den Geschworenen.

23.5., 13:28Maria Sterkl derStandard.at

"Es gibt keinen einzigen Nachweis, dass ich jemals einen Zugriff auf diese Seiten gehabt habe", sagt A., "ob sie irgendwo herumliegen bei einer iCloud, kann ich nicht sagen"

23.5., 13:34Maria Sterkl derStandard.at

A. erklärt jetzt für die Geschworenen, "um was es geht":

Es gebe Zugriffe von seiner IP-Adresse auf diverse Domains bei DreamHost. "Das heißt aber nicht, dass ich auf ADI zugegriffen habe. Wir haben unseren Server umgestellt, wir mussten da Domains zwischenparken, und Hunter W. hat uns das erlaubt. Da hat es 15 Zugriffe gegeben auf DreamHost. Diese Zugriffe haben sich aber nicht auf ADI bezogen, sondern auf PerfectPrivacy. Das Problem ist aber, dass DreamHost das nicht loggt, man weiß also nicht, wo der Zugriff hingeht."
23.5., 13:38Maria Sterkl derStandard.at

"Wir haben dann im März und April noch Proxy Server hinzugefügt,

und die muss man mit einer Subdomain verknüpfen, zB 'London Perfect Privacy', und dann gibt es ein Announcement. Parallel dazu mussten wir unsere Kunden informieren. Ab April gibt es aber keine Zugriffe von meiner IP-Adresse mehr. Am 6. April veröffentlichen wir das Announcement, wo wir ankündigen, dass wir Probleme mit E-Mails haben, es gab Mailserverprobleme, wir konnten nichts erhalten, und wir haben angekündigt, dass wir DreamHost wechseln."
23.5., 13:38Maria Sterkl derStandard.at

A.s Anwalt legt den Geschworenen dieses "Announcement" vor.

23.5., 13:39Maria Sterkl derStandard.at

"Alle Domains verwenden Proxy, ich bin der einzige, der die eigene IP-Adresse verwendet hat, weil ich der Meinung war,

dass ich nichts zu verbergen habe."
23.5., 13:40Maria Sterkl derStandard.at

Worauf er zugegriffen habe? - "Auf die Perfect Privacy-Hauptseite, hauptsächlich auf den Kontopanel"

23.5., 13:41Maria Sterkl derStandard.at

"Ich schließe aus, dass ich auf ADI zugegriffen habe", sagt A.

23.5., 13:42Maria Sterkl derStandard.at

Die Verteidiger haben keine Fragen mehr. A.s Befragung ist zu Ende.

23.5., 13:42Maria Sterkl derStandard.at

Bevor Felix B. befragt wird: "Fünf Minuten Pause"

23.5., 13:49Maria Sterkl derStandard.at

In der Pause Aufregung unter den Verteidigern:

Die Vorsitzende habe den Staatsanwalt in der Verhandlung versehentlich geduzt
23.5., 13:49Maria Sterkl derStandard.at

Fortsetzung der Verhandlung.

23.5., 13:51Maria Sterkl derStandard.at

Jetzt kommt doch Küssel dran.

23.5., 13:51Maria Sterkl derStandard.at

"Ich werde mich der Aussage entschlagen."

23.5., 13:51Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Wenn Sie keine Fragen beantworten wollen, dann werde ich auch keine stellen."

23.5., 13:53Maria Sterkl derStandard.at

Krainz: "Dann übermitteln wir dem Herrn Küssel die Angaben vom Herrn A."

23.5., 13:54Maria Sterkl derStandard.at

B.s Anwalt: "Der Einfachheit halber: Ich habe meinem Mandanten, so lange die menschenrechtliche Situation nicht geklärt ist, verboten, hier Fragen zu beantworten. Wenn er sich daran hält,

kann man ihm die Aussagen auch gleich übermitteln."
23.5., 13:54Maria Sterkl derStandard.at

Warten, bis B. hereingeholt wird.

23.5., 13:57Maria Sterkl derStandard.at

Krainz will von B.s Anwalt wissen, ob er für die von ihm geladene Zeugin vom BVT "auch schon einen Sachverständigen dabei haben will". - "Nein, für die nicht", sagt Orlich.

23.5., 13:58Maria Sterkl derStandard.at

Zur Info:

B.s Anwalt hatte die leitende Ermittlerin des BVT, Sybille Geiszler, als Zeugin beantragt, der Antrag war bewilligt worden.
23.5., 13:58Maria Sterkl derStandard.at

Auch B. will keine Fragen beantworten.

23.5., 13:58Maria Sterkl derStandard.at

Krainz wird jetzt "zusammenfassen, was der Herr A. heute ausgesagt hat"

23.5., 14:01Maria Sterkl derStandard.at

Krainz beginnt mit der Zusammenfassung.

A. habe Küssel im Rahmen seines eigenen STrafverfahrens kennengelernt, B. habe er via Franz Radl kennengelernt. A. arbeite mit Robert M. im Rahmen von Perfect Privacy zusammen, biete Privatsphärendienste an.
23.5., 14:02Maria Sterkl derStandard.at

"Dann ist es um diese Hausdurchsuchung gegangen,

um das E-Mail von Küssel, über altermedia hat er kurz Stellung genommen, dass er nichts über genau Inhalte weiß, die Reaktion auf das E-Mail war Thema, ..."
23.5., 14:04Maria Sterkl derStandard.at

"... Kontoauszüge über Zahlungen an DreamHost betreffen ein anderes Projekt von ihm aber nicht das Forum, sagt er,

und dass er tatsächlich die Registrierung vorgenommen und die Daten an Küssel weitergeleitet hat, das hat er heute relativiert, er habe das nur gesagt auf Vorhalte der Polizei hin..."
23.5., 14:05Maria Sterkl derStandard.at

"... er hat uns auch gesagt, dass er mit der Registrierung nichts zu tun hat,

dass es richtig ist, dass B. ihn wegen der Neuauflage von ADI kontaktiert hat, aber dass er das abgelehnt hat, ..."
23.5., 14:06Maria Sterkl derStandard.at

"... dann geht es um die Kommunikation mit Robert M., in Zusammenhang mit Ermittlungen gegen M.,

dann war die Kommunikation B.s mit A. betreffend Hausdurchsuchungen Thema, und die Information, dass die Polizei von ihm und den dt. Kollegen eh nix weiß, ..."
23.5., 14:07Maria Sterkl derStandard.at

"... Passwörter, die auf seinem Computer gefunden wurden, seien allenfalls ohne sein Zutun auf seinen Computer gelangt,

ja, das war das Wesentliche."
23.5., 14:08Maria Sterkl derStandard.at

Krainz will jetzt Vernehmungen verlesen. Bs Anwalt: "Nur fürs Protokoll - ich spreche mich gegen jegliche Verlesungen aus."

23.5., 14:08Maria Sterkl derStandard.at

B.s Anwalt beantragt zudem die Zustellung der bisherigen HV-Protokolle, A.s Anwalt schließt sich dem an.

23.5., 14:10Maria Sterkl derStandard.at

Verlesung der Vernehmung Küssels:

"Ich habe mit der Urheberschaft von ADI und ADF nichts zu tun, habe sie nicht veranlasst, war nicht Admin, habe auch nichts gepostet, sie nur immer wieder gelesen ..."
23.5., 14:11Maria Sterkl derStandard.at

"Ich gebe nicht an, was mir an den Postings gefällt und was nicht", liest Krainz weiter,

"ich nehme an, dass nur aufgrund des Aufblasens der Thematik das hier passiert"
23.5., 14:12Maria Sterkl derStandard.at

"Ich war beim Bundesheer bei den Panzern und bin eigentlich ein netter Mensch", liest Krainz vor. Küssel grinst. Keine Angaben zur politischen Einstellung.

23.5., 14:13Maria Sterkl derStandard.at

"Ich verschlüssle meinen PC, weil ich Sachen drauf habe, die niemand was angehen. Ich verwende Perfect Privacy."

23.5., 14:13Maria Sterkl derStandard.at

"Wer hinter den Kürzeln admin, chef, störung, etc. bei ADI steht, weiß ich nicht"

23.5., 14:14Maria Sterkl derStandard.at

"Ich habe keine Geschäftsbeziehung zu DreamHost und bezahle auch nichts an diese Firma,

und soweit ich es angeben kann, sind auf meinem Stand-PC keine strafrechtlich relevanten Dokumente zu finden."
23.5., 14:15Maria Sterkl derStandard.at

"Zu altermedia, Großdeutsches Vaterland, ADI, ADF gebe ich keine Auskunft,

ich surfe viel, und was ich mir anschaue, geht niemanden was an"
23.5., 14:19Maria Sterkl derStandard.at

"Ich bin nicht Chef der rechten Szene, ich bin Gottfried Küssel. Glaube, dass es keinen Chef gibt."

23.5., 14:20Maria Sterkl derStandard.at

Zur E-Mail an A. mit der Beauftragung zur Registrierung der Domains:

"Einige Freunde und ich haben über die Errichtung von etwas ähnlichem wie altermedia gesprochen. Da ich nicht alles allein machen wollte, wurde aus der Idee nichts, das ist dann eingeschlafen. Wer noch dabei war, sage ich nicht."
23.5., 14:22Maria Sterkl derStandard.at

"Mir ist selbst später aufgefallen, dass diese Seite tatsächlich gemacht worden ist. Es ist natürlich seltsam, dass

die NAmen die gleichen sind. ICh wollte natürlich wissen, wer der Verantwortliche ist. Später, als die Seite in den Medien war, wollte ich es dann nicht mehr wissen, weil es mir zu heiß war. Ich bin nie ins ADF eingestiegen, habe nur ADI gelesen."
23.5., 14:22Maria Sterkl derStandard.at

"Ich kenne A. nicht persönlich und habe ihn nie getroffen. 2007 oder 2008 hat ein E-Mail-Verkehr begonnen, aber ich weiß0 nicht mehr, ob er mich kontaktiert hat oder ich ihn."

23.5., 14:22Maria Sterkl derStandard.at

"Er hat mich dann bei Computersachen beraten, das war hauptsächlich E-Mail-Verkehr und Telefonate."

23.5., 14:23Maria Sterkl derStandard.at

"An ein Treffen mit A. bei mir zuhause kann ich mich nicht erinnern."

23.5., 14:24Maria Sterkl derStandard.at

"Ich habe A. nur gefragt, ob es möglich wäre, so eine Seite einzurichten. Weiß nicht mehr, was er geantwortet hat. HAbe mit mehreren Leuten darüber gesprochen. Weiß nicht, mit wem."

23.5., 14:24Maria Sterkl derStandard.at

"Mit 'Reich' haben ADI und ADF nichts zu tun."

23.5., 14:25Maria Sterkl derStandard.at

"Warum stehen so viele MItglieder des 'Reich' mit ADI und ADF in Verbindung, dazu kann ich nichts sagen. Ich habe auch kein Problem damit, wenn sich MItglieder der 'Reich' vernetzen"

23.5., 14:25Maria Sterkl derStandard.at

"ICh habe doch einen Beitrag veröffentlicht, und zwar habe ich eine Rede in Brünn gehalten, die wurde dann auf ADI veröffentlicht"

23.5., 14:27Maria Sterkl derStandard.at

"Kollege W. ist ebenfalls Computerexperte und hat mir geholfen. Ob er mit ADI zu tun hat, weiß ich nicht. Wer für die Veröffentlichung von Postings auf ADI und ADF verantwortlich ist, weiß ich nicht"

23.5., 14:27Maria Sterkl derStandard.at

"Meine Reden schreibe ich selbst und lasse sie auch von niemandem verbessern"

23.5., 14:28Maria Sterkl derStandard.at

"Ich bin sicher nicht MItglied des nationalen Widerstands, ich bin nur Mitglied der Bundesrepublik Deutschland,

außerdem bin ich MItglied bei 'Reich' und dort bin ich auch SChriftführer und Kassier"
23.5., 14:28Maria Sterkl derStandard.at

"Den NAmen Robert M. habe ich noch nie gehört, ich kenne die Person nicht."

23.5., 14:30Maria Sterkl derStandard.at

"Ich schickte ein E-Mail an altermedia, ein Text, damit die Streitereien zwischen Tschechien und Detuschland endlich aufhören, ich habe das Mail auch an B. und Radl. geschickt,

dann an altermedia, die Letzversion"
23.5., 14:32Maria Sterkl derStandard.at

Krainz will jetzt eine Passage aus der Brünner "Vereinbarung" vorlesen.

23.5., 14:33Maria Sterkl derStandard.at

Dohr will, dass der gesamte Text verlesen wird, die Vorsitzende sagt "Ja, später"

23.5., 14:34Maria Sterkl derStandard.at

Vorlesen der Passage über Benes-Dekrete (Info später)

23.5., 14:35Maria Sterkl derStandard.at

Zur Copyright-Verletzung des Fotografen: "Ich weiß nicht, wer die Mails von ADI betreut, dass die Rechnung auf meiner externen Festplatte gefunden wurde,

ist nicht möglich, das ist für mich völlig unverständlich."
23.5., 14:36Maria Sterkl derStandard.at

"Das 'Reich' wurde im Juni 89 gegründet, ich war mit dabei, ich selbst war nie Vereinsobmann. Zuvor war die Örtlichkeit ein Abstellraum, der Verein ist nicht strukturiert, natürlich gibt es Aufnahmerituale, einen Schwur, Frauen ist nur

als Gäste willkommen."
23.5., 14:37Maria Sterkl derStandard.at

"Es gibt 12 oder 13 Reichsbrüder, es wird alle drei Jahre gewählt, eine demokratische Wahl. Ins Vereinslokal kommt man mit einem Code, dann kann man mit einem Schlüssel die Tür aufsperren"

23.5., 14:38Maria Sterkl derStandard.at

"Wir regeln alles gemeinsam, alles basiert auf Kollegialität, es gibt einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter, aber keine wirkliche Autorität"

23.5., 14:38Maria Sterkl derStandard.at

"DAmit habt ihr nicht gerechnet" ist der Spruch von 'Reich'

23.5., 14:39Maria Sterkl derStandard.at

"EFVR steht für Ehre, Freiheit, Vaterland, Reich"

23.5., 14:39Maria Sterkl derStandard.at

"Ich erkenne in der Flagge kein Hakenkreuz, weil einHakenkreuz Haken hat und keine Kurven"

23.5., 14:41Maria Sterkl derStandard.at

"Bei 'Reich' finden keine Hitler-Geburtstags-Feiern statt. Zu der mir vorgelegten Einladung im April sage ich, dass da ein Vortrag gehalten wurde,

in meiner Gegenwart gab es keine Rede B.s zum Hitler-Geburtstag, ich habe das nicht gesehen und nicht gehört."
23.5., 14:41Maria Sterkl derStandard.at

"Dazu, dass es eine Aussage gebe über Felix B.s Hitler-Rede und darüber, dass auch Küssel anwesend war, sage ich, dass ich nicht dabei war."

23.5., 14:42Maria Sterkl derStandard.at

"Ein bis zwei Mal im Jahr werden Lieder aus den im 'Reich' aufliegenden Liederbüchern gesungen"

23.5., 14:43Maria Sterkl derStandard.at

"Sachen, die bei mir zuhause gefunden wurden, sind alte Sachen, die von früher stammen, und ich habe sie nicht aufgehängt"

23.5., 14:43Maria Sterkl derStandard.at

"Ich habe keine Hakenkreuzfahne in Besitz"

23.5., 14:44Maria Sterkl derStandard.at

"E-Mails, Agenden des 'Reich' betreffend, schicke ich immer von meinem privaten Mailaccount weg, weil es keine offizielle Reich-Adresse gibt"

23.5., 14:44Maria Sterkl derStandard.at

"MEine Führungsqualitäten will ich nicht bewerten, das sollen andere tun"

23.5., 14:44Maria Sterkl derStandard.at

"Zu Felix B. mache ich keine Angaben"

23.5., 14:44Maria Sterkl derStandard.at

Fragen zu mehreren Personen - immer "keine Angaben"

23.5., 14:45Maria Sterkl derStandard.at

"Ich habe das HAndy meiner Tochter angemeldet, weil mir die Polizei meines weggenommen hat"

23.5., 14:46Maria Sterkl derStandard.at

"Ich selbst bezeichne mich nicht als bekanntesten Nationalsozialisten Österreichs, wenn das jemand tut, ist das ihr gutes Recht"

23.5., 14:46Maria Sterkl derStandard.at

Ende der Verlesung.

23.5., 14:46Maria Sterkl derStandard.at

Die Vorsitzende geht "nicht davon aus, dass wir morgen fertig werden, weitere Termine werden morgen bekannt gegeben"

23.5., 14:47Maria Sterkl derStandard.at

Ende der Verhandlung - morgen um 9.30 Uhr geht es weiter. Danke fürs Mitposten!